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Drohnen: Das muss man in Österreich wissen

Ob als Spielzeug für Technikfreaks oder innovatives Forschungsinstrument – die Zahl der Drohnen nimmt in Österreich ständig zu. Welche Rechte und Pflichten mit dem Kauf einer Drohne verbunden sind, wissen viele Österreicher jedoch nicht. Hier leisten der österreichische Versicherungsverband VVO, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und Austro Control Aufklärung und erklären, was erlaubt ist und was nicht.

Längst haben sich die kleinen, unbemannten Flugobjekte in Elektromärkten ihren eigenen Ausstellungsbereich erkämpft. Und das wohl zurecht: Laut einer aktuellen KFV-Erhebung würde jeder dritte Österreicher gerne eine Drohne nutzen. „Der wohl häufigste Grund, um sich eine Drohne zu kaufen, ist der Spaßfaktor. Doch auch wenn die  Steuerung einer Drohne viel Freude macht, sollte die Sicherheit nicht zu kurz kommen“, so Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender von UNIQA Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Zwar hat es laut Löger bisher weder in Österreich, noch in anderen Ländern, viele Schadensfälle gegeben, doch rät der Versicherungsexperte jedenfalls zu einer Risikoabsicherung über eine Versicherung.

Wissensdefizite rund um rechtliche Vorschriften
Eine aktuelle Erhebung des KFV zeigt, dass österreichische Drohnen-Fans häufig nur unzureichend über die hierzulande geltenden Bestimmungen Bescheid wissen. 58 Prozent der Befragten geben an, zumindest ungefähr über die rechtlichen Vorschriften bezüglich der Nutzung von Drohnen informiert zu sein. Zugleich geben aber vier von zehn Personen ganz offen zu, gar nichts über die rechtlichen Aspekte der Drohnennutzung zu wissen. „Die Ergebnisse unserer Erhebung zeigen deutlich, dass hinsichtlich der Frage, was rund um die Nutzung von Drohnen erlaubt ist, noch großer Aufklärungs- und Informationsbedarf besteht“, betont Othmar Thann, Direktor des KFV. „Jeder zehnte Drohnen-Besitzer weiß nicht, ob seine eigene Drohne genehmigungspflichtig ist.“ Eigenen Angaben zufolge lernen die österreichischen Drohnen-Fans die Handhabung vor allem vom sozialen Umfeld und aus dem Internet.

Österreichisches Regulativ als Vorbild für Europa
Die Nutzung von Drohnen wirft viele Fragen auf. Wo darf ich meine Drohne fliegen lassen? Wann wird eine Genehmigung benötigt? In Österreich gilt seit 2014 das novellierte Luftfahrtgesetz, das erstmalig den Einsatz von Drohnen ermöglicht. Es werden allerdings genaue Kriterien und Standards definiert, die sicherstellen sollen, dass diese Luftfahrzeuge sicher unterwegs sind und niemanden gefährden. Austro Control hat dazu Durchführungsbestimmungen erlassen, die bei der Bewilligung in erster Linie auf das Gefährdungspotential abstellen. Unterschieden werden Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt, besiedelt und dicht besiedelt) und Gewichtsklassen (bis 5 kg, 5 bis 25 kg und 25 bis einschließlich 150 kg). Daraus ergeben sich unterschiedliche Kategorien und in weiterer Folge die Strenge der Auflagen. „Mit diesem Regulativ hat Österreich in Europa eine Vorreiterrolle übernommen“, erklärt Heinz Sommerbauer, CEO von Austro Control. „Dabei gilt: Die Höhe des Risikos definiert die Auflagen. Das ist ein Ansatz, den wir entwickelt haben und der jetzt von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), die an einem gesamteuropäischen Regelwerk arbeitet, übernommen wird.“

Seit Inkrafttreten des novellierten Luftfahrtgesetzes gab es insgesamt rund 3.000 Anträge, davon wurden rund 2.400 bewilligt.  2016 gab es 1.195 Bewilligungen (2015: 410; 2014: 150).

