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Mehr als 300 Drohnen des bekannten chinesischen Herstellers müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Über die Gründe herrscht Unklarheit.

Die US Army verbietet ihren Soldaten den Einsatz von Drohnen des chinesischen Herstellers DJI. Grund seien „Risiken im Einsatz“ und „dass man auf Sicherheitslücken in den DJI-Produkten aufmerksam gemacht wurde“. Das geht aus einem Memo hervor, das am 2. August verschickt wurde. Demnach soll „die Verwendung eingestellt, alle DJI-Applikationen deinstalliert, Akkus und Speichermedien von Geräten entfernt und das Equipment sicher verstaut werden, bis es weitere Anweisungen gibt“.

DJI zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht über die Entscheidung und betont, dass man mit den Behörden zusammenarbeiten wolle. Worum es sich genau bei den angeblichen Sicherheitslücken handelt, ist unklar. Selbst DJI dürfte das nicht wissen, denn man suche laut Stellungnahme das Gespräch, um die Entscheidung zu verstehen. Drohnen von DJI kommen offenbar derzeit in 300 verschiedenen Missionen der US-Armee zum Einsatz.

Bedenken wegen Datenschutz

Man vermutet, dass die Drohnen über eine Sicherheitslücke verfügen könnte, über die Angreifer die Kontrolle übernehmen könnte. DJI-Drohnen werden unter anderem auch von der Terrormiliz Islamischer Staat eingesetzt, beispielsweise um Granaten und Bomben abzuwerfen.

Experten und bekannte Drohnenblogs vermuten, dass man bereits über eine simple Google-Suche auf Daten wie Flugprotokolle, Fotos und Audio-Aufnahmen zugreifen könnte. Belege für die Behauptung lieferte man jedoch nicht. Um die Drohne verwenden zu können, muss man ein DJI-Konto erstellen, in dem derartige Daten gespeichert werden können.

Das Konto ist allerdings nicht zwingend für weitere Flüge erforderlich. Die Daten werden auf Servern in den USA und Hongkong gespeichert. Unklar ist, wie die Drohne beispielsweise im Offline-Modus verhindert, dass man in sogenannte No-Fly-Zonen vordringt.

Nutzer klagen über Abstürze der DJI Spark

Drohnenhersteller DJI hat mit der Spark eine pfiffige neue Mini-Drohne mit Gestensteuerung am Start . Doch nun beschweren sich User über Abstürze.

In den USA häufen sich Berichte von Nutzern mit technischen Problemen und Abstürzen der neuen Mini-Drohne Spark. Über das Online Forum für Kunden beim chinesischen Hersteller DJI haben sich schon mehrere Dutzend Eigner der Kleinst-Drohne über entsprechende Probleme beschwert.

Zudem kursieren zahlreiche Crash-Videos der Spark im Netz. Verschiedene Nutzer berichten davon, dass sich die Drohne aus dem Tracking-Modus verselbständigte und wegflog. Die Ursachen der vermeintlichen Probleme sind bis dato unbekannt. DJI hat die Berichte nicht kommentiert.

Bedienung und Steuerung mit Gesten

Das erstmals im Mai präsentierte, nur 300 Gramm schwere und 13 Zentimeter lange Fluggerät sorgte nicht nur wegen seiner Grösse für Schlagzeilen, sondern insbesondere auch aufgrund der Steuerung: Die Spark kann aus der Hand gestartet werden – ganz ohne Smartphone beziehungsweise Fernsteuerung setzt man die Spark auf die Handfläche und entlässt sie in die Lüfte.

Zudem lässt sich das putzig kleine Flugobjekt komplett mit Gesten steuern. Hersteller DJI nennt das «PalmControl». In diesem Modus werden Handbewegungen erkannt, die dann wiederum in Flugbewegungen umgesetzt werden können. So lassen sich bestimmte Manöver wie beispielsweise Rückwärtsfliegen oder auch Selfie-Aufnahmen ausführen.

