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Was Drohnen-Piloten im Urlaub wissen müssen

Gar nicht so leicht, sich heute noch von der Flut an Urlaubsfotos abzuheben. Drohnen machen es möglich. Doch wer sie nutzt, sollte die Gesetze des Reiselandes kennen. Bei Verstößen drohen bis zu 30 Jahre Haft.

Wer eine Drohne mit auf Reisen nehmen möchte, sollte sich zuvor aber unbedingt darüber informieren, was im Urlaubsland erlaubt ist. Denn weltweit gelten unterschiedliche Vorschriften für die Nutzung der Fluggeräte.

In welchen Ländern der Einsatz von Drohnen erlaubt ist, und welche Strafen bei Verstößen drohen, zeigt der Reise- und Drohnenblog my-road.de. Auf ihm sind die Drohnengesetze in 135 Staaten übersichtlich zusammengestellt. Dabei wird in den meisten Ländern zunächst nach dem Verwendungszweck unterschieden. Wer sein Fluggerät ausschließlich zu Zwecken des Sports oder der Freizeitgestaltung nutzt, fällt unter die Bestimmungen für private Nutzer. Für alle anderen Anwendungsfälle gelten die Auflagen für gewerbliche Piloten.

Viele Urlaubsländer fordern Genehmigungen

Um Drohnen überhaupt zu privaten Zwecken nutzen zu dürfen, müssen in vielen beliebten Urlaubsländern zunächst bürokratische Hürden genommen werden. In den USA etwa muss eine Drohne bei der FAA online als Modellflieger (Section 336) registriert werden. Die Kosten für das Verfahren liegen bei fünf Dollar.

Bis zu 30 Jahre Haft möglich

Auf die leichte Schulter nehmen sollte man diese Gesetze nicht. Denn ein Verstoß kann drastische Sanktionen nach sich ziehen. Es empfiehlt sich daher unbedingt, sich vorab mit der Rechtslage im Urlaubsland vertraut machen. Auch in Deutschland muss mit einer Strafe von bis zu 50.000 Euro rechnen, wer gegen die Drohnenverordnung verstößt.

Im vergangenen Jahr wurden rund 40.000 Drohnen in Österreich verkauft. Viele Drohnen-Neulinge wissen nicht, dass es genaue Vorgaben darüber gibt, wann, wie und wo geflogen werden darf.

Rechtliche Bestimmungen kennen

Vor allem Drohnen-Neulinge sollten sich über die Rechtsvorschriften informieren. Vielen Drohnennutzern ist es nicht bewusst, dass es auch für sie klare rechtliche Bestimmungen gibt. Diese zu kennen und zu beherzigen ist eine wesentliche Voraussetzung für ein gemeinsames und sicheres Miteinander im Luftraum.

Wichtige Experten-Tipps

  • Betrieb nur in Sichtweite – der Pilot muss die Drohne permanent sehen können.
  • Nähert sich ein bemanntes Luftfahrzeug, unverzüglich die Drohne landen. Diese erst wieder in Betrieb nehmen, wenn es außer Sicht- und Hörweite ist.
  • Den Anspruch auf Datenschutz und Privatsphäre Dritter respektieren. Kein Überfliegen von Menschenansammlungen und dicht besiedelten Gebieten.
  • Bei Farbgebung und Beleuchtung der Drohne auf bestmögliche Erkennbarkeit für andere Teilnehmer am Luftverkehr achten.

Drohne in der Nähe des Flughafens Wien beobachtet

SCHWECHAT. Beim Landeanflug auf den Airport Wien in Schwechat haben Passagiere und Besatzung zweier Linienmaschinen am Samstag eine Drohne beobachtet.

Die Piloten verständigten über Funk die Fluglotsen der Austro Control, bestätigte Sprecher Markus Pohanka einen entsprechenden Zeitungsbericht. Ein Polizeihubschrauber stieg auf. Der Besitzer der Drohne konnte laut Exekutive nicht ausgeforscht werden.

Die Drohne wurde von den Insassen der Flugzeuge von AUA und Air Baltic am Samstag gegen 9.00 Uhr in der Gegend von Trautmannsdorf an der Leitha und Margarethen am Moos (Bezirk Bruck a.d. Leitha), rund sechs Kilometer von der Landebahn entfernt, gesichtet. Rund um den Airport herrsche „absolutes Drohnen-Flugverbot“, betonte Pohanka. „So etwas ist kein Bagatelldelikt“, erklärte der Austro-Control-Sprecher.