Rechtlichen Vorschriften und Tipps zum Einsatz von Drohnen in Österreich

  • Bis 250 Gramm gelten Drohnen als Spielzeug und dürfen auf eine Maximalhöhe von 30 Metern aufsteigen.
  • Ab 250 Gramm ist eine Bewilligung von Austro Control sowie eine Haftpflichtversicherung für die Drohne erforderlich. Derlei Drohnen unterliegen dem Luftfahrtgesetz, die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 150 Meter bei ständigem Sichtkontakt.
  • Bei manchen privaten Haftpflichtversicherungen sind auch Flugmodelle bis 5 kg, manchmal bis 25 kg mitversichert. Dies gilt nur für Flugmodelle (auch Drohnen) ohne Kameras. Ist eine Kamera montiert, handelt es sich nicht mehr um ein Flugmodell.
  • Ob eine Drohne anmeldungspflichtig ist, muss der Besitzer selbst feststellen (Gewicht auf dem Datenblatt). Es gibt gegenwärtig keine Hinweise zur Anmeldungspflicht auf entsprechenden Drohnen im Handel.
  • Für die Anmeldung benötigt man eine Versicherungsbestätigung, einen Lichtbildausweis, der bestätigt, dass man über 16 Jahre alt ist, ein Foto von der anzumeldenden Drohne sowie einige aus dem Datenblatt ersichtliche Spezifikationen.
  • Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete zählen für Drohnen zu den absoluten Sperrzonen. Auch bei Privatgründen gelten außerdem Einschränkungen: Diese dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden.
  • Ohne Bewilligung mit einer Drohne in Österreich zu fliegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar. Das Strafausmaß beträgt bis zu 22.000 Euro. Die Versicherungssumme für eine typische, private Drohne ab 250 Gramm liegt bei etwa 100 bis 150 Euro pro Jahr.
  • Beim Steuern einer Drohne muss immer (!) Sichtkontakt mit der Drohne vorhanden sein. Das Steuern per VR-Brille ist in Österreich verboten.

Drohnen: Hype, der zur Gefahr wird

2400 genehmigte Drohnen sind in Österreich unterwegs, verkauft wurden Zigtausende. Aber was, wenn einem eine Drohne auf den Kopf stürzt? Darüber wissen Drohnenflieger zu wenig.

Man hört sie dutzendfach surren, wo Kinder früher ihre Drachen haben steigen lassen, am Wilhelminenberg zum Beispiel. Manche lassen sich nun von Drohnen beim Sport begleiten, um Bilder von sich im Internet zeigen zu können. Und neben den Privaten, die das zum Spaß machen, melden immer mehr gewerbliche Nutzer, Filmemacher oder Landwirte, Drohnen an. Die Zahl wächst jedenfalls rasend, aber mitunter werden die Flugobjekte zur Plage.

Jüngst etwa in Großbritannien, wo ein Gefängnis ein Drohnenabwehrsystem entwickelt hat, weil Häftlinge Lieferungen per Drohnen aus der Luft erhalten haben.

Dunkelziffer unbekannt

So weit ist es in Österreich noch nicht. Jedenfalls wurden seit 2014, seit Drohnen mit mehr als 250 Gramm bewilligungspflichtig sind, 2400 Genehmigungen ausgestellt. 600 Anträge wurden aus formalen Gründen abgelehnt, heißt es von der Austro Control. Aber das ist nur ein Bruchteil der Drohnen in Österreich: Allein 2016 seien 40.000 Drohnen verkauft worden, sagt Hartwig Löger, Vizepräsident des Verbands der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO).

Der überwiegende Anteil davon fällt wohl in die Kategorie Spielzeugdrohne, ist also leichter als 250 Gramm und darf maximal 30 Meter hoch fliegen. Wie viele genehmigungspflichtige Drohnen illegal genutzt werden, ist unklar. Der Versicherungsverband, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und die Austro Control warnen jedenfalls: Wer sich die 300Euro und die Formalitäten einer Genehmigung sparen will, den kann das teuer zu stehen kommen. Ohne Bewilligung zu fliegen ist eine Verwaltungsübertretung und kann mit bis zu 22.000 Euro geahndet werden.

