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«Es ist eine Frage der Zeit, bis es zu einem Unglück kommt»

Frédéric Hemmeler staunt nicht schlecht, als ihn eines Tages ein Bauer anruft. Dieser berichtet, in seinem Feld liege eine Sprühdrohne, die Hemmeler gehöre. Zwar betreibt der ehemalige Helikopterpilot ein Unternehmen, das Drohnen für landwirtschaftliche Zwecke einsetzt und auch Pflanzenschutzmittel auf Felder verteilt. Seine Sprühdrohne aber steht zu diesem Zeitpunkt vor ihm im Büro. Das abgestürzte Objekt gehört also jemand anderem. Die Drohne war vermutlich illegal im Einsatz, denn Sprühdrohnen brauchen Sondergenehmigungen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt und vom Bundesamt für Umwelt. Noch schlimmer als die Gesetzesübertretung war für Hemmeler die Tatsache, dass die Drohne nur 300 Meter neben einer Autobahn vom Himmel fiel und es somit pures Glück war, dass sich kein Unfall ereignete.

«Ich will nicht schwarzmalen, aber es ist eine Frage der Zeit, bis es zu einem Unglück kommt», sagt Hemmeler warnend. Als gefährlich stuft er nicht die Hobbypiloten ein, sondern die Profis. «Sie fliegen seit Jahren und sagen, sie wüssten, wie es geht. Dabei sind es genau diese Leute, welche die Regeln zwar kennen, aber nicht befolgen.» Auch in Teilen der Schweizer Bevölkerung bestehen Befürchtungen, ein Drohnenabsturz könnte einen Unfall auslösen, wie einer Umfrage der Universität Neuenburg zu entnehmen ist.

Das Gesetz wird ausgehebelt

Auch Linienpiloten von Fluggesellschaften wie der Swiss rapportieren immer mehr Sichtungen von Drohnen, allein letztes Jahr waren es 24 Meldungen. Erst diesen Mai kamen sich eine Drohne und vollbesetzter Airbus von der Swiss der sich im Landeanflug auf den Flughafen Zürich befand, gefährlich nahe. «Das heisst aber nicht, dass es immer häufiger zu gefährlichen Situationen kommt», betont Urs Holderegger, Mediensprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl). Viele Vorfälle seien harmlos. «Zwischenfälle wegen Vogelschlag sind für die Luftfahrt noch immer das grössere Problem.» – Schweizweit sind schätzungsweise gegen 100 000 Drohnen im Einsatz, unter den Piloten gibt es auch einige schwarze Schafe. Auf sozialen Netzwerken wie Facebook existieren geschlossene Gruppen, in denen sich Mitglieder mit Aufnahmen von illegalen Drohnenflügen brüsten. Er habe eine solche Person einmal gebeten, einen Beitrag zu löschen, weil die Bilder in einer Zone aufgenommen wurden, in der ein Flugverbot gilt, sagt Frédéric Hemmeler. Die Reaktion des Profifotografen kam postwendend: Er müsse Geld verdienen, sein Video diene als Werbemittel. «Was gewisse Drohnenpiloten machen, ist schlicht kriminell», meint Hemmeler dazu.

Tatsächlich hebelten diese schwarzen Schafe das Gesetz aus, sagt Bazl-Sprecher Urs Holderegger. «Man kann sie nicht zur Verantwortung ziehen, weil man sie nur selten erwischt.» Gelinge es, einen Piloten ausfindig zu machen, werde er verzeigt und müsse mit einem Bussgeld in der Höhe von mehreren hundert bis tausend Franken rechnen. Entscheidend dafür, ob man jemanden zur Rechenschaft ziehen könne, sei auch, wie schnell ein Vorfall bei der Polizei gemeldet und wie exakt eine Örtlichkeit beschrieben werde, ergänzt Marc Besson, Sprecher der Zürcher Kantonspolizei. Er berichtet von nicht einmal 20 Rapporten in Bezug auf unerlaubte Drohnenflüge in den letzten fünf Jahren.

Zertifizierung möglich

Drohnen böten Chancen für Innovationen, aber es brauche klar definierte Spielregeln, um sie ins Verkehrssystem der Schweiz einzubinden, sagt der Skyguide-Mediensprecher Vladi Barrosa. Skyguide entwickle derzeit ein Konzept für ein Drohnenregister. Details dazu möchte man zum jetzigen Zeitpunkt nicht preisgeben. Diesen September sollen erste Tests aber zeigen, wie so etwas konkret funktionieren könnte. Das Bazl seinerseits treibt internationale Bestrebungen voran, Drohnen mit einem Chip auszustatten.

