Drohnenführerschein in Deutschland

Die deutsche Bundesregierung hat einen Drohnenführerschein beschlossen. Grund: Es gibt zur Zeit ca. 400.000 Drohnen in Deutschland und diese Zahl wird in Zukunft stark ansteigen. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl nach jüngsten Prognosen sogar auf rund 1,1 Millionen steigen. Dieser neue Führerschein wird die jetzige Lücke schliessen, denn es gibt keine gesetzlichen Vorschriften für Drohnenbesitzer und Piloten. Der Führerschein beinhaltet eine Kennzeichnungspflicht jeder Drohne und sieht Flugverbote vor.

Für die Deutsche Flugsicherung (DFS) sind Drohnen ein „Alptraum“. Sie sind nämlich auf dem Radar nicht sichtbar, und Flugzeuge können nicht vor einem drohenden Zusammenstoß gewarnt werden. Bislang ist im deutschen Luftraum noch nichts passiert, doch im vergangenen Jahr wurden der DFS von Piloten 64 gefährliche Annäherungen gemeldet – fast fünfmal so viele wie im Jahr zuvor. Zudem stürzen immer wieder Drohnen ab und gefährden so Menschenleben. Im vergangenen November wurde etwa im Münchner Olympiapark eine Familie mit zwei Kindern nur knapp verfehlt.

Welche Regeln wird es künftig geben: Maximal-Flughöhe von 100 Metern. Drohnen dürfen grundsätzlich nur in Sichtweite des Piloten fliegen. Über besonders sensiblen Gebieten – etwa in der Nähe von Flughäfen oder Regierungsgebäuden – gilt ein absolutes Flugverbot. Auch der Überflug von Wohngebäuden wird untersagt.  Bei Drohnen ab einem Gewicht von zwei Kilo wird darüber hinaus ein „Kenntnis-Nachweis“ erforderlich – wer keine gültige Pilotenlizenz besitzt, muss dafür eine Prüfung bei einer staatlich anerkannten Stelle ablegen oder durch einen Luftsportverband eingewiesen werden. Große Drohnen ab einem Gewicht von fünf Kilo benötigen sogar eine spezielle „Aufstiegserlaubnis“ der jeweiligen Landesluftfahrtbehörde.

Drohnen Projekt Lily: Start-Up wird geklagt

2015 wurde die Selfie-Drohne Lily Camera vorgestellt und in einer Crowdfunding-Kampagne von 60.000 Vorbestellern vorfinanziert. Nun stellt sich heraus, dass die Drohne nie erscheinen wird. Das mussten die Macher der Selfie-Drohne enttäuschten Vorbestellern mitteilen, nachdem diese 34 Millionen Dollar für die Entwicklung der Drohne vorgestreckt hatten. Die Crowdfunding-Unterstützer wollen das Start-up hinter der Drohne nun verklagen.

 

Korallenriffe werden mit Drohnen untersucht

Ein internationales Team für Marine Tropenforschung verwendet neuerdings Drohnen, um den Zustand, Größe und Artengliederung von Korallenriffen zu kontrollieren. Zur Untersuchung von Meeresökosystemen von oben wurden bisher hauptsächlich Satellitenaufnahmen genutzt. Drohnen kamen dagegen kaum zum Einsatz, dabei bietet der Überblick aus der Vogelperspektive große Vorteile: so lässt sich ein Korallenriff mit seinen strukturellen Eigenschaften breitflächig erfassen, wo sonst Taucher in tagelanger Mühsal Daten unter Wasser aufnehmen müssten. Dabei fliegen die Drohnen 30m über dem Wasserspiegel und machen alle 2-3 Sekunden ein Bild. Mehrere hundert Bilder werden anschliessend in einem speziellen 3-D Programm zusammen gefügt und es wird ein 3-D Modell erstellt. Mit Hilfe dieses Modells lassen Sie alle wichtigen Daten des Riffs auswerten. Mit dieser Methode können die Forscher enorm viel Zeit und Geld einsparen.

