Schlagwort-Archive: Öamtc

ÖAMTC präsentierte Drohnen-Sicherheitspaket

Flugtraining, Versicherung, Info-App im Angebot – Jedes Jahr bis zu sechs Beinahe-Zusammenstöße mit Flugrettungs-Hubschraubern Rund 40.000 Drohnen wurden im Vorjahr in Österreich verkauft. Seit 2014 sind Geräte mit mehr als 250 Gramm bewilligungspflichtig. „Laut Schätzungen gibt es bereits deutlich über 100.000 Drohnen“, sagte ÖAMTC-Direktor Oliver Schmerold bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien. Der ÖAMTC präsentierte ein Drohnen-Sicherheitspaket mit Flugtraining, Versicherung und Info-App. Fünf bis sechs Zwischenfälle jährlich Zusammenstöße mit Drohnen in der Luft hat es in Österreich noch keine gegeben. Allerdings verzeichnet etwa die ÖAMTC-Flugrettung „fünf bis sechs Zwischenfälle pro Jahr“, sagte der Pilot und „Flight Safety Manager“ der Flugrettung, Klaus Egger. Die Cockpitscheibe sei nicht darauf ausgerichtet, dem „Anprall von Gegenständen standzuhalten“. Vogelschläge kommen ähnlich oft vor, erläuterte Egger. „Heuer haben wir bereit zweimal nicht starten können, weil eine Drohne über dem Hubschrauber geschwebt ist“, sagte der Pilot. Ein Vorfall betraf einen Rückflug von einem Krankenhaus, der zweite passierte am Notfallort. „Der Patient war schon fertig versorgt im Hubschrauber“, sagte Egger. Auch sogenannte Spielzeugdrohnen, also Geräte unter 250 Gramm, die maximal 30 Meter hoch fliegen und nicht genehmigt werden müssen, können Einsatzhubschraubern gefährlich werden, betonte der Pilot. Dazu komme noch ihre „schlechte Erkennbarkeit“. „Das Fatalste ist, wenn jemand nur durch die Kamera der Drohne schaut“, berichtete Egger. Nähert sich ein Hubschrauber von der anderen Blickrichtung, kann er so übersehen werden. Viele Vorgaben Für das Fliegen von Drohnen gibt es zahlreiche technische, sicherheitsrelevante und rechtliche Vorgaben zu beachten. Modellflugzeuge ohne Kamera sind je nach Flughöhe bewilligungspflichtig. Allerdings werden „Flugmodellsportler in Vereinen sozialisiert, bekommen gesagt, woran man sich zu halten hat“, erklärte Joachim Janezic, Vorstand des Instituts für Österreichisches und Internationales Luftfahrtrecht. Drohnen über 250 Gramm müssen von der Austro Control genehmigt werden, für sie muss eine eigene Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Das Luftfahrtgesetz sieht unter anderem ein absolutes Drohnen-Verbot über und im Umfeld von Flughäfen vor, also dort, wo Maschinen landen oder starten. Weitere Beschränkungen richten sich nach Gewicht des Flugkörpers und Einsatzgebiet.

Kern der ÖAMTC-Drohnen-Initiative ist die frei verfügbare Drohnen-Info App. Eine interaktive Landkarte gibt für jeden Standort Auskunft, ob und welche Einschränkungen und Verbote existieren. Dazu informiert sie über Regeln und Vorschriften. Ergänzt wird die App durch einen eigenen Online-Auftritt und eine Broschüre. Im Frühjahr 2018 startet der ÖAMTC im Fahrtechnikzentrum Saalfelden ein Drohnenflugtraining. In acht theoretischen und praktischen Einheiten kann für 280 Euro das sichere Fliegen mit Drohnen erlernt werden. Die Haftpflichtversicherung kann auch online über die ÖAMTC-Homepage abgeschlossen werden. Grundsätzlich raten die Experten, Drohnen lediglich in Sichtweite zu betreiben, sprich, dass der Pilot die Drohne permanent sehen muss. Nähert sich ein bemanntes Luftfahrzeug, soll die Drohne unverzüglich gelandet werden. Außerdem solle Datenschutz und Privatsphäre Dritter respektiert werden. Bei Farbgebung und Beleuchtung der Drohne auf bestmögliche Erkennbarkeit für andere Teilnehmer am Luftverkehr achten, so die Tipps des ÖAMTC.

 

Drohne kam ÖAMTC-Heli in Salzburg gefährlich nahe

Unweit des Salzburger Flughafens ist am Mittwoch eine Drohne einem Rettungshubschrauber des ÖAMTC gefährlich nahegekommen. Der Hubschrauber befand sich gegen 13.20 Uhr am Weg vom Landeskrankenhaus zum Flughafen, als der Pilot die Drohne bemerkte. Das Fluggerät war auf derselben Höhe und in gleicher Richtung wie der „Christophorus 6“ unterwegs.

Nach Angaben des Piloten flog die Drohne etwa 120 Meter über Grund. Das Fluggerät hatte einen Durchmesser von geschätzten 1,5 Metern. Die Entfernung zur Drohne sei schwer abzuschätzen gewesen, er habe aber einen gleichbleibenden Abstand halten können, so der Pilot. Schließlich wurde die Drohne Richtung Süden gesteuert. Eine Fahndung nach dem Drohnenbesitzer verlief negativ.

Hausverstand einsetzen

„Die Probleme mit Drohnen nehmen zu“, sagte Klaus Egger, Flugsicherheitsoffizier der Rettungshubschrauber-Flotte des ÖAMTC, am Donnerstag. „Besonders prekär sind Vorfälle, die an oder in der Nähe von Flughäfen passieren. Das sind absolute No-Go-Zonen.“ Zwar steige auch das Bewusstsein bei Drohnenpiloten, aber das Wissen, was erlaubt ist und was nicht, sei noch relativ wenig verbreitet. „Wer sich eine Drohne kauft, muss sich aktiv mit der Gesetzeslage beschäftigen und seinen Hausverstand einsetzten. Wenn ein Hubschrauber auftaucht, muss ich mit meiner Drohne so schnell wie möglich aus dem Weg gehen.“

Selbst ganz kleine Drohnen, die vom Gesetz her nicht registriert werden müssen, können für Hubschrauber sehr gefährlich werden. „Sie stellen weniger ein Risiko für das Triebwerk, sondern für die Scheibe dar. Auch kleine und leichte Vögel können bei einem Aufprall im richtigen Winkel eine Hubschrauberscheibe durchschlagen“, warnte Egger. Beim ÖAMTC arbeitet man daher derzeit an Kursen, Informationspaketen und Versicherungen für Drohnenpiloten.