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Abheben mit der DJI Spark: Test der Mini-Drohne

Mit der Mavic Pro landete DJI einen Volltreffer: Die Drohne ist sehr kompakt, relativ günstig und dank zahlreicher Sensoren und Assistenzsysteme einfach zu fliegen. Dann tauchten erste Fotos und Videos einer noch kleineren Drohne mit dem Namen DJI Spark auf. Anschließend wurde es offiziell und der Drohnen-Hersteller präsentierte das neue Mini-Kamera-Fluggerät – und der Name ist tatsächlich Spark, also Funke.

DJI Spark mit Gesten steuern

Auf den ersten Fotos und Videos war schon deutlich zu erkennen, dass die Spark kleiner ist als die zusammengeklappte DJI Mavic ProUnd tatsächlich ist die sie kaum größer als ein Elektrorasierer. Die vier Ausleger für die Rotoren sitzen wie vermutet fest und sind nicht klappbar, die Propeller aber wie bei der Mavic Pro faltbar. Das Gewicht beträgt laut Hersteller 300 Gramm. Damit ist die Spark die leichteste Drohne des Herstellers, liegt aber knapp über der von Bundesminister Alexander Dobrindt in seinen neuen Regeln für meldepflichtige Drohnen festgelegten Gewichtsgrenze. Die Spark benötigt also eine Plakette mit dem Besitzernamen. Eine weitere Besonderheit neben den kompakten Abmessungen: Die Spark ist komplett mit Gesten steuerbar, ohne Smartphone-App und ohne Fernsteuerung. Das klappt gut über recht eingängige Hand- und Arm-Bewegungen – perfekt für das schnelle Video oder Foto zwischendurch. Nach dem Start aus der Hand folgt die Drohne dem ausgestreckten Arm, um in die richtige Position zu kommen. Auf Winken reagiert die Drohne mit einem Foto. Zum Landen hält man die Hand unter die Drohne und sie landet darauf – gewöhnungsbedürftig, aber ziemlich cool. Mehr braucht man für die Spark eigentlich auch gar nicht.

Die Smartphone-Steuerung per App ist recht langsam und macht nicht wirklich Spaß. Mit der optionalen Fernsteuerung klappt die Kontrolle des Flugs deutlich besser. In der Luft reagiert die Spark deutlicher als größere Drohnen auf den Wind und liegt nicht ganz so ruhig und stabil in der Luft wie etwa die Mavic. Ein paar neue Modi sind an Bord: Dronie (Spark fliegt rückwärts nach oben), Kreisen (kreist um ein Objekt), Helix (Spark fliegt spiralförmig aufwärts) und Rocket (senkrecht nach oben). In jedem Modus nimmt die Drohne automatisch ein zehn Sekunden langes Video auf. Neu sind auch ein Panorama-Modus, bei dem die Drohne wahlweise ein horizontales oder vertikales Panorama aufnimmt, und der ShallowFocus. Der stellt den scharfen Bereich in den Vordergrund und lässt den Hintergrund unscharf verschwimmen – wie man es etwa von DSLRs gewohnt ist. Kleine Drohne = kleiner Akku: DJI gibt eine Flugzeit von 16 Minuten an.

Wie auch immer DJI das geschafft hat: Die Spark ist ein echter Kracher, ultrakompakt, leicht zu steuern und mit rund 600 Euro erschwinglich. Das wird vermutlich viele Drohnen-Interessierte zu einem Kauf verleiten. Bei all der Euphorie bleibt nur zu hoffen, dass sich trotz der simplen Gestensteuerung alle Drohnen-Lenker an die geltenden Regeln halten und ihr Fluggerät eben nicht einfach überall starten lassen. Denn sonst kann schnell Schluss sein mit dem großen Drohnen-Spaß.

Projekt „HEIDI“: Drohne als moderne Brieftaube in den Bergen

Wenn die Drohne das Paket abliefert: Die TU Graz und die Post testen seit Monaten eine Paket-Drohne in der steirischen Bergwelt. Und im Herbst soll ein autonom fahrendes Elektrofahrzeug in der Grazer Innenstadt probeweise Pakete zustellen. Alternativen zur traditionellen Paketzustellung werden an der Technischen Universität (TU) Graz getestet. Im Herbst soll ein autonom fahrendes Elektrofahrzeug in der Grazer Innenstadt erstmals in Kooperation mit der Post AG die Zustellung von Paketen erproben. Eine Testreihe mit Drohnen, die kleine Pakete in abgelegene Berggebiete lieferte, wurde jüngst abgeschlossen. Rund 80 Millionen Pakete jährlich werden von der Österreichischen Post zugestellt. Mit rund 1.300 E-Fahrzeugen in ihrem Fuhrpark ist sie zugleich der mit Abstand größte Elektro-Kfz-Betreiber in Österreich. Unter ihnen befinden sich auch rund 50 Stück des zweisitzigen Elektrofahrzeugs Jetflyer, das von der Stainzer i-Tec-Styria GmbH auf die speziellen Bedürfnisse der Post zugeschnitten wurde. Geht es nach den weiteren Plänen der Post AG, dann soll das Fahrzeug schon bald im innerstädtischen Bereich Pakete autonom zustellen können. „Wir setzen dabei auf das Know-how starker heimischer Partner“, sagte Peter Umundum, Vorstand Paket & Logistik der Post, am Montag bei einem Pressegespräch in Graz.