Auch bei einem Unfall mit einer Drohne entstehen schnell Schäden, die Existenzen bedrohen, warnen Versicherer. Sie mahnen Private, Drohnen mit mehr als 250 Gramm müssten eigens haftpflichtversichert werden.

Bisher sind in Österreich noch keine großen Unfälle durch Drohnen bekannt. Aber trotz des Hypes wissen viele Drohnenflieger wenig über die Rechtslage, wie eine Umfrage des KFV zeigt: Jeder zehnte Drohnenbesitzer weiß nicht, ob seine Drohne genehmigungspflichtig ist. 42 Prozent gaben an, überhaupt nicht über Vorschriften informiert zu sein, der Rest meinte, ungefähr Bescheid zu wissen.

Die strengen Regelungen gelten in Österreich seit Anfang 2014. Unterschieden werden Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt usw.) und Gewichtsklasse; daraus ergeben sich verschiedene Auflagen. Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete sind für Drohnen absolute Sperrzonen. Privatgründe dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden. Auch Fremde darf man nur mit Einverständnis filmen. Und wer Veranstaltungen filmen will, der muss das einzeln genehmigen lassen – da gelten äußerst strenge Auflagen.

EU plant Nummerntafeln

In Zukunft dürften die Regeln für Drohnen europaweit vereinheitlicht werden: Die EU-Kommission will den Luftraum für Drohnenverkehr unter 150 Metern ab 2019 weitestgehend öffnen und regulieren. Dafür sollen einheitliche Regelungen geschaffen werden, die jenen ähneln, die in Österreich gelten. Die Grundverordnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) soll noch 2017 beschlossen werden. Neu wäre etwa, dass Drohnen ab 250 Gramm eine „digitale Nummerntafel“ haben müssen.

Die EU will sich damit auf den neuen Alltag durch Drohnen einstellen. Denn da reichen die Entwicklungen weit. Onlinehändler planen etwa, dass in ein paar Jahren Pakete schon kurz nach der Bestellung per Drohne ans Fenster geliefert werden. Getestet werden auch Ambulanzdrohnen, die in Notfällen einen Defibrillator bringen sollen, inklusive Funkverbindung zu einem Arzt, der instruiert.

Mit der Zahl der Drohnen-Nutzer nimmt auch die Häufigkeit von Unfällen zu. Das israelische Unternehmen ParaZero fordert deshalb eine Fallschirmpflicht für die Fluggeräte – und bietet, wie passend, schon eine Lösung dazu an.

Vom privaten Freizeitspaß über kommerzielle Paketzustellung und fliegende Retter bis hin zur Personenbeförderung: Flugdrohnen liegen im Trend. Allein in den USA wird die Zahl in diesem Jahr auf 600.000 steigen, schätzt die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA.

Das bringt zunehmend Gefahren, vor allem durch private Nutzer. Behinderung des Flugverkehrs, unerlaubtes Eindringen in privaten Luftraum, schwere Verletzungen durch Drohnen, die vom Himmel fallen– die Liste der Zwischenfälle ist lang. Das schadet dem Image der unbemannten Fluggeräte und erschwert viele Einsatzmöglichkeiten. Drohnenverkehr über größeren Menschenansammlungen sind vielerorts nach wie vor ein Tabu.

Das israelische Startup ParaZero will eine Lösung für dieses Problem gefunden haben: Eine Fallschirmpflicht für Flugdrohnen könnte die meisten Sicherheitsbedenken ausräumen, argumentiert das Unternehmen. Die Idee an sich ist zwar nicht neu, aber mit der hauseigenen Fallschirmtechnologie will ParaZero jedoch ein neues Maß an Sicherheit gewährleisten.

Mit der Zahl der Drohnen-Nutzer nimmt auch die Häufigkeit von Unfällen zu. Das israelische Unternehmen ParaZero fordert deshalb eine Fallschirmpflicht für die Fluggeräte – und bietet, wie passend, schon eine Lösung dazu an.