Deutschland will strengere Drohnengesetze

Immer häufiger kommt es in Deutschland zu ernsthaften Zwischenfällen mit Drohnen und Passagierflugzeugen. Deshalb will man nun einheitliche strengere Drohnengesetze nach österreichischem Muster schaffen. Geschätzt eine halbe Million Drohnen unterschiedlichster Größe fliegt bereits am deutschen Himmel. Bei Privatleuten beliebt sind sogenannte Multikopter, die mit Kameras ausgestattet und mit dem Handy bedient werden können. Nicht selten kommt es dabei zu gefährlichen Situationen. So stieß im November eine zwei Kilo schwere Drohne gegen den Münchner Fernsehturm, stürzte aus 180 Meter Höhe zu Boden und schlug direkt neben einer vierköpfigen Familie auf.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat daraus die Konsequenzen gezogen und strenge Vorschriften für den Betrieb von Drohnen erlassen. In der nächsten Woche will er seine Ministerkollegen im Bundeskabinett über seine Drohnen-Verordnung informieren. Das 36-seitige Papier mit dem Titel „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ liegt dieser Redaktion vor. Darin ist festgeschrieben, dass die ferngesteuerten Fluggeräte generell nur noch maximal 100 Meter hoch fliegen dürfen, es sei denn, sie bewegen sich über einem Gelände, „für das einem Luftsportverein eine allgemeine Erlaubnis zu Aufstieg von Flugmodellen erteilt“ worden ist.

Außer der generellen Flughöhe sieht die Verordnung weitere Flugverbote vor, um Abstürze, Unfälle und Eingriffe in die Privatsphäre anderer Bürger zu vermeiden. Tabu sind beispielsweise Flüge über Menschenmengen und über den Einsatzorten von Polizei und Rettungsdiensten. Auch über Industrieanlagen und Gefängnissen herrscht ein Flugverbot, ebenso über Ministerien, Parlamenten und anderen Behörden. Gesperrt ist auch der Luftraum über Bundesstraßen und Bahngleise. In allen diesen Fällen gilt außerdem, dass die Drohne einen seitlichen Abstand von 100 Metern einhalten muss.

Damit Nachbarn sich nicht gegenseitig belästigen, dürfen die Geräte nicht über Wohngrundstücken fliegen. Dieses Verbot gilt bereits ab 250 Gramm Gewicht und, so steht es in der Verordnung, wenn die Drohnen „optische, akustische oder Funksignale empfangen, übertragen oder aufzeichnen können“.

Stimmt der Grundstückseigentümer zu, gilt das Verbot natürlich nicht. Drohnen mit bis zu fünf Kilo Gewicht müssen „in Sichtweite“ betrieben werden. Drohnen mit mehr als 25 Kilo Gewicht sind ganz verboten. Ausnahmen sollen aber möglich sein – zum Beispiel für die Land- oder Forstwirtschaft.

Führerschein für den Drohnenflug

Wer eine mehr als zwei Kilo schwere Drohne starten lassen will, muss ab dem 1. Oktober 2017 mindestens 14 Jahre alt sein und eine Art Führerschein haben. Konkret geht es um eine „Bescheinigung“ über Kenntnisse in den Bereichen Navigation, Luftrecht und Flugbetrieb. Jeder „anerkannte Luftsportverband“, so heißt es in der Verordnung, soll das „formlos“ bestätigen können. Die Bescheinigung ist fünf Jahre gültig.

Wer sein „Flugmodell“ – so heißen hobbymäßig betriebene Drohnen im Amtsdeutsch – auf einem Modellflugplatz starten lässt, braucht keinen Führerschein. Gewerbsmäßige Drohnen-Piloten dagegen müssen mindestens 16 Jahre alt sein und eine Prüfung bei einer „vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle“ ablegen. Auch diese Bescheinigung gilt fünf Jahre.

Damit bei Unfällen und Schäden der Besitzer einer Drohne festgestellt werden kann, muss jedes Exemplar, das mehr als 250 Gramm wiegt, eine feuerfeste Plakette haben. Darauf müssen Name und Adresse des Besitzers stehen. Bisher gilt diese Pflicht für Drohnen ab fünf Kilo. Ein Register über die in Deutschland fliegenden Drohnen soll es nicht geben.

Ohne die neuen Regelungen könnte der Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen eine zunehmende Gefahr“ darstellen, heißt es in der Verordnung. Der Bundesrat muss den Vorschriften in den nächsten Wochen noch zustimmen.