Die Partner sind in diesem Fall die Technische Universität Graz, i-Tec-Styria und die Energie Steiermark. Das Konzept sei bereits mit kleineren autonomen Roboterfahrzeugen am TU-Campus in der Grazer Inffeldgasse erprobt worden, führte Horst Bischof, Vizerektor für Forschung der TU, aus. „Wir hoffen, dass wir im Herbst in der Grazer Innenstadt die ersten Tests mit dem autonomen Zustellfahrzeug demonstrieren können“, so Bischof. Die Kosten für die Technologieerprobung im Bereich der Fußgängerzone teilen sich die Post AG und die Energie Steiermark.

Ein weiteres Projekt zur alternativen Paketzustellung wurde gerade beendet: Dabei wurden Drohnen als moderne Brieftauben für den im ländlichen Bereich – genauer gesagt, der steirischen Bergwelt – erprobt. Startpunkt der Drohnenflüge war das elektrobetriebene Nutzfahrzeug ELI. Das von der Stallhofener SFL Technologies entwickelte Fahrzeug ist mit einer universellen Plattform ausgestattet, die das Starten und Wiederaufladen der Drohne nach ihrem maximal halbstündigen Flug ermöglicht. Die Drohne musste selbstständig ihr Ziel – beispielsweise einen entlegenen Bergbauernhof – ansteuern, eine speziell codierte Matte am Boden erkennen und punktgenau landen, um ihr Paket abzulegen. Daraufhin musste sie zu ihrem ELI-Fahrzeug zurückfliegen und wurde für den nächsten Start bestückt. Rund 1000 Testflüge seien in den vergangenen Monaten im Projekt „HEIDI“ durchgeführt worden, „in 99 Prozent ohne gröbere Probleme“, wie Bischof berichtete. „Die technische Umsetzung hat hervorragend funktioniert“, resümierte Umundum. Allerdings könne es noch nicht rentabel zum Einsatz kommen: „Das Ganze dürfte nur ein paar wenige Euro kosten“, davon sei man aktuell aber noch weit entfernt. Dennoch wolle man am Thema „dranbleiben“.

Drohnen für Forstwirte: Fliegende Technik erobert Wälder

Rehe zählen, Schäden finden, Bäume retten: Für Drohnen kann es in freier Natur viele Aufgaben geben. Nach den Bauern entdecken auch Forstwirte die technischen Möglichkeiten.

Ein Summen wie ein Bienenschwarm, ein leichtes Pfeifen, das hohe Gras am Waldboden biegt sich aus dem Weg: Mit vier Propellern hebt die leuchtend grüne Drohne ab und steigt in Richtung der 30 Meter hohen Fichtenwipfel. Am Bauch des Flugkörpers hängt eine Infrarotkamera – mit ihr wollen Förster ihren Kampf gegen Borkenkäfer im Thüringer Wald in die Luft verlagern. Denn: Ohne neue Technik sehen sich die Förster bei der Früherkennung des Schädlings, der sich explosionsartig vermehrt und jährlich im Schnitt 100.000 Fichten in Thüringen befällt, auf verlorenem Posten.

Gesunde Kronen reflektieren anders

„Der Förster muss in den Wald reingehen, jeden Baum anschauen und prüfen, ob unter der Rinde und am Stamm Bohrmehl vorhanden ist“, erklärt Matthias Stürz vom Forschungszentrum der Landesforstanstalt in Gotha. Seit Anfang des Jahres verfolgen die Forscher deshalb ein Experiment: Mit einer Spezialdrohne der thüringischen Firma Rucon fliegen sie 30 Hektar Waldfläche bei Weimar in rund 100 Metern Höhe ab. Aus den Bildern können die Förster die Gesundheit der Bäume ablesen – befallene Bäume reflektieren die Strahlen anders als gesunde Kronen.

