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Immer mehr Drohnen-Vorfälle gemeldet

Wenn eine Drohne in ein Flugzeugtriebwerk gerät, drohen tödliche Unfälle. Bislang gab es noch kein solches Unglück. Aber die Gefahr steigt stetig – wie die neuen Zahlen der Deutschen Flugsicherung zeigen. Flugzeugpiloten werden im deutschen Luftraum immer häufiger durch Drohnen behindert. Nach Zahlen der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen bei Frankfurt meldeten Piloten im Umfeld großer Flughäfen bis Ende August 60 Zwischenfälle. Im gesamten Vorjahr gab es 64 Vorfälle, 2015 waren es 14. Zunächst hatte die „Rheinische Post“ (Mittwoch) über die Zunahme der Zwischenfälle mit Drohnen berichtet. Kollisionen gab es bislang noch nicht. Demnach wurden die meisten Behinderungen im Großraum des Frankfurter Flughafens gemeldet. Dort gab es in diesem Jahr bereits elf Vorfälle. Die Piloten im Raum Berlin-Tegel meldeten neun Behinderungen durch Drohnen, in Düsseldorf wurden fünf gemeldet. An anderen großen Flughäfen wurden drei oder weniger Vorfälle bekannt.

„Wir haben hier ein radikal zunehmendes Problem und rechnen für das gesamte Jahr mit einer Verdopplung der Behinderungen gegenüber dem Vorjahr“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheurle. Drohnen müssten für die Flugsicherung sichtbar gemacht werden. Bisher sind Hobby-Drohnen für das Radar nicht zu erkennen.

Mit der im April verabschiedeten Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums müssen auf bestimmten Drohnen Name und Anschrift des Halters auf einer feuerfesten Plakette vermerkt sein. Pilotenvertreter und DFS fordern aber ein zentrales Register und die Ortung von Drohnen per Chip, auch um Haftungsfragen bei Schäden zu klären.

„Jeder Zwischenfall mit einer Drohne ist einer zu viel“, sagte der Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), Markus Wahl, der Deutschen Presse-Agentur. Wenn eine Drohne die Cockpitscheibe eines Flugzeugs durchschlage oder in ein Triebwerk gerate, hätte das potenziell tödliche Auswirkungen. Wahl befürchtet zudem, dass die Dunkelziffer der Vorfälle deutlich höher sei. Oft seien sich Piloten nicht zu 100 Prozent sicher, ob sie tatsächlich eine Drohne gesehen hätten und sähen deswegen von einer Meldung ab.

Nach Schätzungen der DFS wird es Ende des Jahres knapp eine Million Drohnen in Deutschland geben. Damit deren Besitzer immer wissen, ob und wo sie ihr Fluggerät aufsteigen lassen können, hat die DFS eine App aufgelegt. Einmal mit allen nötigen Daten rund um die Drohne gefüttert, zeigt sie auf detaillierten Karten an, ob am gewünschten Ort geflogen werden darf. Sichtbar sind generelle Verbotszonen wie etwa im Berliner Regierungsviertel, aber auch lokale Verbotszonen – etwa über und rund um Polizeiwachen, Krankenhäuser oder Botschaften.

Dabei stellt die App detailliert dar, welche Bestimmungen der Drohnenverordnung erfüllt oder eben nicht erfüllt sind. Das soll laut DFS auch dabei helfen, die komplizierten Regeln zu lernen. Über das Menü können weitere nützliche Hinweise, Wetterinformationen und Kontaktdaten von Behörden abgerufen werden.

Unbekannte Drohne über dem Vatikan führt zu Terror-Alarm

In Italien, aber auch im Vatikan herrscht eine hohe Sicherheitsstufe. Die Gefahr eines islamistischen Terrorangriffs wird von den Sicherheitsexperten sehr ernst genommen. Am Samstag löste eine nicht identifizierte Drohne über dem Vatikan Alarm aus.