Google: Doch keine Internetverbreitung durch Drohnen

Vor 3 Jahren setzte sich Google zum Ziel, das Internet in entlegene Dörfer mit Hilfe von Drohnen bringen zu wollen. Jetzt stampfte der Konzern diese Idee ein und setzt stattdessen auf Ballons. Somit ist das als „Titan“ bezeichnete Drohnenprojekt Geschichte. Damit zeigt sich, dass Google – übrigens ähnlich wie Facebook – die technische Komplexität der Thematik offensichtlich unterschätzt hat. Die beiden Großkonzerne haben sich schon vor Jahren zum Ziel gesetzt, das Internet auch in entlegene Weltregionen zu bringen. Und dies, davon sind sowohl Google als auch Facebook überzeugt, geht am einfachsten aus der Luft. Kurz zuvor erwarben sowohl Google, als auch Facebook noch Firmen zur Drohnenentwicklung.

Pentagon meldet erfolgreichen Test von Drohnenschwarm

Das amerikanische Verteidigungsministerium hat zum ersten Mal den gleichzeitigen Einsatz von mehreren 100 Minidrohnen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erfolgreich getestet. Die programmierte künstliche Intelligenz steuert die Drohnen wie ein Vogelschwarm und stimmt jede Drohne auf das Verhalten der anderen Drohnen zueinander ab. Für welchen späteren Einsatz diese Tests gemacht werden, wurde nicht verraten, man kann jedoch vermuten, dass es bald eine neue Methode der Kriegsführung und Waffensysteme geben wird.

„Flying Magic Cleaner“ reinigt Luft in eigenen vier Wänden

In Las Vegas wurde eine Drohne entwickelt, die Staub, Pollen und andere schädliche Partikel aus der Luft filtert. Die Drohnen ist für den Einsatz in den eigenen vier Wänden konzipiert worden. Die Entwicklungen sollen bald abgeschlossen sein und das neuartige Gerät wird im ersten Halbjahr 2017 auf verschiedenen Messen weltweit vorgestellt. Öffentliche Einrichtungen wie Schulen habe sich bereit erklärt, den Flying Magic Cleaner zu testen.

Grazer entwickeln Drohnen-Fallschirm

Das Grazer Start-up Unternehmen Drone Rescue entwickelt einen neuartigen Drohnen Rettungsfallschirm, damit der Umgang mit Drohnen noch sicherer wird. Dabei überwachen Algorithmen und Sensoren den Drohnenflug und lösen bei Absturzgefahr einen Fallschirm aus, damit das Flugobjekt sicher landen kann. Der Marktstart für das Drone-Rescue-System ist für das dritte Quartal des laufenden Jahres geplant. Die Kosten sollen sich im vierstelligen Bereich bewegen. Als Kunden hat das Start-up kommerzielle Drohnenbetreiber im Visier. Derzeit finden Betatests mit dem Rettungssystem statt, Tester und Referenzkunden werden noch gesucht.

Minensuche mit Hilfe von Drohnen

Ein Deutscher und ein Schweizer wollen in dem ernannten Forschungsprojekt FindMine spezielle Drohnen entwickeln, mit denen es möglich ist, über Minengebiete zu fliegen und dabei die Minen zu orten. Ihre Drohne soll dabei über verminte Gebiete fliegen und den Boden mittels Radarsensoren nach Sprengkörpern abscannen – kostengünstig und sicher aus der Vogelperspektive. Mit der Hilfe von Drohnen kann man nun auch viel größere Flächen absuchen. Eine grosse Herausforderung bei diesem Projekt ist die Entwicklung des Radars, welches ein geringen Gewicht haben muss, denn die Drohne kann nur mit wenig Gewicht beladen werden.

Vermisstenanzeige

In Berlin hat eine Drohneneigentümer eine Vermisstenanzeige abgegeben und sämtliche Bäume und Strassenmasten in dem Stadtteil mit einem Zettel beklebt, in dem er auf die vermisste Drohne verweist und eine Belohnung für den Finder verspricht. Die Polizei in Österreich hätte damit wohl keine Freude, denn der Betrieb von Drohnen ist ohne Betriebsbewilligung durch die Luftfahrtbehörde nicht erlaubt und in städtische Gebieten nur unter speziellen Auflagen möglich.

Mehr dazu unter www.drohnenbewilligung.at