Entdeckung von Waldbrandherden, Zählung von Rotwild

Neben dem Erkennen von Schädlingen experimentieren die Förster auch mit der Nutzung von Drohnen für das Erkennen von Sturmschäden und die Zählung von Rotwild. Mit Drohnen könnten künftig Holzvorräte ermittelt, Holzpolter vermessen und Wildschäden dokumentiert werden. Dazu kommt die frühzeitige Entdeckung von Waldbrandherden und illegalen Bauten im Wald.

«Es ist eine Frage der Zeit, bis es zu einem Unglück kommt»

Frédéric Hemmeler staunt nicht schlecht, als ihn eines Tages ein Bauer anruft. Dieser berichtet, in seinem Feld liege eine Sprühdrohne, die Hemmeler gehöre. Zwar betreibt der ehemalige Helikopterpilot ein Unternehmen, das Drohnen für landwirtschaftliche Zwecke einsetzt und auch Pflanzenschutzmittel auf Felder verteilt. Seine Sprühdrohne aber steht zu diesem Zeitpunkt vor ihm im Büro. Das abgestürzte Objekt gehört also jemand anderem. Die Drohne war vermutlich illegal im Einsatz, denn Sprühdrohnen brauchen Sondergenehmigungen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt und vom Bundesamt für Umwelt. Noch schlimmer als die Gesetzesübertretung war für Hemmeler die Tatsache, dass die Drohne nur 300 Meter neben einer Autobahn vom Himmel fiel und es somit pures Glück war, dass sich kein Unfall ereignete.

«Ich will nicht schwarzmalen, aber es ist eine Frage der Zeit, bis es zu einem Unglück kommt», sagt Hemmeler warnend. Als gefährlich stuft er nicht die Hobbypiloten ein, sondern die Profis. «Sie fliegen seit Jahren und sagen, sie wüssten, wie es geht. Dabei sind es genau diese Leute, welche die Regeln zwar kennen, aber nicht befolgen.» Auch in Teilen der Schweizer Bevölkerung bestehen Befürchtungen, ein Drohnenabsturz könnte einen Unfall auslösen, wie einer Umfrage der Universität Neuenburg zu entnehmen ist.

Das Gesetz wird ausgehebelt

Auch Linienpiloten von Fluggesellschaften wie der Swiss rapportieren immer mehr Sichtungen von Drohnen, allein letztes Jahr waren es 24 Meldungen. Erst diesen Mai kamen sich eine Drohne und vollbesetzter Airbus von der Swiss der sich im Landeanflug auf den Flughafen Zürich befand, gefährlich nahe. «Das heisst aber nicht, dass es immer häufiger zu gefährlichen Situationen kommt», betont Urs Holderegger, Mediensprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl). Viele Vorfälle seien harmlos. «Zwischenfälle wegen Vogelschlag sind für die Luftfahrt noch immer das grössere Problem.» – Schweizweit sind schätzungsweise gegen 100 000 Drohnen im Einsatz, unter den Piloten gibt es auch einige schwarze Schafe. Auf sozialen Netzwerken wie Facebook existieren geschlossene Gruppen, in denen sich Mitglieder mit Aufnahmen von illegalen Drohnenflügen brüsten. Er habe eine solche Person einmal gebeten, einen Beitrag zu löschen, weil die Bilder in einer Zone aufgenommen wurden, in der ein Flugverbot gilt, sagt Frédéric Hemmeler. Die Reaktion des Profifotografen kam postwendend: Er müsse Geld verdienen, sein Video diene als Werbemittel. «Was gewisse Drohnenpiloten machen, ist schlicht kriminell», meint Hemmeler dazu.

Tatsächlich hebelten diese schwarzen Schafe das Gesetz aus, sagt Bazl-Sprecher Urs Holderegger. «Man kann sie nicht zur Verantwortung ziehen, weil man sie nur selten erwischt.» Gelinge es, einen Piloten ausfindig zu machen, werde er verzeigt und müsse mit einem Bussgeld in der Höhe von mehreren hundert bis tausend Franken rechnen. Entscheidend dafür, ob man jemanden zur Rechenschaft ziehen könne, sei auch, wie schnell ein Vorfall bei der Polizei gemeldet und wie exakt eine Örtlichkeit beschrieben werde, ergänzt Marc Besson, Sprecher der Zürcher Kantonspolizei. Er berichtet von nicht einmal 20 Rapporten in Bezug auf unerlaubte Drohnenflüge in den letzten fünf Jahren.

Zertifizierung möglich

Drohnen böten Chancen für Innovationen, aber es brauche klar definierte Spielregeln, um sie ins Verkehrssystem der Schweiz einzubinden, sagt der Skyguide-Mediensprecher Vladi Barrosa. Skyguide entwickle derzeit ein Konzept für ein Drohnenregister. Details dazu möchte man zum jetzigen Zeitpunkt nicht preisgeben. Diesen September sollen erste Tests aber zeigen, wie so etwas konkret funktionieren könnte. Das Bazl seinerseits treibt internationale Bestrebungen voran, Drohnen mit einem Chip auszustatten.