Drohnenspezialist Hemmeler ist allerdings gegen zu viel Regulierungs-Aktionismus. Dieser scheitere am Schluss oft an der praktischen Umsetzung, weil die Technik der Geräte nicht genügend ausgereift sei. In Frankreich beispielsweise gelte ein Gesetz, das es erlaube, Drohnen zu scannen und dadurch einem Besitzer zuzuordnen. Allein in der Praxis funktioniere dies gar nicht. Hemmeler fordert deshalb, dass Drohnenpiloten künftig wie Privat- oder Linienpiloten eine Fluglizenz besitzen. Das Bazl winkt diesbezüglich aber ab. Der Aufwand sei zu hoch, dafür habe man die Kapazitäten nicht. Zudem sei es fraglich, ob sich die Sicherheit mittels einer Hobbypiloten-Lizenz erhöhen liesse. Man halte es für sinnvoller, Drohnen in drei Kategorien einzuteilen: einen offenen Bereich mit wenig Regeln, einen eingeschränkten Bereich mit Bewilligung und einen professionellen Bereich mit Zertifikat. Seit rund einem halben Jahr ist es laut Urs Holderegger möglich, Drohnen vom Bazl zertifizieren zu lassen. Auch Piloten oder Flugmissionen sollen künftig zertifiziert werden können. Die Papiere sind international anerkannt, es gibt bereits einige Unternehmen, die Interesse daran bekundet haben. Die entsprechenden Verfahren einzuleiten, lohnt sich für Private allerdings kaum, weil die Kosten und der Aufwand dafür sehr hoch sind.

Der Luftraum wird enger

Drohnen werden am Schweizer Himmel künftig häufiger zu sehen sein, darüber sind sich das Bazl, Skyguide und Frédéric Hemmeler einig. «Der Platz im Luftraum wird enger, aber eine Harmonie ist möglich», meint Letzterer. «Die Bedingung ist aber, dass die Leute verantwortungsvoll in der Luft unterwegs sind. Dann gelingt es, Chancen auszubauen und Risiken zu minimieren.»

Drohnenunfall in Hamburg

In Hamburg hat sich ein Drohnenunfall in der Innenstadt ereignet. Montag abends ist ein Drohne auf dem Hamburger Fernsehturm gelandet. Der Besitzer flog mit einer der meistverkauftesten Drohnen: einer DJI Mavic Pro. Normalerweise hätte der Drohnenpilot vor dem Flug eine Genehmigung einholen müssen, was er nicht tat. Jetzt droht eine saftige Strafe. Dabei wollte der Drohnenbesitzer nur schöne Fotos von der Hamburger Nacht machen. Dabei kollidierte die Drohne mit dem Fernsehturm und stürzte auf eine Plattform am Fernsehturm ab. Danach schilderte der Drohnenpilot sein Missgeschick der Polizei und die Feuerwehr musste das Gerät vom Fernsehturm bergen. Nachdem der Pilot für diesen Flug keine Fluggenehmigung hatte, kann dieser Verstoß gegen die Flugverkehrs-Kontrollfreigabe bis zu 50.000€ kosten.

Drohne stürzt auf Auto

Ein weiterer Drohnenunfall ist in Deutschland passiert. Dabei stürzt eine Drohne auf ein Auto – verletzt wird niemand, es gibt nur Sachschaden in Höhe von 1.500 Euro. Die Drohne dürfte laut dem Drohnenpiloten ausser Kontrolle geraten sein. Vorfälle, die sich bei den am meisten verkauften Drohnentypen, DJI und Yuneec, mehren. Wöchentlich hört und liesst man von Geräten, die während des Fluges unkontrolliert die Flugbahn ändern und sich selbstständig machen. Jetzt wird von den Behörden noch geklärt, ob sich der Drohnenpilot strafbar gemacht hat.

Dazu gibt es in Österreich ein sehr scharfes Luftfahrtgesetz. Denn alle Drohnen über 250 g, die mit einer Kamera ausgestattet sind, müssen bewilligt werden und benötigen dazu eine verpflichtende Haftpflichtversicherung. Bei der umfangreichen Vorbereitung der Bewilligungsunterlagen hilft Ihnen die ÖDB – Österreichische Drohnenbewilligung.

Mann muss nach Drohnenunfall ins Gefängnis

Der Mann muss ins Gefängnis weil seine Drohne abgestürzt ist und dabei eine Frau verletzt hat. Das Ganze spielte sich in Seattle in den USA ab, der Luftbild-Fotograph muss für 30 Tage hinter Gitter und 500 USD Strafe bezahlen.

Der Pilot lenkte die rund ein Kilogramm schwere Drohne gegen ein Gebäude, woraufhin das Fluggerät abstürzte und einer 25 Jahre alten Frau auf den Kopf fiel. Die Frau wurde dadurch bewusstlos, wie US-Medien berichteten Ein daneben stehender Mann erlitt durch die Drohne Prellungen. Feuerwehrleute kümmerten sich um die bewusstlose Frau, und ein Freund des Opfers stellte die Drohne sicher. Der ungeschickte Drohnen-Pilot konnte aufgrund von Fotos und der Beschreibung von Zeugen identifiziert werden.