Abheben mit der DJI Spark: Test der Mini-Drohne

Mit der Mavic Pro landete DJI einen Volltreffer: Die Drohne ist sehr kompakt, relativ günstig und dank zahlreicher Sensoren und Assistenzsysteme einfach zu fliegen. Dann tauchten erste Fotos und Videos einer noch kleineren Drohne mit dem Namen DJI Spark auf. Anschließend wurde es offiziell und der Drohnen-Hersteller präsentierte das neue Mini-Kamera-Fluggerät – und der Name ist tatsächlich Spark, also Funke.

DJI Spark mit Gesten steuern

Auf den ersten Fotos und Videos war schon deutlich zu erkennen, dass die Spark kleiner ist als die zusammengeklappte DJI Mavic ProUnd tatsächlich ist die sie kaum größer als ein Elektrorasierer. Die vier Ausleger für die Rotoren sitzen wie vermutet fest und sind nicht klappbar, die Propeller aber wie bei der Mavic Pro faltbar. Das Gewicht beträgt laut Hersteller 300 Gramm. Damit ist die Spark die leichteste Drohne des Herstellers, liegt aber knapp über der von Bundesminister Alexander Dobrindt in seinen neuen Regeln für meldepflichtige Drohnen festgelegten Gewichtsgrenze. Die Spark benötigt also eine Plakette mit dem Besitzernamen. Eine weitere Besonderheit neben den kompakten Abmessungen: Die Spark ist komplett mit Gesten steuerbar, ohne Smartphone-App und ohne Fernsteuerung. Das klappt gut über recht eingängige Hand- und Arm-Bewegungen – perfekt für das schnelle Video oder Foto zwischendurch. Nach dem Start aus der Hand folgt die Drohne dem ausgestreckten Arm, um in die richtige Position zu kommen. Auf Winken reagiert die Drohne mit einem Foto. Zum Landen hält man die Hand unter die Drohne und sie landet darauf – gewöhnungsbedürftig, aber ziemlich cool. Mehr braucht man für die Spark eigentlich auch gar nicht.

Die Smartphone-Steuerung per App ist recht langsam und macht nicht wirklich Spaß. Mit der optionalen Fernsteuerung klappt die Kontrolle des Flugs deutlich besser. In der Luft reagiert die Spark deutlicher als größere Drohnen auf den Wind und liegt nicht ganz so ruhig und stabil in der Luft wie etwa die Mavic. Ein paar neue Modi sind an Bord: Dronie (Spark fliegt rückwärts nach oben), Kreisen (kreist um ein Objekt), Helix (Spark fliegt spiralförmig aufwärts) und Rocket (senkrecht nach oben). In jedem Modus nimmt die Drohne automatisch ein zehn Sekunden langes Video auf. Neu sind auch ein Panorama-Modus, bei dem die Drohne wahlweise ein horizontales oder vertikales Panorama aufnimmt, und der ShallowFocus. Der stellt den scharfen Bereich in den Vordergrund und lässt den Hintergrund unscharf verschwimmen – wie man es etwa von DSLRs gewohnt ist. Kleine Drohne = kleiner Akku: DJI gibt eine Flugzeit von 16 Minuten an.

Wie auch immer DJI das geschafft hat: Die Spark ist ein echter Kracher, ultrakompakt, leicht zu steuern und mit rund 600 Euro erschwinglich. Das wird vermutlich viele Drohnen-Interessierte zu einem Kauf verleiten. Bei all der Euphorie bleibt nur zu hoffen, dass sich trotz der simplen Gestensteuerung alle Drohnen-Lenker an die geltenden Regeln halten und ihr Fluggerät eben nicht einfach überall starten lassen. Denn sonst kann schnell Schluss sein mit dem großen Drohnen-Spaß.

DJI-Drohnen: Russischer Hack erlaubt Flüge durch Verbotszonen

Eine russische Firma bietet Modifikationen für DJI-Drohnen an. Die heben Limitierungen des Herstellers auf und erlauben unter anderem das Entern von Sperrgebieten.