Drohnenspezialist Hemmeler ist allerdings gegen zu viel Regulierungs-Aktionismus. Dieser scheitere am Schluss oft an der praktischen Umsetzung, weil die Technik der Geräte nicht genügend ausgereift sei. In Frankreich beispielsweise gelte ein Gesetz, das es erlaube, Drohnen zu scannen und dadurch einem Besitzer zuzuordnen. Allein in der Praxis funktioniere dies gar nicht. Hemmeler fordert deshalb, dass Drohnenpiloten künftig wie Privat- oder Linienpiloten eine Fluglizenz besitzen. Das Bazl winkt diesbezüglich aber ab. Der Aufwand sei zu hoch, dafür habe man die Kapazitäten nicht. Zudem sei es fraglich, ob sich die Sicherheit mittels einer Hobbypiloten-Lizenz erhöhen liesse. Man halte es für sinnvoller, Drohnen in drei Kategorien einzuteilen: einen offenen Bereich mit wenig Regeln, einen eingeschränkten Bereich mit Bewilligung und einen professionellen Bereich mit Zertifikat. Seit rund einem halben Jahr ist es laut Urs Holderegger möglich, Drohnen vom Bazl zertifizieren zu lassen. Auch Piloten oder Flugmissionen sollen künftig zertifiziert werden können. Die Papiere sind international anerkannt, es gibt bereits einige Unternehmen, die Interesse daran bekundet haben. Die entsprechenden Verfahren einzuleiten, lohnt sich für Private allerdings kaum, weil die Kosten und der Aufwand dafür sehr hoch sind.

Der Luftraum wird enger

Drohnen werden am Schweizer Himmel künftig häufiger zu sehen sein, darüber sind sich das Bazl, Skyguide und Frédéric Hemmeler einig. «Der Platz im Luftraum wird enger, aber eine Harmonie ist möglich», meint Letzterer. «Die Bedingung ist aber, dass die Leute verantwortungsvoll in der Luft unterwegs sind. Dann gelingt es, Chancen auszubauen und Risiken zu minimieren.»

Drohnen gegen Herztod – Kardiologe: „Außerordentlich interessanter Ansatz“

Mit Drohnen gegen den Herztod – das schwedische Unternehmen Flypulse will so Menschenleben retten. Besonders in abgelegenen Gegenden mit schlechter Infrastruktur sollen die Fluggeräte helfen. Ein Kardiologe hält den Ansatz für erfolgversprechend, um von Herzstillstand Bedrohte zu retten.

Die Rettung beim plötzlichen Herzstillstand kommt  in der Regel auf Rädern, sie kann im Stau steckenbleiben oder bei schlechtem Verkehrsnetz erst spät am Einsatzort eintreffen – oft zu spät. Dabei müssten viele dieser Menschen nicht sterben, denn Studien zeigen, eine rechtzeitige Behandlung bei Kammerflimmern steigert die Überlebensrate von 10 auf 50 Prozent. Bald gibt es hier eine neue Form der Ersten Hilfe und die kommt aus der Luft – aber nicht als Helikopter, sondern als Drohne. Ein solches Konzept bietet seit neustem der schwedische Drohnenhersteller Flypulse an. Denn entscheidend bei Kammerflimmern ist, dass möglichst schnell ein Defibrillator am Einsatzort ist – das ist das Gerät, das dem Herz einen elektrischen Schock verpasst und die Herzrhythmusstörung behebt, ein Neustart des Herzens sozusagen. Der Drohne werde lediglich ein Ziel vorgegeben und das System rechne dann selbständig den besten Weg aus. Ein zweiter Operator überwache die Drohne während ihres Fluges und könne jederzeit die Route ändern oder ihre Landeposition korrigieren. Die Drohne transportiert einen halbautomatischen AE-Defibrillator (Automatic External Defibrillator). Dieser lasse sich auch von Laien bedienen, erklärte der Kardiologe Trappe. Es müssten nur zwei Elektroden am Brustkorb des Notleidenden angeklebt und der Defibrillator eingeschaltet werden. Alle weiteren Anweisungen gibt dann der Defibrillator an den Benutzer per Sprachbefehl weiter. Nach Ansicht von Flypulse könnten diese Drohnen in Gegenden mit schlechter Infrastruktur und medizinischer Versorgung sein. Als Beispiel nannte Wallmann Küstengegenden mit angrenzenden Wäldern und verschlungenen Straßen, in denen viele Ferienhäuser stehen. Da gebe es in Schweden und anderen Ländern einen bedeutenden Mangel an Ambulanzpersonal. Um solche Gebiete großflächig abzudecken, werden Drohnenstationen mit einem Handlungsradius von 10-15 Kilometern von Flypulse in regelmäßigen Abständen eingerichtet. Aber auch bei Staus, großen öffentlichen Veranstaltung und Sportevents, wo es schwer ist, zum Opfer zu gelangen, werden Einsatzmöglichkeiten gesehen.