Bei vorsätzlicher Gefährdung der Sicherheit der Luftfahrt drohen bis zu zehn Jahre Haft. Außerdem müssten Drohnen bewilligt werden, sonst wären laut Pohanka Verwaltungsstrafen bis zu 22.000 Euro.

Stiftung Warentest rät von Billig-Drohnen ab

Fliegen und filmen: Quadrocopter sind beliebte Gadgets, die auch gern verschenkt werden. Doch Qualität hat offenbar ihren Preis, zeigt ein Test der Stiftung Warentest. Eine Funktion scheint besonders wichtig.

„Kaum kontrollierbar“, „schlechteste Flugeigenschaften“, „stürzt regelmäßig ab“: Mit der Hobby-Drohne Tercel Cradle Head FPV von Amewi geht die Stiftung Warentest  hart ins Gericht. Für vergleichsweise günstige 193 Euro bietet der kleine Quadrocopter offenbar kein befriedigendes Flugerlebnis, ähnlich wie zwei andere Drohnen derselben Preisklasse. Das ist eine schlechte Nachricht für alle, die einen preiswerten Einstieg in das Hobby suchen.

Zehn Quadrocopter mit Fokus aufs Fliegen und Filmen haben die Profi-Tester für ihr Heft 12/2017 ausprobiert. Den besten Eindruck hinterließ dabei das mit 1940 Euro teuerste Testobjekt namens DJI Phantom 4 Pro+.  Auf Platz zwei des Zehner-Vergleichs landete das 1100 Euro Modell Mavic Pro, das von derselben chinesischen Firma stammt. Beide DJI-Drohnen wurden mit „sehr gut“ bewertet.

Drei Drohnen anderer Hersteller, namentlich die GoPro Karma, Parrot Bebop 2 FPV und Yuneec Typhoon Q500 4K schnitten immerhin mit „gut“ oder „befriedigend“ ab. Schnäppchen sind jedoch auch diese Modelle nicht

Zur Bebop 2 FPV, der mit 535 Euro am wenigsten teuren Drohne der drei, heißt es: „fliegt gut, fotografiert mau.“ Außerdem wird das Gerät für die unverschlüsselte Übertragung von Nutzerdaten kritisiert.

Die „günstigste Drohne für gute Videos“ sei das Yuneec-Gerät für 720 Euro, findet die Stiftung Warentest letztlich – auch, weil zwei Modelle aus den Häusern Jamara und Revell für 280 beziehungsweise 240 Euro im Test nur mit „ausreichend“ abschneiden.

Navigation ist wichtig

Allgemein raten die Tester klar zu Drohnen mit GPS-Funktion, die Stiftung Warentest spricht von einem eingebauten „Navi“. „Mit den Drohnen ohne Navi ist kein Staat zu machen“, heißt es im Bericht. „Die Modelle ohne Satellitenunterstützung driften stets irgendwohin ab – selbst bei Windstille.“

 Alle drei Testobjekte, die keine Navigation eingebaut haben – darunter das eingangs erwähnte Amewi-Modell, die Conrad-Drohne Reely Black R7 2.0 FPV WiFi RTF und Symas X8HW – landen beim Endergebnis „ausreichend“ oder „mangelhaft“.

Beim Drohnenkauf scheint es sich also zu lohnen, auf ein teures, gutes Modell zu sparen, statt sich mit einem billigen, aber wenig leistungsstarken Gerät herumzuärgern, das etwa schlechte Aufnahmen macht oder gar beim Fliegen außer Kontrolle gerät.

Immer mehr Drohnen-Vorfälle gemeldet

Wenn eine Drohne in ein Flugzeugtriebwerk gerät, drohen tödliche Unfälle. Bislang gab es noch kein solches Unglück. Aber die Gefahr steigt stetig – wie die neuen Zahlen der Deutschen Flugsicherung zeigen. Flugzeugpiloten werden im deutschen Luftraum immer häufiger durch Drohnen behindert. Nach Zahlen der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt meldeten Piloten im Umfeld großer Flughäfen bis Ende August 60 Zwischenfälle. Im gesamten Vorjahr gab es 64 Vorfälle, 2015 waren es 14. Zunächst hatte die „Rheinische Post“ (Mittwoch) über die Zunahme der Zwischenfälle mit Drohnen berichtet. Kollisionen gab es bislang noch nicht. Demnach wurden die meisten Behinderungen im Großraum des Frankfurter Flughafens gemeldet. Dort gab es in diesem Jahr bereits elf Vorfälle. Die Piloten im Raum Berlin-Tegel meldeten neun Behinderungen durch Drohnen, in Düsseldorf wurden fünf gemeldet. An anderen großen Flughäfen wurden drei oder weniger Vorfälle bekannt.