Ein kleines Flugobjekt, eigentlich von der Größe eines Spielzeugs, ließ in der Stadt am Tiber alle Antiterror-Sicherheitsstufen auf Rot schalten. Den Alarm löste eine Carabinieri-Streife am frühen Morgen aus. Sie hatten eine Drohne in der „no fly zone“ nahe dem Petersdom gesichtet. Die Antiterror-Alarmstufen wurden nach Protokoll aktiviert. Ein Hubschrauber der Polizei stieg auf, um den Stadtteil Borgo von oben zu sichern. Als die Drohne auf dem Dach eines Hauses innerhalb des Stadtteils landete und Identifizierungen von Drohnen-Besitzer und Hausbesitzer durchgeführt werden sollten, konnte ersterer nicht ausfindig gemacht werden. Der Alarm wurde dennoch beendet. Das Haus, wo die Drohne landete, liegt nur einen Steinwurf vom Petersplatz entfernt. Die Ermittler gehen von der Drohne eines Touristen aus, der Photo- oder Filmaufnahme von St. Peter machte. Dennoch herrscht eine Polemik, da der Vorfall zeigt, wie problemlos ein potentiell gefährliches Flugobjekt an sensible Objekt angenähert werden und auch wieder verschwinden kann. Rom wird derzeit überflutet von Drohnen, um die Sehenswürdigkeiten von oben abzulichten. Ein neuer Touristenspaß, der in Sicherheitskreisen bereits zu heftigen Diskussion geführt hat. Ein Drohnenflugverbot wurde für einzelne Stadtteile bereits ausgesprochen. Im vergangenen Jahr wurde ein 31jähriger US-Amerikaner zur Anzeige gebracht, weil er in einer verbotenen Flugzone seine Drohne aufsteigen hatte lassen.

Flugsicherung bringt Drohnen-App

In Deutschland dürften bald eine Million Drohnen unterwegs sein. Die Flugsicherung sieht darin eine ernsthafte Gefahr. Eine neue App soll Hobby-Piloten helfen.

Im deutschen Luftraum könnten schon in diesem Jahr eine Million Drohnen unterwegs sein. Die Deutsche Flugsicherung schätzte die Zahl der zumeist privat genutzten, unbemannten Fluggeräte im vergangenen Jahr auf rund 400.000 in Deutschland. In diesem Jahr würden voraussichtlich weitere 600.000 dazukommen, sagte Flugsicherungschef Klaus-Dieter Scheurle am Mittwoch in Berlin.

Damit steige auch die Zahl der Zwischenfälle, bei denen Hobbypiloten Flugzeugen gefährlich nahe kommen. „Vielen ist nicht klar, dass sie mit ihren Drohnen zu einer ernsthaften Gefahr für den bemannten Luftverkehr werden können“, sagte Scheurle. Im ersten Halbjahr 2017 zählte die Flugsicherung bereits mehr als 40 Behinderungen des Luftverkehrs durch Drohnen – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreshalbjahr.

Infografik / Neue Regeln für den Drohnen-Flug© DPAVergrößern

Um Privatleuten sicheres Drohnenfliegen zu erleichtern, hat die Flugsicherung eine kostenlose Drohnen-App für Smartphones entwickelt. Diese zeigt für jeden Standort in Deutschland an, ob Drohnen dort starten und wie hoch sie fliegen dürfen. Auch Flugverbotszonen etwa über Regierungsgebäuden, Krankenhäusern oder Naturschutzgebieten sind vermerkt. Die App setze die selben Daten und Karten ein, welche die Flugsicherung auch für den professionellen Flugverkehr verwende, sagte Scheurle. „Wir möchten die Drohnen nicht verhindern, sondern ihnen einen geordneten Weg in den deutschen Luftraum ebnen.“

Nicht ganz ohne: Die Drohne

Luftaufnahmen, Pakete liefern, Fernlenk-Spaß – Drohnen werden immer populärer. Allein: Die Flugsicherung sieht den Trend mit gemischten Gefühlen. Denn für Flugzeuge und Hubschrauber können die Mini-Flieger zur Gefahr werden.