Drohnen trotz Verbots bei Nova Rock unterwegs – hohe Geldstrafe droht

Zwei Drohnenpiloten ließen ihre Drohnen auf dem Nova-Rock-Gelände aufsteigen und kamen dabei laut Polizei mit dem Luftfahrtgesetz in Konflikt.

Zwei Drohnenpiloten könnte der Einsatz ihrer Fluggeräte beim Nova Rock in Nickelsdorf im Nachhinein teuer kommen. Trotz eines Verbots ließen die beiden ihre Drohnen am Kerngelände aufsteigen und kamen dabei laut Polizei mit dem Luftfahrtgesetz in Konflikt. Die Folge: Solche Verstöße können mit bis zu 22.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.

Die Drohnen seien bei der Blue Stage über die Menschenmenge geflogen. „Das illegale, nicht bewilligte Fliegen über so eine große Menschenansammlung stellt eine große Gefährdung dar. Darum hat die Polizei auch dahin gehend großes Augenmerk gelegt“, sagte Helmut Greiner, Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland, am Sonntag zur APA. Die Betreiber wurden ausgeforscht. „Sie werden bei der Bezirksverwaltungsbehörde nach dem Luftfahrtgesetz angezeigt“, erläuterte Greiner.

Wie Drohnen versichert werden sollten

Eine zunehmende Zahl an Drohnen schwirrt in der Luft. Doch beim Einsatz der Fluggeräte gibt es enorme Risiken, viele Vorschriften und auch eine Versicherungspflicht. Die wichtigsten Punkte für eine sichere Nutzung.

Leise surrend fliegt der Quadrocopter, eine Drohne mit vier Rotorblättern, über eine Wiese mit hohem Gras. Der Drohnenführer steht am Rand des Feldes und beobachtet die Bilder des Fluggeräts auf einem kleinen Monitor. Sorgfältig wird das gesamte Feld abgeflogen bis endlich das gefunden wird, wonach gesucht werden soll. Sorgfältig versteckt im Gras liegt ein acht Stunden altes Rehkitz: Eingerollt und ruhig atmend. In ein paar Stunden will der Landwirt die Wiese mähen und hätte das kaum 20 cm große Kitz schlichtweg übersehen und getötet. Eine Wärmebildkamera an dem ferngesteuerten Flugobjekte hat das verhindert.

Die gewerblichen Einsatzmöglichkeiten für Drohnen nehmen ständig zu, aber Privatleute nutzen solche Fluggeräte öfter. Doch die wenigsten Verbraucher kennen die Gefahren, die bei unsachgemäßer Handhabung von Multikoptern drohen. Jede Drohne, die in Österreich durch die Lüfte fliegt – egal ob zur gewerblichen oder privaten Nutzung – muss versichert sein. Denn ein Schaden kann schnell in die Tausende gehen.

Es gibt aktuell noch keine Meldepflicht zur Drohnennutzung und deswegen keine verlässlichen Zahlen. Die österreichische Flugsicherung schätzte im November 2016 etwa 40.000 Drohnen im privaten Gebrauch in Österreich, diese Zahl soll bis 2020 auf knapp 100.000 steigen.

Stetig werden neue Anwendungsgebiete im gewerblichen Bereich erschlossen: So werden Drohnen im Baugewerbe zur Vermessung und bei technischen Kontrollen eingesetzt; Forst- und Landwirte nutzen die unbemannten Flugobjekte zur Schädlingsbekämpfung. Drohnen können effektiv zur Erkundung und Forschung eingesetzt werden, da sie mit wenig Aufwand Luftaufnahmen liefern können. Je nachdem von wie vielen Rotorblättern die Drohne angetrieben wird, handelt es sich um einen Quadrocopter, Hexacopter oder Octocopter.

Airbus und Drohne stossen fast zusammen

Anfang Mai ist es am Flughafen Zürich beinahe zu einem Unglück gekommen. Ein vollbesetzter Airbus der Swiss ist bei der Landung fast in eine Drohne geprallt.

Skisportfans ist die Szene in schauriger Erinnerung: Beim Nachtrennen im italienischen Madonna di Campiglio kracht im Dezember 2015 fast eine Drohne auf den österreichischen Slalomfahrer Marcel Hirscher.