„Wir haben hier ein radikal zunehmendes Problem und rechnen für das gesamte Jahr mit einer Verdopplung der Behinderungen gegenüber dem Vorjahr“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheurle. Drohnen müssten für die Flugsicherung sichtbar gemacht werden. Bisher sind Hobby-Drohnen für das Radar nicht zu erkennen.

Mit der im April verabschiedeten Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums müssen auf bestimmten Drohnen Name und Anschrift des Halters auf einer feuerfesten Plakette vermerkt sein. Pilotenvertreter und DFS fordern aber ein zentrales Register und die Ortung von Drohnen per Chip, auch um Haftungsfragen bei Schäden zu klären.

„Jeder Zwischenfall mit einer Drohne ist einer zu viel“, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, der Deutschen Presse-Agentur. Wenn eine Drohne die Cockpitscheibe eines Flugzeugs durchschlage oder in ein Triebwerk gerate, hätte das potenziell tödliche Auswirkungen. Wahl befürchtet zudem, dass die Dunkelziffer der Vorfälle deutlich höher sei. Oft seien sich Piloten nicht zu 100 Prozent sicher, ob sie tatsächlich eine Drohne gesehen hätten und sähen deswegen von einer Meldung ab.

Nach Schätzungen der DFS wird es Ende des Jahres knapp eine Million Drohnen in Deutschland geben. Damit deren Besitzer immer wissen, ob und wo sie ihr Fluggerät aufsteigen lassen können, hat die DFS eine App aufgelegt. Einmal mit allen nötigen Daten rund um die Drohne gefüttert, zeigt sie auf detaillierten Karten an, ob am gewünschten Ort geflogen werden darf. Sichtbar sind generelle Verbotszonen wie etwa im Berliner Regierungsviertel, aber auch lokale Verbotszonen – etwa über und rund um Polizeiwachen, Krankenhäuser oder Botschaften.

Dabei stellt die App detailliert dar, welche Bestimmungen der Drohnenverordnung erfüllt oder eben nicht erfüllt sind. Das soll laut DFS auch dabei helfen, die komplizierten Regeln zu lernen. Über das Menü können weitere nützliche Hinweise, Wetterinformationen und Kontaktdaten von Behörden abgerufen werden.

Unbekannte Drohne über dem Vatikan führt zu Terror-Alarm

In Italien, aber auch im Vatikan herrscht eine hohe Sicherheitsstufe. Die Gefahr eines islamistischen Terrorangriffs wird von den Sicherheitsexperten sehr ernst genommen. Am Samstag löste eine nicht identifizierte Drohne über dem Vatikan Alarm aus.

Ein kleines Flugobjekt, eigentlich von der Größe eines Spielzeugs, ließ in der Stadt am Tiber alle Antiterror-Sicherheitsstufen auf Rot schalten. Den Alarm löste eine Carabinieri-Streife am frühen Morgen aus. Sie hatten eine Drohne in der „no fly zone“ nahe dem Petersdom gesichtet. Die Antiterror-Alarmstufen wurden nach Protokoll aktiviert. Ein Hubschrauber der Polizei stieg auf, um den Stadtteil Borgo von oben zu sichern. Als die Drohne auf dem Dach eines Hauses innerhalb des Stadtteils landete und Identifizierungen von Drohnen-Besitzer und Hausbesitzer durchgeführt werden sollten, konnte ersterer nicht ausfindig gemacht werden. Der Alarm wurde dennoch beendet. Das Haus, wo die Drohne landete, liegt nur einen Steinwurf vom Petersplatz entfernt. Die Ermittler gehen von der Drohne eines Touristen aus, der Photo- oder Filmaufnahme von St. Peter machte. Dennoch herrscht eine Polemik, da der Vorfall zeigt, wie problemlos ein potentiell gefährliches Flugobjekt an sensible Objekt angenähert werden und auch wieder verschwinden kann. Rom wird derzeit überflutet von Drohnen, um die Sehenswürdigkeiten von oben abzulichten. Ein neuer Touristenspaß, der in Sicherheitskreisen bereits zu heftigen Diskussion geführt hat. Ein Drohnenflugverbot wurde für einzelne Stadtteile bereits ausgesprochen. Im vergangenen Jahr wurde ein 31jähriger US-Amerikaner zur Anzeige gebracht, weil er in einer verbotenen Flugzone seine Drohne aufsteigen hatte lassen.