Auf der Drohnenmesse in Dallas stellt das Unternehmen seine Lösung vor. Dabei setzt der Hersteller auf das Prinzip eines Airbags und nutzt einen pyrotechnischen Mikrogasgenerator, um den Fallschirm im Notfall innerhalb von Sekundenbruchteilen zu entfalten. Verknotungen sollen durch in den Rand eingenähte Gewichte verhindert werden. So soll sichergestellt werden, dass sich der Fallschirm gleichmäßig entfaltet. Durch eine schnelle Öffnungszeit funktioniert der Schirm auch in sehr niedrige Höhen.

Für das Öffnen des Fallschirms kann es eine ganze Reihe von Auslösern geben: ein plötzlicher Höhenverlust oder Motorausfall, ein leerer Akku, ein gehacktes System oder eine Störung des Funksignals. Auch das unerlaubte Überschreiten von Grenzen könnte mithilfe eines Funksignals den Schirm öffnen und Drohnenpiloten so davon abhalten, in gesperrte Bereiche wie etwa Flughäfen vorzudringen.

Ein von ParaZero entwickelter Notfallcomputer namens SmartAir überwacht dabei mit Algorithmen die Parameter des Drohnensystems, um im Ernstfall den Einsatz des Fallschirms zu garantieren. Hat sich der Schirm geöffnet, schwebt die Drohne – begleitet von Licht- und Tonsignalen – langsam zu Boden. Der Fallschirm lässt sich laut Hersteller wiederverwenden. Er wird in einem kleinen Behälter auf die Drohne geschnallt. Das gesamte System wiegt in der kleinsten Ausführung 250 Gramm.

ParaZero hofft auf eine Fallschirm-Pflicht für Flugdrohnen. Der Hersteller bietet seine Lösung für eine Reihe verschiedener Modelle und Größen an und berücksichtigt bemannte Drohnen mit einem Gewicht von bis zu 350 Kilogramm. Ziel sei es, Menschen ebenso zu schützen wie das Fluggerät selbst.

Drohnen-Anbieter Parrot geht mit Rundum-Paket auf Firmenkunden zu

Die französische Firma stellte am Montag Rundum-Pakete aus Drohnen und dazugehöriger Software vor, die vor allem für Landwirtschaft und das Baugewerbe gedacht sind. Dazu gehört unter anderem eine Wärmebild-Lösung, mit der zum Beispiel Dachdecker, Inspektoren oder auch Feuerwehrleute schnell Gebäude erfassen sollen. Mit einem weiteren Werkzeug, können mit Hilfe der Drohnen-Aufnahmen 3D-Modelle von Gebäuden und Umgebungen erstellt werden. Bauern sollen aus der Luft ihre Felder überwachen können. Als Hardware-Basis dienen die Verbraucher-Modelle der Parrot-Drohnen.

Rekordverdächtig: DJI zeigt neue Kamera-Drohne

Nachdem DJI im Juli 2016 sein erstes Drohnen-Bundle mit einer Hasselblad-Kamera vorstellte, geht der chinesische Hersteller bei der Zusammenarbeit mit dem schwedischen Kamera-Produzenten nun einen Schritt weiter: Die Rede ist von der weltweit ersten Kamera-Drohne mit sage und schreibe 100 Megapixeln, die das Unternehmen nun auf seiner Internetseite präsentierte.

Drohne mit sechs Rotoren

Um die 100-Megapixel-Marke zu erreichen, setzt DJI auf die im April 2016 vorgestellte H6D-100c-Linse, die neben Fotos auch 4K-Videos aufnimmt. Außerdem bekommt der Anwender mit der DJI M600 Pro eine Drohne, die dank der Lightbridge-2-Technik in der Lage ist, Material über eine Entfernung von bis zu 5 Kilometern zu streamen. Des Weiteren hebt die Drohne mit ihren sechs Rotoren bis zu 6 Kilogramm Gewicht, sodass die rund 2,1 Kilogramm schwere H6D-100c kein Problem darstellt. Als Stabilisator dient die DJI-eigene kardanische Aufhängung vom Typ Ronin MX.