Auch in anderen Zusammenhängen haben Drohnen diesbezüglich für Schlagzeilen gesorgt, etwa, als sich eine Drohne im Sommer 2016 am Flughafen Heathrow in London bis auf 20 Meter einem Airbus der Swiss näherte und es fast zu einem Zusammenprall kam. Nur durch Glück konnten die Piloten damals eine Katastrophe verhindern.

Nun verzeichnet die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) einen Vorfall zwischen einer Drohne und einem Passagierflugzeug. Am 6. Mai 2017 war ein vollbesetzter Airbus der Swiss unterwegs von Dar es Salaam nach Zürich. Am frühen Morgen um 6 Uhr 15 prallte eine Drohne beinahe in den Airbus, der gerade auf der Piste 34 Landen wollte. Der Vorfall ereignete sich rund 20 Kilometer südöstlich des Flughafens Zürich. Das geht aus einem Vorbericht hervor, den die Sust veröffentlicht hat. Sie bezeichnet die Fastkollision, in der Fachsprache als «Airprox» bezeichnet, als schweren Vorfall und hat deshalb eine Untersuchung eröffnet.

Die Drohne sei «definitiv viel zu hoch» unterwegs gewesen, sagte Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa auf Anfrage. Der Airbus sei in der Gegend von Pfäffikon (Schwyz) in einer Höhe von rund 1500 Metern geflogen, und eine Drohne dürfe nur 150 Meter über Grund schweben. Das Objekt sei von blossem Auge her gut zu erkennen gewesen, es sei von einem Piloten der Cathay Pacific und eben aus dem Swiss Cockpit gesichtet und gemeldet worden.

Wie nahe sich die Drohne und das Flugzeug gekommen sind, ist laut Barrosa nicht bekannt. Der Einsatz der Drohne sei aber nicht bewilligt gewesen. Generell komme es äusserst selten vor, dass sich eine Drohne und ein Flugzeug kreuzten. In der Nähe des Flughafens Zürich habe es letztes Jahr zwei solche Vorfälle gegeben, einen Zwischenfall gab es beim Flughafen Basel, wie der Mediensprecher ergänzte.

Aus gut unterrichteter Quelle hat die NZZ erfahren, dass es sich bei der in den aktuellen Vorfall involvierten Drohne nicht um ein günstiges Kinderspielzeug gehandelt hat, sondern um eine Profi-Drohne. Diese kosten in der Regel mehrere zehntausend Franken und werden zum Beispiel von Fotografen verwendet.

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod bewahren

Wenn die Bauern ihre Wiesen mähen, sind viele Rehkitze in Gefahr. Zwei Jäger aus Schwaben wollen das mit einer Drohne samt Wärmebildkamera ändern. Dass ihre Idee Leben retten kann, zeigen die vergangenen Wochen. Auch Tierschützer sind überzeugt.

Seit zwei Wochen klingelt der Wecker von Rupprecht Walch und Dieter Hampel bereits um drei Uhr in der Früh. Spätestens um vier stehen die beiden auf den Feldern rund um Nördlingen in Bayerisch-Schwaben, 50 Meter über ihnen surrt eine Drohne.

Vier Stunden sind die beiden täglich auf der Suche nach Rehkitzen – um sie vor dem sicheren Tod durch den Mähdrescher zu retten.

Denn die Zeit der Wiesenmahd ist für die jungen Tiere sehr gefährlich. Die Mähdrescher auf den Feldern werden immer größer, die Maschinen immer schneller. Doch die Rehkitze lassen sich davon nicht aus ihren gemütlichen Plätzen im hohen Gras verscheuchen. «Die Kitze haben von der ersten bis zur vierten Woche keinen Fluchtinstinkt», erklärt Walch, der als Berufsjäger im Nördlinger Ries arbeitet. Statt vor den gefährlichen Maschinen wegzulaufen, ducken sich die Tiere nur und verharren an Ort und Stelle.

Die Folge: Jährlich sterben zahlreiche Rehkitze auf den Feldern. Die Drohne, ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, soll das zumindest im Norden Schwabens in diesem Jahr verhindern.

Je kälter es draußen ist, desto besser können Walch und der ehrenamtliche Jäger Hampel die Rehkitze in ihren Verstecken finden. «Die Kitze strahlen eine Temperatur von etwa 25 Grad ab. In der Früh sind sie also am besten zu sehen», sagt Walch. Mit Funkgeräten lotst der Drohnenpilot seinen Begleiter dann an die richtige Stelle, um das Rehkitz aus dem Feld zu holen.