Flugdrohnen liegen voll im Trend, stellen in den Händen unvorsichtiger Nutzer aber eine Gefahr dar. Um diese einzuschränken, verpassen namhafte Hersteller wie DJI ihren Drohnen Limitierungen wie etwa Geschwindigkeits- und Höhenbeschränkungen. Zudem verhindern GPS-Sensoren, dass die Drohnen in Flugverbotszonen wie Flughäfen, Militäreinrichtungen oder anschlagsgefährdete Regionen eindringen. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme – die das russische Unternehmen Coptersafe nun bewusst aushebelt. Das bietet Modifikationen für DJI-Drohnen an, mit denen sich die Begrenzungen des Herstellers aufheben lassen.

Zum Preis von 350 US-Dollar pro Hack beseitigen Sie so etwa die Flughöhenbegrenzung von 500 Fuß – und werden damit zu einem potenziellen Hindernis für Passagierflugzeuge! Einem Medienbericht zufolge lässt sich über die Modifikation auch das GPS der Drohne gezielt austricksen. Das Resultat: Das Fluggerät erkennt Flugverbotszonen nicht mehr als solche und braust ungehindert drauf los. Die Mods sind sowohl als Hardware-Variante auf einer Platine als auch in einer Software-Version zum Download verfügbar. Von deren Einsatz sehen Sie allerdings besser ab. Das Umgehen der Sicherheitseinstellungen stellt ein hohes Risiko dar. Im schlimmsten Fall machen Sie sich bei der Drohnennutzung strafbar.

DJI Goggles: Brille ermöglicht Pilotenblick in Drohnen

DJI hat eine neue Brille für Drohnenpiloten angekündigt. Die DJI Goggles sind ein First-Person-View-System, das den Piloten während der Fahrt durch die Kamera seines Fluggeräts blicken lässt.

Die DJI Goggles beinhalten ein Display für jedes Auge. Wer eine Mavic Pro oder Phantom 4 mit den Goggles steuert, kann auch Flugfunktionen mit einem Touchpad auf der Seite der Brille ansteuern. Ansonsten muss die Drohnenfernbedienung genutzt werden.

Die DJI Goggles verwenden einen Strahlteiler, um ein Bild vor jedem Auge anzuzeigen. Pro Auge sollen 1.920 x 1.080 Pixel zur Verfügung stehen. Das Bild soll so wirken wie das eines 5,5 Meter großen Bildschirms in drei Metern Entfernung.

Durch das Ocusync-Funkübertragungssystem von DJI sollen maximal zwei DJI-Goggles mit einer Mavic-Pro-Drohne verbunden werden. Bei der Mavic Pro bietet DJI Goggles laut Hersteller sowohl 720p bei 60 fps als auch 1080p bei 30 fps mit einer Latenz von 110 Millisekunden.

Ein Touchpad, das in der Brille integriert ist, erleichtert den Zugriff auf das interne Menüsystem und soll Flugfunktionen wie Activetrack, Tapfly, Terrain Follow, Cinematic Mode und Tripod Mode aufrufen. Die DJI Goggles bieten Head Tracking, so dass die Drohnen Mavic Pro oder Phantom 4 mit Kopfbewegungen gesteuert werden können. Sowohl eine Giermöglichkeit des Fluggeräts als auch eine Kameraneigemöglichkeit sind vorhanden.

Alternativ kann die kardanische Aufhängung der Kamera über Kopfbewegungen gesteuert werden. Die Flugsteuerung wird dann mit der normalen Fernbedienung übernommen. Kombiniert mit dem Fixed-Wing-Modus kann die Mavic Pro wie ein Flugzeug geflogen werden. Der Pilot kann mit Hilfe von Kopfbewegungen praktisch aus dem Cockpit gucken.