Wenn die Piloten an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt zur Landung ansetzen, ist alles genau geregelt. Vom Tower des Airports haben sie die Freigabe für die Landebahn, am Boden stehen Feuerwehren für den Notfall bereit und die Deutsche Flugsicherung (DFS) überwacht ständig den Luftraum. Eine Gefahr aber ist für Piloten unberechenbar: Drohnen.Ihre Zahl im deutschen Luftraum steigt stetig. Mit 600.000 verkauften Exemplaren rechnet die Flugsicherung allein in diesem Jahr – angeschafft von Hobbyfliegern, Modellpiloten und Firmen. Während manche Skifahrer ihre Künste gerne aus der Luft filmen lassen, nutzen Unternehmen Drohnen etwa beim Obstanbau, um von oben Erkenntnisse über Schädlingsbefall zu gewinnen. Der Trend, Erlebnisse in sozialen Netzwerken zu teilen, beschleunigt die Verbreitung weiter. „Die Revolution im Luftverkehr durch Drohnen lässt sich nicht aufhalten“, sagt DFS-Geschäftsführer Michael Hann.

„Wie ein Geschoss“

Das löst Nervosität bei der Behörde ebenso wie bei Piloten aus. Denn schon Drohnen für Hobbyflieger, die es für einige hundert Euro im Internet zu kaufen gibt, können bis zu einen Kilometer hoch fliegen. Dort können sie zur Gefahr werden für Hubschrauber und landende Flugzeuge. Immer wieder melden Piloten Drohnen, die sie mit bloßem Augen erst in wenigen Metern Entfernung erkennen.In diesem Jahr sei ein neuer Rekord bei der Behinderungen im Luftverkehr durch Drohnen zu erwarten, sagt Hann. Schon 2016 habe es 64 Vorfälle gegeben – fast fünf Mal so viele wie im Vorjahr.Kollisionen gab es zwar es noch keine. Doch geraten Drohnen in Triebwerke von Jets, stehen Leib und Leben der Passagiere auf dem Spiel. Auch Cockpitscheiben könnten bei Zusammenstößen bersten, warnt die DFS. Gerade die tief und schnell fliegenden Helikopter seien gefährdet. „Selbst Drohnen, die nur in der Luft stehen, wirken da wie ein Geschoss“, warnt die Flugsicherung.

Register gefordert

Sie will angesichts der technologischen Chancen von Drohnen aufklären. Sie könnten Rettungskräften bei Unfällen einen Überblick aus der Luft verschaffen und Blutkonserven ausfliegen, Pakete liefern, selbst Transporte von Menschen seien denkbar, sagt Hann. „Wir setzen nicht auf Verbote, sondern wollen die neuen Teilnehmer fair in den Luftverkehr integrieren.“ Doch gerade private Nutzer müssten besser informiert werden, „damit sie wissen, was sie tun“.

Seit April gelten zwar schärfere Gesetze. Auf vielen Drohnen müssen Name und Adresse des Halters vermerkt sein. Ein zentrales Register aber, wie von der DFS gefordert, gibt es nicht. „Wenn Hunderte Drohnen in der Luft sind, müssen wir wissen, wem sie gehören“, kritisiert sie. Zudem müsse sie Drohnen orten können. Die Angaben darauf ließen sich leicht fälschen, sagt auch Staatssekretär Norbert Barthle vom Bundesverkehrsministerium. „Da kann jeder Max Mustermann drauf schreiben.“

Ungebetene Späher

Die Flugsicherung arbeitet daher mit der Deutschen Telekom an einem Projekt, um Drohnen mit einem Chip auszustatten und Positionsdaten zu sammeln. Zwar wurde mit der Drohnenverordnung die erlaubte Flughöhe nahe Airports auf 50 Meter gedeckelt. Auch müssen Drohnen 1,5 Kilometer Abstand zum Flughafenzaun einhalten – nur hält sich längst nicht jeder dran.Drohnen bereiten auch anderen Akteuren Sorgen. „Es geht uns um Aufnahmen von Prototypen auf Teststrecken“, sagt Daimler-Sicherheitsexperte Sebastian Welzbacher. Regierungen wiederum fürchten Terroranschläge per Drohne und Gefängnisse Waffenschmuggel über Mauern hinweg. Reiche beunruhigen Flugobjekte, die über ihren Villen heimlich Fotos machen. Auf dem Baum liegen muss der Paparazzi dazu längst nicht mehr.