Dass die Aktion Erfolg hat, haben die vergangenen Tage gezeigt. Innerhalb von zwei Wochen haben Walch und Hampel rund 80 Jungtiere aus den Feldern gerettet. «Wir tragen die Kitze mit Gummihandschuhen und Gras drumherum aus den Feldern», sagt Walch. So habe es bisher auch keine Probleme mit den Geißen gegeben, die ihren Nachwuchs wieder aufnehmen.

Initiiert wurde die Tierschutz-Offensive vom Verein für Deutsche Wachtelhunde Baden-Württemberg Nord, der gleich zwei Drohnen mit Wärmebildkamera für jeweils rund 12 500 Euro angeschafft hat. «Wir stellen dem Verein die Reviere im Nördlinger Ries zur Verfügung, damit die Hunde ausgebildet werden können», sagt Walch. Im Gegenzug leiht der Verein den Jägern die Drohne für die Rehrettung.

Innerhalb von rund fünf Minuten können Walch und Hampel damit einen Hektar Wiesenfläche absuchen. Je nach Beschaffenheit der Felder schaffen sie jeden Morgen 20 bis 30 Hektar, ehe es gegen acht Uhr zu warm wird und sie die Kitze nicht mehr genau erkennen können. Ein großer Zeitaufwand, der für die einzelnen Landwirte zu groß wäre.

Dem Bayerischen Bauernverband ist dementsprechend nur eine Handvoll Landwirte bekannt, die bei ihrer Arbeit Drohnen einsetzen. «Die Drohnen- und Kameratechnik hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren deutlich weiterentwickelt. Die Nutzung ist aber noch nicht flächendeckend», sagt Verbands-Sprecher Markus Peters. Die Rehrettung sei dabei nicht das einzige Einsatzfeld, Drohnen seien auch bei Themen wie der Optimierung des Nährstoffeinsatzes hilfreich.

Für die Vertreibung von Rehen aus den Feldern sei zuletzt vor allem der sogenannte Rehkitz-Retter eine erfolgreiche Innovation gewesen. Das mit einem Akku betriebene Gerät vertreibe Rehe wenige Tage vor dem Mähen mit Lichtblitzen und akustischen Signalen in einem Umkreis von 100 Metern.

Der Einsatz von Drohnen könnte nun zu einer neuen, vielversprechenderen Methode werden. Der Verein Rehrettung Hegau-Bodensee beobachtet bereits einen deutlich steigenden Einsatz von Drohnen bei der Rehrettung, ohne genaue Zahlen nennen zu können. Der Verein führt das vor allem auf sinkende Preise für Drohnen zurück. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich bereits mit dem Thema Wildrettung beschäftigt und dabei ebenfalls eine mit Sensoren ausgestattete Drohne entwickelt.

«Es kann nicht sein, dass Rehkitze hier auf der Strecke bleiben, obwohl es mittlerweile so viele technische Möglichkeiten gibt», sagt Jäger Hampel. Ziel sei es daher, so viele Jungtiere zu retten wie irgendwie möglich. «Das ist Antrieb genug, sich jeden Morgen aus dem Bett zu quälen.»

Die Tierschützer in Bayern jedenfalls freut es, dass mit Hilfe der Drohne derzeit so viele Rehkitze gerettet werden können. «Das ist grundsätzlich ein sehr lobenswerter Ansatz», heißt es vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern.

Drohnen: Das muss man in Österreich wissen

Ob als Spielzeug für Technikfreaks oder innovatives Forschungsinstrument – die Zahl der Drohnen nimmt in Österreich ständig zu. Welche Rechte und Pflichten mit dem Kauf einer Drohne verbunden sind, wissen viele Österreicher jedoch nicht. Hier leisten der österreichische Versicherungsverband VVO, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und Austro Control Aufklärung und erklären, was erlaubt ist und was nicht.

Längst haben sich die kleinen, unbemannten Flugobjekte in Elektromärkten ihren eigenen Ausstellungsbereich erkämpft. Und das wohl zurecht: Laut einer aktuellen KFV-Erhebung würde jeder dritte Österreicher gerne eine Drohne nutzen. „Der wohl häufigste Grund, um sich eine Drohne zu kaufen, ist der Spaßfaktor. Doch auch wenn die  Steuerung einer Drohne viel Freude macht, sollte die Sicherheit nicht zu kurz kommen“, so Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender von UNIQA Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Zwar hat es laut Löger bisher weder in Österreich, noch in anderen Ländern, viele Schadensfälle gegeben, doch rät der Versicherungsexperte jedenfalls zu einer Risikoabsicherung über eine Versicherung.