DJI Goggles können mit der Mavic Pro über das Ocusync-Übertragungssystem schnurlos kommunizieren, während die Brille mit dem USB-Port der Fernsteuerung verbunden werden muss, wenn damit eine Drohne der Phantom-4-Familie und die Inspire 2 geflogen werden sollen. An den DJI Goggles kann über HDMI auch ein Videogerät angeschlossen werden, um Filme anzusehen.

Der Akku soll sechs Stunden Betrieb ermöglichen. Eine DJI Goggle soll rund 500 Euro kosten. Die Brille kommt am 20. Mai 2017 in den Handel.

DJI CrystalSky: Monitore ab sofort verfügbar

Nunmehr sind die hochwertigen DJI CrystalSky-Monitore erhältlich. Die FPV-Monitore des Herstellers DJI Innovations eignen sich vor allen Dingen für die professionelle Luftbild-Fotografie sowie Luftbild-Inspektion und fügen sich nahtlos in das DJI Ökosystem ein. Insgesamt drei Varianten – eine 5,5 Zoll große Variante und zwei 7,85 Zoll große Displays mit zwei unterschiedlichen Helligkeitsstufen – bietet DJI Innovations an. Preislich startet der CrystalSky-FPV-Monitor bei 549,- Euro.

Wichtigster Vorteil der DJI CrystalSky-Monitore gegenüber der Verwendung eines herkömmlichen Smartphones liegt in der hohen Displayhelligkeit, die die FPV-Monitore bieten. Damit sollen Blendungen beim Außeneinsatz – etwa durch direkte Sonneneinstrahlung – vermieden und eine bessere Lesbarkeit von Telemetrie- und FPV-Display gewährleistet werden. Die 5,5 Zoll sowie 7,85 Zoll große Variante kommt mit einer maximalen Helligkeit von 1000 cd/m² daher. Darüber hinaus bietet DJI Innovations eine weitere 7,85 Zoll große CrystalSky-Variante an, die mit einer Helligkeit von 2000 cd/m² aufwartet. Mit Auflösungen von jeweils 1920 x 1080 Pixeln (5,5 Zoll) bzw. 2048 x 1536 (7,85 Zoll) bieten die Displays HD-Auflösung.

Die Inbetriebnahme des DJI CrystalSky-Bildschirms ist mit zahlreichen DJI-Kameradrohnen und DJI Handheld-Gimbal möglich – egal ob DJI Phantom 4 (Standard, Advanced, Professional), DJI Phantom 3 (Advanced, Professional), DJI Matrice-Serie, DJI Osmo (außer Osmo Mobile) oder DJI Mavic Pro und DJI Cendence-Fernsteuerung. Die Verbindung zum Monitor wird je nach Gerät per WiFi oder per Controller-Anschluss (USB-Verbindung) hergestellt.

FPV-Display statt Smartphone: DJI-Zubehör à la Profi

Während bei den meisten DJI-Kameradrohnen ein Mobile Device zur Ansicht von FPV-Bildschirm und Telemetrie-Anzeige zum Einsatz kommt, kann bei Verwendung des DJI CrystalSky-Monitors auf ein solches Mobile Device verzichtet werden. Abgesehen von der höheren Bildschirm-Helligkeit sollen die FPV-Monitore von DJI deutliche Vorteile in Sachen Video-Decodierung bieten: Während herkömmliche Smartphones zumindest softwareseitig beschränkt sind, bietet der Decoder im CrystalSky-Bildschirm ein reibungsloses und für den Luftfilm-Anwendungsbereich optimiertes FPV-Erlebnis. DJI verspricht höchste Qualität bei der Ansicht von Echtzeit-Videos und eine minimale Latenz.