Verkaufsstart im dritten Quartal

Die Kombination aus M600-Pro-Drohne und der Hasselblad H6D-100c kommt laut DJI im dritten Quartal 2017 auf den Markt. Einen Preis will das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt nennen. Günstig wird es für die Nutzer auf keinen Fall – schließlich kostet allein die Kamera rund 35.000 Euro.

Auf Kollisionskurs mit der Drohne

Für die Deutsche Flugsicherung (DFS) ist die rapide ansteigende Zahl von Drohnen das sprichwörtliche rote Tuch. Allein zwischen Januar und Oktober letzten Jahres ereigneten sich 61 Zwischenfälle im Bereich deutscher Flughäfen, bei denen an- oder abfliegende Flugzeuge von Drohnen behindert oder gefährdet wurden. Zur wachsenden Gefahr im Luftraum gesellen sich zunehmende Risiken am Boden. Für Passanten und Zweiradfahrer ebenso wie für Fahrzeuge und deren Insassen, wie jetzt durchgeführte Crashtests der Sachverständigenorganisation Dekra zeigten.

Drohnen mit einem Gewicht von weniger als zwei Kilogramm dürfen derzeit in Deutschland von jedermann ohne einen Befähigungsnachweis betrieben werden. Schätzungen zufolge sind bereits rund 400.000 Drohnen startklar, Tendenz: stark steigend. „Mit dem rasch anwachsenden Bestand steigt naturgemäß das Risiko“, warnt Stefan Schneider, Luftfahrtfachmann der Dekra Aviation. Käufern und Betreibern der ferngesteuerten Minifluggeräte empfiehlt er, sich über bestehende Vorschriften und Auflagen rechtzeitig zu informieren und sie zu befolgen. Das gelte für gewerbliche Drohnenbetreiber gleichermaßen wie für private Hobbypiloten. „Wer Unfälle vermeiden will, muss sich vor dem ersten Start vorbereiten. Die Drohne nach dem Kauf auszupacken und gleich mal vor dem Haus aufsteigen zu lassen geht gar nicht“, so der Fachmann.

Welche Gefahren von den Minifliegern ausgehen, demonstrierten einige Crashtests, die Dekra kürzlich in Bielefeld durchführte. Bei einem Versuch prallte eine 1,3 Kilogramm wiegende Drohne gegen einen Kinderdummy. Dabei brach ein Propellerblatt aus Karbon ab und verursachte an der Hand des Dummys eine Schnittwunde. „Moderne Drohnen haben häufig starke Motoren und stabile Propellerblätter“, erläutert Schneider. „Treffen sie Personen, können sie Verletzungen verursachen.“

Schulung wird dringend empfohlen

Bei einem zweiten Versuch krachte eine 1,8 Kilogramm schwere Drohne gegen die Frontscheibe eines 65 km/h fahrenden Personenwagens und geriet anschließend außer Kontrolle. Nicht mehr lenkbar stieg sie trotz ihrer Beschädigungen etwa vierzig bis fünfzig Meter auf. Nach dem Abschalten der Rotoren stürzte sie erwartungsgemäß zu Boden. „Beim Absturz hätte sie nicht nur Menschen verletzen können“, so das Fazit des Fachmanns. „Auch der Aufprall auf ein Fahrzeug kann zu Schreckreaktionen des Fahrers und Folgeunfällen führen.“

Zu empfehlen für alle Drohnenbetreiber sei eine Schulung, wie sie, wen wundert es, von der Dekra und anderen Sachverständigenorganisationen angeboten wird. „Mit einem Befähigungsausweis lernt der Betreiber nicht nur die zahlreichen Vorschriften über Sperrgebiete, Flughöhe oder Sichtfluggebot kennen, sondern kann auch die Gefahren von Drohnenflügen einschätzen“, sagt Schneider. Zurzeit genügt noch eine freiwillige Schulung, künftig soll jedoch vor der Überreichung des Ausweises eine Prüfung obligatorisch werden.