Wissensdefizite rund um rechtliche Vorschriften
Eine aktuelle Erhebung des KFV zeigt, dass österreichische Drohnen-Fans häufig nur unzureichend über die hierzulande geltenden Bestimmungen Bescheid wissen. 58 Prozent der Befragten geben an, zumindest ungefähr über die rechtlichen Vorschriften bezüglich der Nutzung von Drohnen informiert zu sein. Zugleich geben aber vier von zehn Personen ganz offen zu, gar nichts über die rechtlichen Aspekte der Drohnennutzung zu wissen. „Die Ergebnisse unserer Erhebung zeigen deutlich, dass hinsichtlich der Frage, was rund um die Nutzung von Drohnen erlaubt ist, noch großer Aufklärungs- und Informationsbedarf besteht“, betont Othmar Thann, Direktor des KFV. „Jeder zehnte Drohnen-Besitzer weiß nicht, ob seine eigene Drohne genehmigungspflichtig ist.“ Eigenen Angaben zufolge lernen die österreichischen Drohnen-Fans die Handhabung vor allem vom sozialen Umfeld und aus dem Internet.

Österreichisches Regulativ als Vorbild für Europa
Die Nutzung von Drohnen wirft viele Fragen auf. Wo darf ich meine Drohne fliegen lassen? Wann wird eine Genehmigung benötigt? In Österreich gilt seit 2014 das novellierte Luftfahrtgesetz, das erstmalig den Einsatz von Drohnen ermöglicht. Es werden allerdings genaue Kriterien und Standards definiert, die sicherstellen sollen, dass diese Luftfahrzeuge sicher unterwegs sind und niemanden gefährden. Austro Control hat dazu Durchführungsbestimmungen erlassen, die bei der Bewilligung in erster Linie auf das Gefährdungspotential abstellen. Unterschieden werden Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt, besiedelt und dicht besiedelt) und Gewichtsklassen (bis 5 kg, 5 bis 25 kg und 25 bis einschließlich 150 kg). Daraus ergeben sich unterschiedliche Kategorien und in weiterer Folge die Strenge der Auflagen. „Mit diesem Regulativ hat Österreich in Europa eine Vorreiterrolle übernommen“, erklärt Heinz Sommerbauer, CEO von Austro Control. „Dabei gilt: Die Höhe des Risikos definiert die Auflagen. Das ist ein Ansatz, den wir entwickelt haben und der jetzt von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), die an einem gesamteuropäischen Regelwerk arbeitet, übernommen wird.“

Seit Inkrafttreten des novellierten Luftfahrtgesetzes gab es insgesamt rund 3.000 Anträge, davon wurden rund 2.400 bewilligt.  2016 gab es 1.195 Bewilligungen (2015: 410; 2014: 150).

Rechtlichen Vorschriften und Tipps zum Einsatz von Drohnen in Österreich

  • Bis 250 Gramm gelten Drohnen als Spielzeug und dürfen auf eine Maximalhöhe von 30 Metern aufsteigen.
  • Ab 250 Gramm ist eine Bewilligung von Austro Control sowie eine Haftpflichtversicherung für die Drohne erforderlich. Derlei Drohnen unterliegen dem Luftfahrtgesetz, die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 150 Meter bei ständigem Sichtkontakt.
  • Bei manchen privaten Haftpflichtversicherungen sind auch Flugmodelle bis 5 kg, manchmal bis 25 kg mitversichert. Dies gilt nur für Flugmodelle (auch Drohnen) ohne Kameras. Ist eine Kamera montiert, handelt es sich nicht mehr um ein Flugmodell.
  • Ob eine Drohne anmeldungspflichtig ist, muss der Besitzer selbst feststellen (Gewicht auf dem Datenblatt). Es gibt gegenwärtig keine Hinweise zur Anmeldungspflicht auf entsprechenden Drohnen im Handel.
  • Für die Anmeldung benötigt man eine Versicherungsbestätigung, einen Lichtbildausweis, der bestätigt, dass man über 16 Jahre alt ist, ein Foto von der anzumeldenden Drohne sowie einige aus dem Datenblatt ersichtliche Spezifikationen.
  • Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete zählen für Drohnen zu den absoluten Sperrzonen. Auch bei Privatgründen gelten außerdem Einschränkungen: Diese dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden.
  • Ohne Bewilligung mit einer Drohne in Österreich zu fliegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar. Das Strafausmaß beträgt bis zu 22.000 Euro. Die Versicherungssumme für eine typische, private Drohne ab 250 Gramm liegt bei etwa 100 bis 150 Euro pro Jahr.
  • Beim Steuern einer Drohne muss immer (!) Sichtkontakt mit der Drohne vorhanden sein. Das Steuern per VR-Brille ist in Österreich verboten.