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Parrot: Zwei neue Drohnen für Feuerwehr und Landwirtschaft

Parrot bringt zwei neue Drohnen an den Start: Eine arbeitet mit einer Wärmebildkamera, die andere mit Sensoren für die Landwirtschaft.

Drohnen übernehmen in der heutigen Zeit allerlei nützliche Aufgaben, etwa Aufklärungsmissionen in Krisengebieten oder das Anfertigen von Videoaufnahmen aus unmöglichen Positionen und Höhen. Das französische Unternehmen Parrot bringt in Kürze neue Modelle auf den Markt, die vor allem auf zwei Gebieten wertvolle Arbeit leisten sollen.

Parrot: Helfer für die Feuerwehr

Bei der ersten Drohne handelt es sich um die „Bepop Pro Thermo“ die neben einer Kamera mit 14 Megapixeln einer Wärmebildkamera an Bord hat. Damit finden Mitarbeiter der Feuerwehr beispielsweise vermisste Personen in einem ländlichen Gebiet oder Einwohner in Hochhäusern, die womöglich von den Flammen eingeschlossen sind. Die Drohne ist für einen maximalen Einsatz von 25 Minuten vorgesehen, soll ab November erhältlich sein und rund 1.200 Euro kosten.

Parrot: Bluegrass erkennt Probleme

Die zweite Drohne hört auf den Namen „Bluegrass“ und ist für den Einsatz in der Landwirtschaft vorgesehen. Mit einer HD-Kamera und speziellen Sensoren flitzt der Flieger über ein Gebiet von maximal 30 Hektar Land und überprüft dabei den Zustand der Weinreben oder Kornfelder. Gibt es irgendwo kahle Stellen? Die Drohne erkennt solche Probleme durch ein Zusammenspiel aus Farb- und Sonnen-Sensoren, die auf den aktuellen Lichteinfall reagieren. Die maximal 25-minütige Flugroute legt der Landwirt zuvor mit einer speziellen Software fest. Auch die „Bluegrass“-Drohne erscheint im November, als Preis peilt Parrot 4.250 Euro an. Darin enthalten ist zudem die Software-Lizenz für ein Jahr.

Drohne hilft der Feuerwehr

Nur ein dezentes Surren ist zu hören – und da ist sie, über dem reifen Getreidefeld unterhalb des Longinusturms: eine kleine schwarze Drohne. Wie festgetackert „steht“ sie auf einer Stelle in etwa 15 Metern Höhe. Plötzlich kommt Bewegung in sie hinein, und surrend fliegt sie zu ihren „Steuermännern“, die neben dem Feld stehen. Langsam und unaufgeregt setzt das kleine schwarze Fluggerät auf dem Rasen neben ihnen auf.

Was Marcel Hinkerohe und Stephan Gorke dort über das Feld haben fliegen lassen, ist alles andere als ein Spielgerät, denn die Drohne ist nicht nur mit modernstem GPS, sondern auch mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Kann so zum Beispiel aus luftiger Höhe Tiere oder Menschen auffinden oder Brandnester aufspüren. Und genau für solche und ähnliche Einsätze stehen sie und ihre Besitzer parat.

Beide Männer sind seit vielen Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Nottuln aktiv. „Die Berufsfeuerwehren haben zunehmend solche Drohnen im Einsatz“, weiß Stephan Gorke. Nur: Eine gute Drohne samt Kamera ist ein nicht unerheblicher Kostenfaktor, für freiwillige Wehren eher nicht finanzierbar. Aber er und Marcel Hinkerohe haben investiert und sind nun nebenberuflich mit der Drohne im Einsatz.

In erster Linie soll sie hilfreich sein. So werden die Beiden zum Beispiel häufiger von Landwirten angefordert. „Wir fliegen über die Felder, die geerntet werden sollen, um dort versteckte Rehkitze aufzuspüren“, erzählt Marcel Hinkerohe. Dadurch werde so manches Kitz vor dem Mähdrescher gerettet, freut er sich. Und dass den Beiden das wirklich am Herzen liegt, beweisen sie, indem sie den Service für die Landwirte kostenlos anbieten. Aber: Meist bekommen sie freiwillig eine kleine Aufwandsentschädigung von den Bauern. Schließlich hat so eine Drohne mit den Akkus Verschleißteile, in die immer wieder investiert werden muss.

Aber Kitze aufzuspüren, ist nur ein Aspekt. Noch wichtiger ist den Beiden, dass sie die Drohne für Feuerwehr- und Polizeieinsätze nutzen können. Sei es, um nach einem Unfall vermisste Personen aufzufinden oder um der Einsatzleitung bei Großbränden eine Übersicht über die Brandstelle zu verschaffen. So können dann Mensch und Material gezielter und effektiver eingesetzt werden.

Auf diese Weise konnten sie schon bei einer Gebäudeexplosion im Kreis Coesfeld die Einsatzleitung der  Feuerwehr unterstützen und gleichzeitig für die Brandermittler der Polizei Aufnahmen zur Auswertung aus der Luft machen. „Normalerweise wird dafür ein Hubschrauber eingesetzt, dessen Kosten erheblich höher wären“, so Hinkerohe.

Dass die beiden Nottulner die Drohne nicht nur beherrschen, sondern sich auch mit den gesetzlichen Bestimmungen auskennen, dafür haben sie bei der Lufthansa Luftrecht gepaukt und eine Prüfung abgelegt. Denn: „Durch den Einsatz bei der Feuerwehr gelten für uns andere rechtliche Aspekte als in der Privatfliegerei“, erklärt Gorke.

Mit wenigen gezielten Handgriffen wird die Drohne in einen schwarzen kleinen Handkoffer verpackt. Bereit für den nächsten Einsatz. Genau wie Marcel Hinkerohe und Stephan Gorke.