Teurer Schutzschild

Die Deutsche Telekom hat daher mit Industriepartnern ein Drohnen-Schutzschild entwickelt. Damit ließen sich Flugobjekte schon aus 2,5 Kilometern Entfernung per Scanner und Radar orten, wirbt Telekom-Experte Dirk Backofen. 30.000 Euro müssen Interessierte dafür mindestens ausgeben. Konkret abwehren oder mit Störsendern aus der Bahn werfen darf man Drohnen aber nur mit behördlicher Genehmigung.Aufhalten lässt sich der Siegeszug der Drohnen ohnehin nicht. Konzerne wie Deutsche Post und Amazon haben Transport-Drohnen längst getestet. Auch wenn es zu deren Marktreife noch dauert: Die Zahl der unbemannten Flieger im Luftraum wird rasant steigen und Teil des Alltags von Menschen werden. Die Piloten und Passagiere am Frankfurter Flughafen dürften daher dankbar sein, wenn ihnen neueste Technik Drohnen von der Landebahn fernhält.

Neue Drohnenverordnung in Deutschland

Die Regeln zum Fliegen einer Drohne – d.h. eines unbemannten Flugobjekts (unmanned aircraft vehicle / UAV) – sind insbesondere nach Gewicht des Flugkörpers gestaffelt. Unter dem Gewicht versteht man das Abfluggewicht der Drohne, daher das Gesamtgewicht inklusive Kamera, Gimbal, Akku und Co. Außerdem gelten die neuen Drohnen-Regeln für den Betrieb außerhalb von Modellflugplätzen. Drohnen-Flüge innerhalb von Modellflugplätzen bleiben von der Neuregelung weitestgehend unberührt – lediglich die Kennzeichnungspflicht ist hier ebenfalls erforderlich.

Anmerkung: Eine Drohnen-Haftpflichtversicherung ist natürlich auch bei Inkrafttreten der novellierten Drohnen-Regeln weiterhin Pflicht – unabhängig davon, ob das Fluggerät privat oder gewerblich eingesetzt wird.

 

  • Abfluggewicht von mehr als 250 Gramm (ab 0,25 Kg): Drohnen und Multikopter mit einem Abfluggewicht von über 250 Gramm (z.B. DJI Mavic, DJI Phantom 4, DJI Phantom 3, DJI Inspire 1 sowie DJI Inspire 2) müssen mit dem Namen und der Adresse des Besitzers gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung muss sichtbar, dauerhaft und feuerfest sein – zum Beispiel eine Aluminium-Plakette. Diese muss den Namen und die Anschrift des Eigentümers / Steuerers enthalten.
  • Abfluggewicht von mehr als zwei Kilogramm (ab 2,0 Kg): Piloten, die Drohnen und Multikopter mit einem Abfluggewicht von mehr als zwei Kilogramm in Betrieb nehmen (z.B. DJI Inspire 1, DJI Inspire 2), benötigen zusätzlich zur Namens- und Adressplakette einen so genannten Flugkundenachweis. Der Nachweis über Erfahrungen mit Drohnen kann durch Prüfung einer durch das Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle oder alternativ durch einen Luftsportverband (Modellflugverband) erlangt werden. Die Nachweise gelten für fünf Jahre. Für den Betrieb im Rahmen von Modellflugplätzen ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.
  • Abfluggewicht von mehr als fünf Kilogramm (ab 5,0 Kg): Drohnen und Multikopter mit einem Gewicht von mehr als fünf Kilogramm (z.B. DJI S900, DJI S1000 Spreading Wings, DJI Matrice M600 – je nach Zuladung) benötigen darüber hinaus eine Aufstiegserlaubnis, die von den jeweiligen Landesluftfahrtbehörden der einzelnen Bundesländer erteilt wird. Infos zu Aufstiegsgenehmigungen und zur Erteilung einer Aufstiegserlaubnis gibt es hier: Drohnen-Aufstiegserlaubnis beantragen.
  • Abfluggewicht von mehr als 25 Kilogramm (ab 25 Kg): Betriebsverbot – nicht mehr gestattet