Weiterhin sind die DJI CrystalSky-Monitore mit einem integrierten Betriebssystem ausgestattet – die DJI GO- bzw. DJI GO 4-App ist direkt auf dem Bildschirm installiert. Somit soll im Vergleich zum Mobile Device ausgeschlossen sein, dass Junk- und Malware den reibungslosen Betrieb der Luftfilm-Applikation stört. Die im Bildschirm eingebettete DJI GO- und DJI GO 4-App beinhaltet dabei weiterhin die vielfältigen Funktionen sowie Features als auch die intuitive Benutzeroberfläche, wie sie auch im Rahmen der iOS- und Android-Version geschätzt werden. Features wie Telemetriedaten, FPV-Display, Kamerasteuerung, Bildmaterial- und Footage-Management oder Playback-Funktionen sind auch hier verfügbar. Kartenmaterial ist dank Offline-Funktion auch dann verfügbar, wenn eine aktuelle WLAN-Verbindung nicht verfügbar ist.

Externer Zwei-Zellen-Akku mit 4.920 mAh

Abgesehen vom internen Akku können die DJI CrystalSky-Monitore mit einem externen, 4.920 mAh starken Zwei-Zellen-Akku bestückt werden. Dadurch ergibt sich im Vergleich zu herkömmlichen Smartphones eine längere Betriebszeit. Der externe Akku unterstützt Quick Charging und sorgt bei den 7,85 Zoll und 5,5 Zoll großen Bildschirmen für eine Betriebszeit von jeweils 4 bis 5 Stunden bzw. 5 bis 6 Stunden.

Neues von DJI: Die Matrice 200 (M200) wird vorgestellt

Diese Drohne soll für den Profianwender konzipiert worden sein und wir voraussichtlich zwischen April und Juni 2017 in Europa erhältlich sein. Dieses DJI Modell kann gleichzeitig 2 Kameras je auf einem Gimbal transportieren, ausserdem soll es auch möglich sein, eine Kamera zu. Das Fluggerät richtet sich primär an professionelle Nutzer, die nach einem robusten Quadcopter mit vielen Funktionen suchen. Laut Hersteller eignet sich die Drohne ideal für Inspektionen, Überwachungsaufgaben oder Rettungsmissionen.  Durch zwei verbaute Akkus kann die Drohne bis zu 32 Minuten lang in der Luft bleiben. Fällt eine Batterie aus, übernimmt die zweite den Flugbetrieb. Die Reichweite gibt der Hersteller mit sieben Kilometern an. Beachtliche Werte, da die Drohne bis zu zwei Kilogramm Nutzlast transportieren kann. Hindernisse erkennt die Drohne durch verbaute Sensoren automatisch, durch ADS-B (Automatic Dependent Surveillance-Broadcast) sieht der Quadcopter zusätzlich, ob sich gerade ein Flugzeug in der Nähe befindet.

Der Drohnenmarkt ist fest in chinesichen Händen

Erste Drohnenhersteller gehen Pleite – andere haben große Umsatzsteigerungen!

