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Frankreich setzt Drohnen als Rettungsschwimmer ein

Der Elektro-Helfer sei um bis zu fünf Minuten schneller beim Opfer als Menschen, sagt die Herstellerfirma. Das Fluggerät ist mit einer Boje ausgestattet.

Die Rettungsschwimmer an manchen französischen Atlantikstränden bekommen in diesem Sommer Unterstützung aus der Luft: Eine Rettungsdrohne soll Ertrinkenden zu Hilfe kommen. Das Fluggerät hat eine Boje an Bord, die sie über dem Wasser abwerfen kann und sich von selbst aufbläst. Daran können Menschen in Not sich über Wasser halten, bis Hilfe eintrifft.

Nun sind drei Exemplare im Südwesten des Landes im Einsatz: in Biscarrosse und Lacanau sowie in Messanges, wo die Roboter-Retter vor allem für Tests dienen. Die Drohne kann auch helfen, eine Situation einzuschätzen und Rettungshelikopter an Ort und Stelle zu lotsen.

Laut einer Studie ertranken im Jahr 2015 in ganz Frankreich von Anfang Juni bis Ende September 167 Menschen im Meer. Am Atlantik geht etwa Gefahr von hohen Wellen und Strömungen aus. Frankreichs Strände sind ein beliebtes Urlauberziel. Das Drohnen-Start-Up wurde von einem Notfallarzt und zwei Programmierern gegründet. Sie hoffen, ihr Produkt im kommenden Jahr auf den Markt bringen zu können.

Drohnen gegen Herztod – Kardiologe: „Außerordentlich interessanter Ansatz“

Mit Drohnen gegen den Herztod – das schwedische Unternehmen Flypulse will so Menschenleben retten. Besonders in abgelegenen Gegenden mit schlechter Infrastruktur sollen die Fluggeräte helfen. Ein Kardiologe hält den Ansatz für erfolgversprechend, um von Herzstillstand Bedrohte zu retten.

Die Rettung beim plötzlichen Herzstillstand kommt  in der Regel auf Rädern, sie kann im Stau steckenbleiben oder bei schlechtem Verkehrsnetz erst spät am Einsatzort eintreffen – oft zu spät. Dabei müssten viele dieser Menschen nicht sterben, denn Studien zeigen, eine rechtzeitige Behandlung bei Kammerflimmern steigert die Überlebensrate von 10 auf 50 Prozent. Bald gibt es hier eine neue Form der Ersten Hilfe und die kommt aus der Luft – aber nicht als Helikopter, sondern als Drohne. Ein solches Konzept bietet seit neustem der schwedische Drohnenhersteller Flypulse an. Denn entscheidend bei Kammerflimmern ist, dass möglichst schnell ein Defibrillator am Einsatzort ist – das ist das Gerät, das dem Herz einen elektrischen Schock verpasst und die Herzrhythmusstörung behebt, ein Neustart des Herzens sozusagen. Der Drohne werde lediglich ein Ziel vorgegeben und das System rechne dann selbständig den besten Weg aus. Ein zweiter Operator überwache die Drohne während ihres Fluges und könne jederzeit die Route ändern oder ihre Landeposition korrigieren. Die Drohne transportiert einen halbautomatischen AE-Defibrillator (Automatic External Defibrillator). Dieser lasse sich auch von Laien bedienen, erklärte der Kardiologe Trappe. Es müssten nur zwei Elektroden am Brustkorb des Notleidenden angeklebt und der Defibrillator eingeschaltet werden. Alle weiteren Anweisungen gibt dann der Defibrillator an den Benutzer per Sprachbefehl weiter. Nach Ansicht von Flypulse könnten diese Drohnen in Gegenden mit schlechter Infrastruktur und medizinischer Versorgung sein. Als Beispiel nannte Wallmann Küstengegenden mit angrenzenden Wäldern und verschlungenen Straßen, in denen viele Ferienhäuser stehen. Da gebe es in Schweden und anderen Ländern einen bedeutenden Mangel an Ambulanzpersonal. Um solche Gebiete großflächig abzudecken, werden Drohnenstationen mit einem Handlungsradius von 10-15 Kilometern von Flypulse in regelmäßigen Abständen eingerichtet. Aber auch bei Staus, großen öffentlichen Veranstaltung und Sportevents, wo es schwer ist, zum Opfer zu gelangen, werden Einsatzmöglichkeiten gesehen.