Weitere Regeln und Rahmenbedingungen

  • Drohnen und Multikopter dürfen lediglich bis zu einer maximalen Flughöhe von 100 Metern gesteuert werden. Das bedeutet auch: Ab 100 Meter dürfen Drohnen nur fliegen, wenn eine behördliche Ausnahmeerlaubnis bei den Landesluftfahrtbehörden eingeholt wurde.
  • Drohnen und Multikopter dürfen lediglich in Sichtweite – daher mit direktem Sichtkontakt und nicht allein unter Verwendung technischer Hilfsmittel wie FPV-Brille oder FPV-Monitor – gesteuert werden.
  • FPV-Flüge mit einer FPV-Brille sind erlaubt, wenn das Flugmodell (z.B. FPV-Racer) nicht schwerer als 0,25 Kilogramm wiegt und darüber hinaus nicht mehr als 30 Meter hoch geflogen wird. Außerdem sind FPV-Flüge mit Videobrille über 0,25 Kilogramm erlaubt, wenn eine zweite Person den Steuerer auf Gefahren im Flugbetrieb hinweist. Eine zweite Fernsteuerung ist dazu nicht erforderlich (Trainerschaltung). Die Flüge müssen weiterhin natürlich in Sichtweise des Steuerers bzw. der jeweiligen Begleitperson stattfinden.
  • Drohnen und Multikopter müssen bemannten Luftfahrzeugen stets ausweichen.
  • für gewerbliche Nutzer wird das aktuell bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Künftig ist der Betrieb außerhalb der Sichtweite zwar erlaubt, aber genehmigungspflichtig. Damit wird der Betrieb gewerblicher Drohnen erleichtert und es werden neue Geschäftsmodelle ermöglicht.
  • für den Betrieb von Flugmodellen mit einer Gesamtmasse von weniger als fünf Kilogramm ist nunmehr keine Erlaubnis (allgemeine Aufstiegserlaubnis oder Einzelgenehmigung) erforderlich – egal ob das Flugmodell privat oder gewerblich eingesetzt wird.
  • für alle Flüge von Modellen mit mehr als fünf Kilogramm ist stets eine Erlaubnis (Aufstiegserlaubnis) erforderlich.
  • für Flüge bei Nacht ist eine Erlaubnis (Aufstiegserlaubnis) erforderlich.

Drohnen in sensiblen sowie bewohnten Gebieten verboten

  • verboten sind alle Gefährdungen und Behinderungen durch Drohnen und Multikopter
  • verboten ist der Einsatz und Betrieb von Drohnen und Multikoptern innerhalb oder in der Nähe von folgenden sensiblen Bereichen (Mindestabstand 100 Meter):
    • Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften
    • Menschenansammlungen
    • Naturschutzgebieten
    • Hauptverkehrswegen wie Bundesautobahnen oder eng befahrenen Verkehrswegen
    • An- und Abflugbereichen und Kontrollzonen von Flugplätzen
  • Drohnen und Multikopter mit einem Gewicht von mehr als 0,25 Kilogramm dürfen nicht über Wohngrundstücken eingesetzt werden
  • Drohnen und Multikopter, die optische oder akustische Funksignale empfangen, aufzeichnen oder übertragen können, dürfen nicht über Wohngrundstücken eingesetzt werden – unabhängig vom Gewicht. Kameradrohnen über bewohnten Gebieten / im Wohngebiet sind damit grundsätzlich verboten.
  • Grundstückseigentümer dürfen Ausnahmen für Flüge mit Kameradrohnen erlauben. Somit sind logischerweise auch Flüge über dem eigenen Grundstück jederzeit möglich.