Der Drohnen-Markt ist hart umkämpft. Neben dem Platzhirsch DJI aus China bleibt wenig Platz, mehrere Hersteller geraten jetzt ins Straucheln. Doch das Schlimmste kommt erst noch.
 Der Kampf um Marktanteile im Geschäft mit Drohnen zeigt erste Opfer. Offenbar gelingt es nur wenigen Herstellern, den Drohnentrend in bare Münze umzuwandeln. Der französische Hersteller Parrot plant, 290 Stellen zu streichen. Damit muss jeder dritte Mitarbeiter gehen, der sich bei Parrot um Drohnen kümmert. Der Umsatz brach zuletzt um 15 Prozent ein. Auch anderen Anbietern geht die Puste aus. Lily Robotics hat angekündigt, seine Pläne für eigene Drohnen aufzugeben. Das Start-up aus San Francisco hatte für seinen wasserdichten Quadrocopter bereits mehrere Zehntausend Besteller gewinnen können, die je 500 Dollar bezahlt haben. Nun will Lily 34 Millionen Dollar zurückzahlen, die für Vorbestellungen eingegangen sind. Offenbar unterschätzen viele Hersteller den Markt. Zwar hatte der US-Hersteller 3D Robotics mit seinem Solo-Quadrocopter Erfolge bei Kritikern gefeiert, jedoch schaffte er es nicht, damit Geld zu verdienen. Zu teuer waren seine Geräte im Vergleich zur Konkurrenz. Auch 3D Robotics musste Mitarbeiter entlassen und seine Produktion nach China verlagern. Nun zielt der Hersteller vor allem auf Profikunden, die ihre Drohnen gewerblich nutzen. Bereits 2014 hatte Zano für eine Mini-Kamera-Drohne auf dem Crowdfunding-Portal Kickstarter 2,3 Millionen britische Pfund einsammeln können und war damit das seinerzeit erfolgreichste europäische Kickstarter-Projekt. Doch die Produktion verzögerte sich, und es gab Schwierigkeiten bei der Herstellung der Drohne. Zwar wurden einige Geräte ausgeliefert, doch im November 2015 musste auch Zano aufgeben. Ähnlich ging es dem Kickstarter-Projekt Dragonfly, das ursprünglich 1,1 Millionen US-Dollar einsammeln konnte. Selbst finanzstärkere Unternehmen haben ihr Geschäft mit den Drohnen nicht im Griff. Nachdem mehrere Karma-Drohnen des Action-Camera-Herstellers GoPro wegen Batterieproblemen Ende vergangenen Jahres vom Himmel fielen, musste das Unternehmen seine Geräte sogar zurückrufen. Für das Unternehmen eine kleine Katastrophe, hatte sich der Aktienkurs doch allein im vergangenen Jahr halbiert. Karma sollte dem Unternehmen wieder Schwung geben. Auf der CES im Januar kündigte GroPro nun einen Drohnenneustart für dieses Jahr an. Drohnen gehörten im vergangenen Jahr zu den am meisten verkauften Produkten in der Weihnachtszeit. Bereits vor Weihnachten schätzte die Deutsche Flugsicherung die Zahl der Drohnen in Deutschland, die privat genutzt werden, auf 400.000. Inzwischen dürften es mehr als eine halbe Million Geräte sein.

Wachstum hat Zenit überschritten

Vor allem Quadrocopter – das sind Drohnen mit vier Propellern – lassen sich leicht fliegen, was immer mehr Nutzer anzieht. Einige der Geräte starten und landen auf Knopfdruck und führen automatische Flugbewegungen aus. Dabei nutzen sie immer mehr Sensoren. Im vergangenen Jahr bauten einige Hersteller auch Sicherungen ein, sodass einige Drohnen automatisch stoppen, wenn sie auf ein Hindernis zusteuern. Ein Großteil der Drohnen ist mit hochauflösenden Kameras ausgestattet, die während des Fluges stabilisiert werden und so verwackelungsfreie Fotos und Videos aus der Luft liefern. Die Marktforscher von Gartner erwarten, dass der Markt der Drohnen für Privatnutzer bis 2020 auf weltweit 4,6 Milliarden Dollar ansteigt. Wenn Drohnen gewerblich eingesetzt werden, wozu beispielsweise Feuerwehren oder Landwirte zählen, erreichen dann einen Umsatz von 6,6 Milliarden Dollar. Allerdings hat das rasante Wachstum der Verkaufszahlen bereits 2015 seinen Zenit überschritten. 2015 stieg der Absatz der Drohnen den Gartner-Zahlen zufolge um fast 150 Prozent. Im vergangenen Jahr lag das Wachstum noch bei 60 Prozent. Bis 2020 wird es sich auf knapp 19 Prozent abschwächen. Doch damit gehören Drohnen weiterhin zu den am stärksten wachsenden Sparten der Unterhaltungselektronik. Längst haben sie die Smartphones als Wachstumstreiber abgelöst, deren Absatz annähernd stagniert.