Flugsicherung bringt Drohnen-App

In Deutschland dürften bald eine Million Drohnen unterwegs sein. Die Flugsicherung sieht darin eine ernsthafte Gefahr. Eine neue App soll Hobby-Piloten helfen.

Im deutschen Luftraum könnten schon in diesem Jahr eine Million Drohnen unterwegs sein. Die Deutsche Flugsicherung schätzte die Zahl der zumeist privat genutzten, unbemannten Fluggeräte im vergangenen Jahr auf rund 400.000 in Deutschland. In diesem Jahr würden voraussichtlich weitere 600.000 dazukommen, sagte Flugsicherungschef Klaus-Dieter Scheurle am Mittwoch in Berlin.

Damit steige auch die Zahl der Zwischenfälle, bei denen Hobbypiloten Flugzeugen gefährlich nahe kommen. „Vielen ist nicht klar, dass sie mit ihren Drohnen zu einer ernsthaften Gefahr für den bemannten Luftverkehr werden können“, sagte Scheurle. Im ersten Halbjahr 2017 zählte die Flugsicherung bereits mehr als 40 Behinderungen des Luftverkehrs durch Drohnen – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreshalbjahr.

Infografik / Neue Regeln für den Drohnen-Flug© DPAVergrößern

Um Privatleuten sicheres Drohnenfliegen zu erleichtern, hat die Flugsicherung eine kostenlose Drohnen-App für Smartphones entwickelt. Diese zeigt für jeden Standort in Deutschland an, ob Drohnen dort starten und wie hoch sie fliegen dürfen. Auch Flugverbotszonen etwa über Regierungsgebäuden, Krankenhäusern oder Naturschutzgebieten sind vermerkt. Die App setze die selben Daten und Karten ein, welche die Flugsicherung auch für den professionellen Flugverkehr verwende, sagte Scheurle. „Wir möchten die Drohnen nicht verhindern, sondern ihnen einen geordneten Weg in den deutschen Luftraum ebnen.“

Nicht ganz ohne: Die Drohne

Luftaufnahmen, Pakete liefern, Fernlenk-Spaß – Drohnen werden immer populärer. Allein: Die Flugsicherung sieht den Trend mit gemischten Gefühlen. Denn für Flugzeuge und Hubschrauber können die Mini-Flieger zur Gefahr werden.

Wenn die Piloten an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt zur Landung ansetzen, ist alles genau geregelt. Vom Tower des Airports haben sie die Freigabe für die Landebahn, am Boden stehen Feuerwehren für den Notfall bereit und die Deutsche Flugsicherung (DFS) überwacht ständig den Luftraum. Eine Gefahr aber ist für Piloten unberechenbar: Drohnen.Ihre Zahl im deutschen Luftraum steigt stetig. Mit 600.000 verkauften Exemplaren rechnet die Flugsicherung allein in diesem Jahr – angeschafft von Hobbyfliegern, Modellpiloten und Firmen. Während manche Skifahrer ihre Künste gerne aus der Luft filmen lassen, nutzen Unternehmen Drohnen etwa beim Obstanbau, um von oben Erkenntnisse über Schädlingsbefall zu gewinnen. Der Trend, Erlebnisse in sozialen Netzwerken zu teilen, beschleunigt die Verbreitung weiter. „Die Revolution im Luftverkehr durch Drohnen lässt sich nicht aufhalten“, sagt DFS-Geschäftsführer Michael Hann.