Davon ab gilt bei allen Verboten: Behörden dürfen Ausnahmen und Sondergenehmigungen erteilen, sofern vom Fluggerät keine besondere Gefahr ausgeht und der Flugverkehr nicht maßgeblich gefährdet wird.

Drohnen müssen in Österreich bewilligt werden – Die ÖDB greifen Unternehmern und Privatpersonen bei der Drohnenbewilligung unter die Arme

Kameradrohnen, mit denen aus der Vogelperspektive Fotos und Videos gemacht werden können, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nach Schätzung von Experten gibt es in Österreich derzeit rund 25.000 Drohnen. Das Problem dabei: Der Großteil davon wäre bewilligungspflichtig, macht aber ohne Genehmigung die Lüfte unsicher. Bewilligung ist vorgeschrieben Rein rechtlich sind Drohnen, mit denen Film- bzw. Fotoaufnahmen gemacht werden können, unbemannte Luftfahrzeuge der Klasse 1. Wenn die Drohne mehr als 250 Gramm wiegt und dauerhaft Daten speichern kann, ist eine Bewilligung durch die Luftfahrtbehörde Austro Control zwingend vorgeschrieben. „Meiner Ansicht nach sind aber nur maximal 10 bis 15% tatsächlich bewilligt“, sagt Werner Noisternigg. Der Unternehmer aus Koppl hat aus diesem Missstand eine Geschäftsidee entwickelt und gemeinsam mit Alexander Kloiber die Österreichische Drohnenbewilligung (ÖDB) gegründet. „Ich habe ein Technisches Büro, das Drohnenflüge für Vermessungen und zur Beweissicherung durchführt. So bin ich auf das Problem aufmerksam geworden“, berichtet Kloiber. Vielen Käufern von Drohnen, die nicht der Spielzeugklasse angehören, sei nicht bewusst, dass für den Betrieb neben einer Bewilligung auch eine Versicherung sowie ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben sind. „Laut Luftfahrtbehörde werden Verstöße regelmäßig mit Strafen im vierstelligen Euro-Bereich geahndet. Wenn jemand bei einem Unfall verletzt wird, sind die Folgen natürlich noch weitaus gravierender.“ Die ÖDB führe Unternehmer und Privatpersonen rasch und problemlos durch den Bewilligungsprozess. „Wenn nötig, holen wir auch technische Daten bei den Drohnenherstellern ein. Die Genehmigung erfolgt dann erfahrungsgemäß innerhalb von zwei Wochen“, erklärt Noisternigg. Mit durchschnittlich 200 bis 300 Bewilligungen pro Monat habe man diese Nische erfolgreich besetzt. „Wir sind bereits in der Gewinnzone und österreichweit allein auf weiter Flur. Zu unseren Kunden gehören die Universität Wien ebenso wie gewerbliche Fotografen, Architekten sowie Lehrer und Schüler“, sagt Noisternigg.

www.drohnenbewilligung.at

Drohnen sollen Ihre Position und ID senden

Die Idee ist nicht ganz neu. Viele Luftfahrtbehörden weltweit haben das gleiche akute Problem: „Explosion der Anzahl der Drohnen am Himmel“. Jetzt werden erste Versuche gemacht, wie man diese Vielzahl an Drohnen in Zukunft kontrollieren kann. DJI macht dazu einen Vorschlag, nämlich dass aus deren Geräten zukünftig die Position und Registrierungsnummer der jeweiligen Drohne ständig gesendet wird. Das könnte die Identifikation von Drohnen in Zukunft einfacher machen. Der Ausbau dieser Technik wäre für DJI einfach, denn die Drohnen sind ohnehin schon mit der nötigen Hardware ausgestattet. Man würde nur mehr einen passenden Empfänger benötigen, um die Daten empfangen zu können. Zugriff auf diese Daten werden nur die zuständigen Behörden erhalten und somit wird es einfach, die Eigentümer eines unbemannten Flugobjektes ausfindig zu machen.