Einfache Drohnen kosten weniger als 100 Euro

Tatsächlich werden Drohnen immer günstiger, nicht zuletzt, weil sie zu einem Großteil auf Technologien zurückgreifen, die auch in Smartphones verwendet werden, darunter Neigungssensoren und die GPS-Satellitenortung. Inzwischen sind einige dieser Geräte bereits für weniger als 100 Euro zu haben. Damit wächst der Druck auf die Unternehmen. Parrot hat als Grund für sein Straucheln am Markt angegeben, dass die Margen bei Drohnen für Privatnutzer zu gering sind, um für ein mittel- und langfristig profitables Wachstum zu sorgen. Insbesondere der chinesische Marktführer DJI drückt die Preise. Im Abstand von wenigen Monaten stellt der Hersteller immer wieder neue Modelle vor und reduziert die Preise nach sechs bis acht Monaten wieder. Im Unterschied zu den meisten Konkurrenten sitzt DJI in Shenzhen und damit in unmittelbarer Nähe zu seinen chinesischen Zulieferern. Weil DJI dort in eigenen Fabriken produziert, kann das Unternehmen schneller agieren als viele andere Drohnen-Hersteller. Mit seiner „Phantom“ hat das Unternehmen schon 2013 eine Drohne eingeführt, die gleich nach dem Auspacken flugbereit war. Konkurrenten hatten zu dieser Zeit fast ausschließlich Geräte im Angebot, die erst zusammengebaut werden mussten. Die neuste Drohne von DJI ist die Mavic Pro, die sich zusammenklappen lässt und somit in jeden kleineren Rucksack passt. Die gute Zusammenarbeit zwischen DJI und GoPro dürfte nun auch Vergangenheit sein. Die ersten Phantom-Modelle wurden noch ohne Kamera verkauft. Viele Drohnenpiloten griffen daher zu den Action-Cameras von GoPro, die sie an ihre Phantom anbrachten. Inzwischen verkauft DJI seine Drohnen mit eigenen Kameras. Das Unternehmen wächst rasant. Beobachter gehen davon aus, dass DJI einen Marktanteil von gut zwei Dritteln hält. Seit September 2015 hat sich die Zahl der Mitarbeiter auf 7000 verdoppelt. Der DJI-Umsatz ist allein 2015 um 100 Prozent gestiegen. Auch im vergangenen Jahr dürfte das Wachstum hoch zweistellig gewesen sein. Zahlen veröffentlicht das Unternehmen nicht, da es nicht an der Börse notiert ist. Inzwischen muss sich DJI aber auch Konkurrenten aus China stellen. Zuletzt hatte sich auch der erfolgreiche Smartphone-Hersteller Xiaomi zu den Drohnenwettbewerbern gesellt und bietet seinen Quadrocopter Mi Drone mit Kamera für weniger als 400 Euro an.

Immer mehr Drohnen in Flughafennähe gesichtet

Die zunehmende Verbreitung von Drohnen führt jedoch auch zu Missbrauch. Es kommt immer wieder zu Zwischenfällen, bei denen Drohnenpiloten sich nicht an die Gesetze halten. So ist es verboten, in unmittelbarer Nähe von Flughäfen zu fliegen. Die Zahl der Sichtungen durch Flugzeugpiloten im Start- oder Landeanflug steigt jedoch nach Angaben der Deutschen Flugsicherung. Darüber hinaus häufen sich auch die Abstürze und Kollisionen mit Gebäuden. „Diese Unfälle werden immer mehr Länder dazu zwingen, die Drohnennutzung einzuschränken, was wiederum eine negative Auswirkung auf die Gesundheit des Drohnenökosystems haben wird“, heißt es in einer Drohnenstudie der Marktforscher von Gartner. Wie stark sich künftig die zunehmende Regulierung von Drohnenflügen auswirkt, ist noch nicht klar. In den USA müssen Drohnen inzwischen registriert werden. Eine EU-weite Regulierung dürfte es spätestens im kommenden Jahr geben. Einzelne Länder in Europa preschen schon vor. Auch Deutschland plant strengere Regeln. Öffentlich wollen sich die Hersteller nicht zu ihren Erwartungen äußern. Doch in vertraulichen Gesprächen gehen sie von einem „Drohnenknick“ aus.