Wer gegen die Regeln der Flugsicherung verstößt, macht sich wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr strafbar und haftet für mögliche Schäden. Alle Betreiber von Drohnen, auch solchen von weniger als zwei Kilogramm Gewicht, müssen daher eine spezielle Haftpflichtversicherung für Luftfahrzeuge abschließen, weil eine private Haftpflichtversicherung im Regelfall nicht für Schäden eintritt. Ohne Versicherungsschutz haften Drohnenpiloten in unbegrenzter Höhe.

Jetzt lassen sich Drohnen per Kopfbewegung steuern

Schon im Vorjahr hatte die Drohnen-Schmiede DJI ihre erste Videobrille für Piloten angekündigt. Dann war es lange ruhig um das von Fans sehnsüchtigst erwartete Produkt geworden. Bis jetzt. Denn nun ist fix: Die Brille wird laut DJI ab 20. Mai zu haben sein – zum Start wohl wie üblich nur in Mini-Mengen. Preis: 549 Euro.

5,5-Meter-Display
Gleichzeitig mit dem Termin hat DJI aber auch die endgültigen technischen Details offengelegt. In den Goggles stecken demnach zwei Displays mit jeweils Full HD Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) – also eines für jedes Auge. Das daraus resultierende Bild mit seinen 3.840 x 1.080 Pixeln soll so wirken, als würde man aus drei Metern Entfernung auf einen Schirm mit 5,5 Metern Diagonale blicken. Das Sichtfeld beträgt 85 Grad.

Drohne funkt direkt zur Brille
Die Videodaten werden direkt über den von DJI entwickelten Funkstandard OcuSync von der Drohne auf die Brille geschickt. Damit soll die Verzögerung auf ein Minimum reduziert werden. Dabei stehen zwei Modi zur Verfügung: 720p mit 60 oder 30 Bildern pro Sekunden und 1.080p mit 30 Frames.

Kopfsteuerung für echtes Flugfeeling
Ein seitlich integriertes Touchpad erlaut den direkten Zugriff auf die wichtigsten Flugfeatures der Drohne wie ActiveTrack, TapFly, Terrain Follow, Cinematic Mode und Tripod Mode. Völlig neu ist Head Tracking. Das heißt: User von Mavic Pro und Phantom-4-Modellen können ihr Fluggerät per Kopfbewegung steuern. Wird der Kopf nach links gedreht, fliegt die Drohne nach links – und umgekehrt. Auch Steig- und Sinkflug kann auf diese Weise eingeleitet werden. Im ebenfalls verfügbaren Fixed-Wing-Modus fliegt sich die Drohe dann wie ein Flugzeug – Cockpit-Feeling inklusive. Alternativ lässt sich die Kamera per Kopfbewegung kontrollieren.

Bis zu sechs Stunden Betriebsdauer
In den Goggles steckt ein Akku mit 9.440 mAh, der eine Betriebsdauer von bis zu sechs Stunden erlaubt. Zudem sind Micro-USB-Anschluss, 3,5 mm Audio-Klinkenstecker, HDMI-Port (auch für Gaming und Filmwiedergabe), MicroSD-Kartensteckplatz, Gyroskop sowie Beschleunigungs- und Näherungssensor integriert.

Online-Landkarte soll zeigen wo Drohnen fliegen dürfen

Im Rahmen des Forschungsprojekts „Drone Zone Austria“ wird eine Landkarte entwickelt, die genau zeigen soll, wo man in Österreich mit welchen Drohnen fliegen darf.

So einfach es ist, eine Drohne fliegen zu lassen, so komplex sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Um Drohnenpiloten mehr Klarheit darüber zu geben, wo in Österreich sie mit ihrem unbemannten Fluggerät fliegen dürfen, wird nun im Forschungsprojekt „Drone Zone Austria“ an der Entwicklung einer Online-Landkarte gearbeitet.

Gesetz visuell darstellen

Auf dieser Karte soll zwischen unbebauten, unbesiedelten, besiedelten und dicht besiedelten Einsatzgebieten unterschieden werden. Je nach Einsatzgebiet, Drohnenkategorie und Betriebsmasse gelten unterschiedliche Auflagen. „Im Luftfahrtgesetz ist das textlich genau beschrieben, aber bisher gibt es keine visuelle Darstellung in Kartenform“, erklärt Gernot Paulus von der FH Kärnten, der Projektleiter von Drone Zone Austria.