Drohne stürzt auf Auto

Ein weiterer Drohnenunfall ist in Deutschland passiert. Dabei stürzt eine Drohne auf ein Auto – verletzt wird niemand, es gibt nur Sachschaden in Höhe von 1.500 Euro. Die Drohne dürfte laut dem Drohnenpiloten ausser Kontrolle geraten sein. Vorfälle, die sich bei den am meisten verkauften Drohnentypen, DJI und Yuneec, mehren. Wöchentlich hört und liesst man von Geräten, die während des Fluges unkontrolliert die Flugbahn ändern und sich selbstständig machen. Jetzt wird von den Behörden noch geklärt, ob sich der Drohnenpilot strafbar gemacht hat.

Dazu gibt es in Österreich ein sehr scharfes Luftfahrtgesetz. Denn alle Drohnen über 250 g, die mit einer Kamera ausgestattet sind, müssen bewilligt werden und benötigen dazu eine verpflichtende Haftpflichtversicherung. Bei der umfangreichen Vorbereitung der Bewilligungsunterlagen hilft Ihnen die ÖDB – Österreichische Drohnenbewilligung.

Drohnenführerschein in Deutschland

Die deutsche Bundesregierung hat einen Drohnenführerschein beschlossen. Grund: Es gibt zur Zeit ca. 400.000 Drohnen in Deutschland und diese Zahl wird in Zukunft stark ansteigen. Bis zum Jahr 2020 soll die Zahl nach jüngsten Prognosen sogar auf rund 1,1 Millionen steigen. Dieser neue Führerschein wird die jetzige Lücke schliessen, denn es gibt keine gesetzlichen Vorschriften für Drohnenbesitzer und Piloten. Der Führerschein beinhaltet eine Kennzeichnungspflicht jeder Drohne und sieht Flugverbote vor.

Für die Deutsche Flugsicherung (DFS) sind Drohnen ein „Alptraum“. Sie sind nämlich auf dem Radar nicht sichtbar, und Flugzeuge können nicht vor einem drohenden Zusammenstoß gewarnt werden. Bislang ist im deutschen Luftraum noch nichts passiert, doch im vergangenen Jahr wurden der DFS von Piloten 64 gefährliche Annäherungen gemeldet – fast fünfmal so viele wie im Jahr zuvor. Zudem stürzen immer wieder Drohnen ab und gefährden so Menschenleben. Im vergangenen November wurde etwa im Münchner Olympiapark eine Familie mit zwei Kindern nur knapp verfehlt.

Welche Regeln wird es künftig geben: Maximal-Flughöhe von 100 Metern. Drohnen dürfen grundsätzlich nur in Sichtweite des Piloten fliegen. Über besonders sensiblen Gebieten – etwa in der Nähe von Flughäfen oder Regierungsgebäuden – gilt ein absolutes Flugverbot. Auch der Überflug von Wohngebäuden wird untersagt.  Bei Drohnen ab einem Gewicht von zwei Kilo wird darüber hinaus ein „Kenntnis-Nachweis“ erforderlich – wer keine gültige Pilotenlizenz besitzt, muss dafür eine Prüfung bei einer staatlich anerkannten Stelle ablegen oder durch einen Luftsportverband eingewiesen werden. Große Drohnen ab einem Gewicht von fünf Kilo benötigen sogar eine spezielle „Aufstiegserlaubnis“ der jeweiligen Landesluftfahrtbehörde.