„Wie ein Geschoss“

Das löst Nervosität bei der Behörde ebenso wie bei Piloten aus. Denn schon Drohnen für Hobbyflieger, die es für einige hundert Euro im Internet zu kaufen gibt, können bis zu einen Kilometer hoch fliegen. Dort können sie zur Gefahr werden für Hubschrauber und landende Flugzeuge. Immer wieder melden Piloten Drohnen, die sie mit bloßem Augen erst in wenigen Metern Entfernung erkennen.In diesem Jahr sei ein neuer Rekord bei der Behinderungen im Luftverkehr durch Drohnen zu erwarten, sagt Hann. Schon 2016 habe es 64 Vorfälle gegeben – fast fünf Mal so viele wie im Vorjahr.Kollisionen gab es zwar es noch keine. Doch geraten Drohnen in Triebwerke von Jets, stehen Leib und Leben der Passagiere auf dem Spiel. Auch Cockpitscheiben könnten bei Zusammenstößen bersten, warnt die DFS. Gerade die tief und schnell fliegenden Helikopter seien gefährdet. „Selbst Drohnen, die nur in der Luft stehen, wirken da wie ein Geschoss“, warnt die Flugsicherung.

Register gefordert

Sie will angesichts der technologischen Chancen von Drohnen aufklären. Sie könnten Rettungskräften bei Unfällen einen Überblick aus der Luft verschaffen und Blutkonserven ausfliegen, Pakete liefern, selbst Transporte von Menschen seien denkbar, sagt Hann. „Wir setzen nicht auf Verbote, sondern wollen die neuen Teilnehmer fair in den Luftverkehr integrieren.“ Doch gerade private Nutzer müssten besser informiert werden, „damit sie wissen, was sie tun“.

Seit April gelten zwar schärfere Gesetze. Auf vielen Drohnen müssen Name und Adresse des Halters vermerkt sein. Ein zentrales Register aber, wie von der DFS gefordert, gibt es nicht. „Wenn Hunderte Drohnen in der Luft sind, müssen wir wissen, wem sie gehören“, kritisiert sie. Zudem müsse sie Drohnen orten können. Die Angaben darauf ließen sich leicht fälschen, sagt auch Staatssekretär Norbert Barthle vom Bundesverkehrsministerium. „Da kann jeder Max Mustermann drauf schreiben.“

Ungebetene Späher

Die Flugsicherung arbeitet daher mit der Deutschen Telekom an einem Projekt, um Drohnen mit einem Chip auszustatten und Positionsdaten zu sammeln. Zwar wurde mit der Drohnenverordnung die erlaubte Flughöhe nahe Airports auf 50 Meter gedeckelt. Auch müssen Drohnen 1,5 Kilometer Abstand zum Flughafenzaun einhalten – nur hält sich längst nicht jeder dran.Drohnen bereiten auch anderen Akteuren Sorgen. „Es geht uns um Aufnahmen von Prototypen auf Teststrecken“, sagt Daimler-Sicherheitsexperte Sebastian Welzbacher. Regierungen wiederum fürchten Terroranschläge per Drohne und Gefängnisse Waffenschmuggel über Mauern hinweg. Reiche beunruhigen Flugobjekte, die über ihren Villen heimlich Fotos machen. Auf dem Baum liegen muss der Paparazzi dazu längst nicht mehr.

Teurer Schutzschild

Die Deutsche Telekom hat daher mit Industriepartnern ein Drohnen-Schutzschild entwickelt. Damit ließen sich Flugobjekte schon aus 2,5 Kilometern Entfernung per Scanner und Radar orten, wirbt Telekom-Experte Dirk Backofen. 30.000 Euro müssen Interessierte dafür mindestens ausgeben. Konkret abwehren oder mit Störsendern aus der Bahn werfen darf man Drohnen aber nur mit behördlicher Genehmigung.Aufhalten lässt sich der Siegeszug der Drohnen ohnehin nicht. Konzerne wie Deutsche Post und Amazon haben Transport-Drohnen längst getestet. Auch wenn es zu deren Marktreife noch dauert: Die Zahl der unbemannten Flieger im Luftraum wird rasant steigen und Teil des Alltags von Menschen werden. Die Piloten und Passagiere am Frankfurter Flughafen dürften daher dankbar sein, wenn ihnen neueste Technik Drohnen von der Landebahn fernhält.

Neue Drohnenverordnung in Deutschland

Die Regeln zum Fliegen einer Drohne – d.h. eines unbemannten Flugobjekts (unmanned aircraft vehicle / UAV) – sind insbesondere nach Gewicht des Flugkörpers gestaffelt. Unter dem Gewicht versteht man das Abfluggewicht der Drohne, daher das Gesamtgewicht inklusive Kamera, Gimbal, Akku und Co. Außerdem gelten die neuen Drohnen-Regeln für den Betrieb außerhalb von Modellflugplätzen. Drohnen-Flüge innerhalb von Modellflugplätzen bleiben von der Neuregelung weitestgehend unberührt – lediglich die Kennzeichnungspflicht ist hier ebenfalls erforderlich.