Deutschland will strengere Drohnengesetze

Immer häufiger kommt es in Deutschland zu ernsthaften Zwischenfällen mit Drohnen und Passagierflugzeugen. Deshalb will man nun einheitliche strengere Drohnengesetze nach österreichischem Muster schaffen. Geschätzt eine halbe Million Drohnen unterschiedlichster Größe fliegt bereits am deutschen Himmel. Bei Privatleuten beliebt sind sogenannte Multikopter, die mit Kameras ausgestattet und mit dem Handy bedient werden können. Nicht selten kommt es dabei zu gefährlichen Situationen. So stieß im November eine zwei Kilo schwere Drohne gegen den Münchner Fernsehturm, stürzte aus 180 Meter Höhe zu Boden und schlug direkt neben einer vierköpfigen Familie auf.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat daraus die Konsequenzen gezogen und strenge Vorschriften für den Betrieb von Drohnen erlassen. In der nächsten Woche will er seine Ministerkollegen im Bundeskabinett über seine Drohnen-Verordnung informieren. Das 36-seitige Papier mit dem Titel „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ liegt dieser Redaktion vor. Darin ist festgeschrieben, dass die ferngesteuerten Fluggeräte generell nur noch maximal 100 Meter hoch fliegen dürfen, es sei denn, sie bewegen sich über einem Gelände, „für das einem Luftsportverein eine allgemeine Erlaubnis zu Aufstieg von Flugmodellen erteilt“ worden ist.

Außer der generellen Flughöhe sieht die Verordnung weitere Flugverbote vor, um Abstürze, Unfälle und Eingriffe in die Privatsphäre anderer Bürger zu vermeiden. Tabu sind beispielsweise Flüge über Menschenmengen und über den Einsatzorten von Polizei und Rettungsdiensten. Auch über Industrieanlagen und Gefängnissen herrscht ein Flugverbot, ebenso über Ministerien, Parlamenten und anderen Behörden. Gesperrt ist auch der Luftraum über Bundesstraßen und Bahngleise. In allen diesen Fällen gilt außerdem, dass die Drohne einen seitlichen Abstand von 100 Metern einhalten muss.

Damit Nachbarn sich nicht gegenseitig belästigen, dürfen die Geräte nicht über Wohngrundstücken fliegen. Dieses Verbot gilt bereits ab 250 Gramm Gewicht und, so steht es in der Verordnung, wenn die Drohnen „optische, akustische oder Funksignale empfangen, übertragen oder aufzeichnen können“.

Stimmt der Grundstückseigentümer zu, gilt das Verbot natürlich nicht. Drohnen mit bis zu fünf Kilo Gewicht müssen „in Sichtweite“ betrieben werden. Drohnen mit mehr als 25 Kilo Gewicht sind ganz verboten. Ausnahmen sollen aber möglich sein – zum Beispiel für die Land- oder Forstwirtschaft.

Führerschein für den Drohnenflug

Wer eine mehr als zwei Kilo schwere Drohne starten lassen will, muss ab dem 1. Oktober 2017 mindestens 14 Jahre alt sein und eine Art Führerschein haben. Konkret geht es um eine „Bescheinigung“ über Kenntnisse in den Bereichen Navigation, Luftrecht und Flugbetrieb. Jeder „anerkannte Luftsportverband“, so heißt es in der Verordnung, soll das „formlos“ bestätigen können. Die Bescheinigung ist fünf Jahre gültig.

Wer sein „Flugmodell“ – so heißen hobbymäßig betriebene Drohnen im Amtsdeutsch – auf einem Modellflugplatz starten lässt, braucht keinen Führerschein. Gewerbsmäßige Drohnen-Piloten dagegen müssen mindestens 16 Jahre alt sein und eine Prüfung bei einer „vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle“ ablegen. Auch diese Bescheinigung gilt fünf Jahre.

Damit bei Unfällen und Schäden der Besitzer einer Drohne festgestellt werden kann, muss jedes Exemplar, das mehr als 250 Gramm wiegt, eine feuerfeste Plakette haben. Darauf müssen Name und Adresse des Besitzers stehen. Bisher gilt diese Pflicht für Drohnen ab fünf Kilo. Ein Register über die in Deutschland fliegenden Drohnen soll es nicht geben.

Ohne die neuen Regelungen könnte der Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen eine zunehmende Gefahr“ darstellen, heißt es in der Verordnung. Der Bundesrat muss den Vorschriften in den nächsten Wochen noch zustimmen.