Anmerkung: Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist natürlich auch bei Inkrafttreten der novellierten Drohnen-Regeln weiterhin Pflicht – unabhängig davon, ob das Fluggerät privat oder gewerblich eingesetzt wird.

 

  • Abfluggewicht von mehr als 250 Gramm (ab 0,25 Kg): Drohnen und Multikopter mit einem Abfluggewicht von über 250 Gramm (z.B. DJI Mavic, DJI Phantom 4, DJI Phantom 3, DJI Inspire 1 sowie DJI Inspire 2) müssen mit dem Namen und der Adresse des Besitzers gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung muss sichtbar, dauerhaft und feuerfest sein – zum Beispiel eine Aluminium-Plakette. Diese muss den Namen und die Anschrift des Eigentümers / Steuerers enthalten.
  • Abfluggewicht von mehr als zwei Kilogramm (ab 2,0 Kg): Piloten, die Drohnen und Multikopter mit einem Abfluggewicht von mehr als zwei Kilogramm in Betrieb nehmen (z.B. DJI Inspire 1, DJI Inspire 2), benötigen zusätzlich zur Namens- und Adressplakette einen so genannten Flugkundenachweis. Der Nachweis über Erfahrungen mit Drohnen kann durch Prüfung einer durch das Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle oder alternativ durch einen Luftsportverband (Modellflugverband) erlangt werden. Die Nachweise gelten für fünf Jahre. Für den Betrieb im Rahmen von Modellflugplätzen ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.
  • Abfluggewicht von mehr als fünf Kilogramm (ab 5,0 Kg): Drohnen und Multikopter mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm (z.B. DJI S900, DJI S1000 Spreading Wings, DJI Matrice M600 – je nach Zuladung) benötigen darüber hinaus eine Aufstiegserlaubnis, die von den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden der einzelnen Bundesländer erteilt wird. Infos zu Aufstiegsgenehmigungen und zur Erteilung einer Aufstiegserlaubnis gibt es hier: Drohnen-Aufstiegserlaubnis beantragen.
  • Abfluggewicht von mehr als 25 Kilogramm (ab 25 Kg): Betriebsverbot – nicht mehr gestattet

Weitere Regeln und Rahmenbedingungen

  • Drohnen und Multikopter dürfen lediglich bis zu einer maximalen Flughöhe von 100 Metern gesteuert werden. Das bedeutet auch: Ab 100 Meter dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis bei den Landesluftfahrtbehörden eingeholt wurde.
  • Drohnen und Multikopter dürfen lediglich in Sichtweite – daher mit direktem Sichtkontakt und nicht allein unter Verwendung technischer Hilfsmittel wie FPV-Brille oder FPV-Monitor – gesteuert werden.
  • FPV-Flüge mit einer FPV-Brille sind erlaubt, wenn das Flugmodell (z.B. FPV-Racer) nicht schwerer als 0,25 Kilogramm wiegt und darüber hinaus nicht mehr als 30 Meter hoch geflogen wird. Außerdem sind FPV-Flüge mit Videobrille über 0,25 Kilogramm erlaubt, wenn eine zweite Person den Steuerer auf Gefahren im Flugbetrieb hinweist. Eine zweite Fernsteuerung ist dazu nicht erforderlich (Trainerschaltung). Die Flüge müssen weiterhin natürlich in Sichtweise des Steuerers bzw. der jeweiligen Begleitperson stattfinden.
  • Drohnen und Multikopter müssen bemannten Luftfahrzeugen stets ausweichen.
  • für gewerbliche Nutzer wird das aktuell bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Künftig ist der Betrieb außerhalb der Sichtweite zwar erlaubt, aber genehmigungspflichtig. Damit wird der Betrieb gewerblicher Drohnen erleichtert und es werden neue Geschäftsmodelle ermöglicht.
  • für den Betrieb von Flugmodellen mit einer Gesamtmasse von weniger als fünf Kilogramm ist nunmehr keine Erlaubnis (allgemeine Aufstiegserlaubnis oder Einzelgenehmigung) erforderlich – egal ob das Flugmodell privat oder gewerblich eingesetzt wird.
  • für alle Flüge von Modellen mit mehr als fünf Kilogramm ist stets eine Erlaubnis (Aufstiegserlaubnis) erforderlich.
  • für Flüge bei Nacht ist eine Erlaubnis (Aufstiegserlaubnis) erforderlich.

Drohnen in sensiblen sowie bewohnten Gebieten verboten

  • verboten sind alle Gefährdungen und Behinderungen durch Drohnen und Multikopter
  • verboten ist der Einsatz und Betrieb von Drohnen und Multikoptern innerhalb oder in der Nähe von folgenden sensiblen Bereichen (Mindestabstand 100 Meter):
    • Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften
    • Menschenansammlungen
    • Naturschutzgebieten
    • Hauptverkehrswegen wie Bundesautobahnen oder eng befahrenen Verkehrswegen
    • An- und Abflugbereichen und Kontrollzonen von Flugplätzen
  • Drohnen und Multikopter mit einem Gewicht von mehr als 0,25 Kilogramm dürfen nicht über Wohngrundstücken eingesetzt werden
  • Drohnen und Multikopter, die optische oder akustische Funksignale empfangen, aufzeichnen oder übertragen können, dürfen nicht über Wohngrundstücken eingesetzt werden – unabhängig vom Gewicht. Kameradrohnen über bewohnten Gebieten / im Wohngebiet sind damit grundsätzlich verboten.
  • Grundstückseigentümer dürfen Ausnahmen für Flüge mit Kameradrohnen erlauben. Somit sind logischerweise auch Flüge über dem eigenen Grundstück jederzeit möglich.

Davon ab gilt bei allen Verboten: Behörden dürfen Ausnahmen und Sondergenehmigungen erteilen, sofern vom Fluggerät keine besondere Gefahr ausgeht und der Flugverkehr nicht maßgeblich gefährdet wird.

Drohnen müssen in Österreich bewilligt werden – Die ÖDB greifen Unternehmern und Privatpersonen bei der Drohnenbewilligung unter die Arme

Kameradrohnen, mit denen aus der Vogelperspektive Fotos und Videos gemacht werden können, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nach Schätzung von Experten gibt es in Österreich derzeit rund 25.000 Drohnen. Das Problem dabei: Der Großteil davon wäre bewilligungspflichtig, macht aber ohne Genehmigung die Lüfte unsicher. Bewilligung ist vorgeschrieben Rein rechtlich sind Drohnen, mit denen Film- bzw. Fotoaufnahmen gemacht werden können, unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse 1. Wenn die Drohne mehr als 250 Gramm wiegt und dauerhaft Daten speichern kann, ist eine Bewilligung durch die Luftfahrtbehörde Austro Control zwingend vorgeschrieben. „Meiner Ansicht nach sind aber nur maximal 10 bis 15% tatsächlich bewilligt“, sagt Werner Noisternigg. Der Unternehmer aus Koppl hat aus diesem Missstand eine Geschäftsidee entwickelt und gemeinsam mit Alexander Kloiber die Österreichische Drohnenbewilligung (ÖDB) gegründet. „Ich habe ein Technisches Büro, das Drohnenflüge für Vermessungen und zur Beweissicherung durchführt. So bin ich auf das Problem aufmerksam geworden“, berichtet Kloiber. Vielen Käufern von Drohnen, die nicht der Spielzeugklasse angehören, sei nicht bewusst, dass für den Betrieb neben einer Bewilligung auch eine Versicherung sowie ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben sind. „Laut Luftfahrtbehörde werden Verstöße regelmäßig mit Strafen im vierstelligen Euro-Bereich geahndet. Wenn jemand bei einem Unfall verletzt wird, sind die Folgen natürlich noch weitaus gravierender.“ Die ÖDB führe Unternehmer und Privatpersonen rasch und problemlos durch den Bewilligungsprozess. „Wenn nötig, holen wir auch technische Daten bei den Drohnenherstellern ein. Die Genehmigung erfolgt dann erfahrungsgemäß innerhalb von zwei Wochen“, erklärt Noisternigg. Mit durchschnittlich 200 bis 300 Bewilligungen pro Monat habe man diese Nische erfolgreich besetzt. „Wir sind bereits in der Gewinnzone und österreichweit allein auf weiter Flur. Zu unseren Kunden gehören die Universität Wien ebenso wie gewerbliche Fotografen, Architekten sowie Lehrer und Schüler“, sagt Noisternigg.

www.drohnenbewilligung.at