Die FH Kärnten untersucht nun gemeinsam mit der österreichischen Luftfahrtbehörde Austro Control, wie man eine Online-Landkarte entwickeln könnte, mit der die Planung von Drohneneinsätzen einfacher als bisher gelingen könnte. Das Projekt Drone Zone Austria wird im Rahmen des Forschungsprogramms „Take Off“ des bmvit durchgeführt und von der FFG gefördert.

Zonen definieren

Die größte Herausforderung beim Entwickeln einer Drohnen-Landkarte ist die Abgrenzung der Einsatzgebiete. „Die Grenzen, etwa zwischen unbebauten und unbesiedelten Gebieten, sind oft nicht so genau definiert“, schildert Paulus. Sein Team greift deshalb auf möglichst präzise Geodaten zurück. Genauer gesagt wird ein Adressdatensatz verwendet und versucht, Bebauungsdichten daraus abzuleiten.

Die in Zonen eingeteilte Österreich-Landkarte soll dann mit weiteren Informationen angereichert werden. Sperrzonen, Gefahrenzonen, Flugplätze oder Naturschutzgebiete sollen eingezeichnet werden. Auch die Einbindung von Echtzeit-Informationen sei technisch denkbar, meint Paulus. Wenn etwa Open-Air-Veranstaltungen oder militärische Übungen stattfinden, verbreitet die Austro Control Hinweise an die Zivilluftfahrt. Diese Daten könnten auch in die Landkarte für Drohnenpiloten einfließen.

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Unsichtbare Grenzen: Von unbesiedeltem zu dicht besiedeltem Gebiet ist es oft nicht weit – Foto: REUTERS/NIR ELIAS

Prototyp bis Ende 2017

„Wir versuchen jetzt, Konzepte dazu und einen ersten Prototypen zu entwickeln. Auf der Basis sehen wir dann, wie gut das funktioniert“, meint Paulus. Bis Ende 2017 soll ein Prototyp fertiggestellt sein. Wird dieser vom bmvit positiv aufgenommen, könnte es Nachfolgeprojekte geben, um eine öffentlich zugängliche Online-Plattform aufzubauen. Den Prototyp sollen nur Luftfahrtexperten zu Gesicht bekommen, um Feedback liefern zu können. Fortschritte bei Drone Zone Austria sollen im Juni und Juli österreichischen und internationalen Geoinformationsspezialisten bei Fachkonferenzen präsentiert werden.

Erweiterungsfähigkeit

Laut Paulus könnte sich das Projektteam mehrere mögliche Erweiterungen zur Online-Landkarte vorstellen. Unter den Ideen ist beispielsweise eine Check-Funktion, mit der Planer von Drohneneinsätzen kontrollieren können, ob sie sich in gesetzlichem Rahmen bewegen. Auch das Einholen von Genehmigungen über die Online-Plattform scheint möglich.

Da sich die rechtlichen Grundlagen ändern können, achtet Drone Zone Austria auf Offenheit. „Momentan ist es so, dass Bewilligungen für Luftfahrzeuge, die leichter als 150 Kilogramm sind, nationale Sache sind. Das Problem ist, dass jeder Staat andere Regeln hat“, erklärt Paulus. „Es gibt aber das Bestreben, auf europäischer Ebene einheitliche Regeln zu schaffen.“ Man müsse daher im Hinterkopf behalten, dass es künftig neue, europaweit einheitliche Regeln geben werde. Das Online-Portal muss anpassungsfähig sein.

Wer ein Online-Portal mit der Drohnen-Landkarte betreiben könnte, darüber werde man nachdenken, sobald der Durchführbarkeitsbeweis erbracht ist, meint Paulus. Wenn man die Lieferung aktueller Daten automatisiere, wäre der Wartungsaufwand für die Landkarte relativ gering. „Man könnte das relativ schlank gestalten“, ist Paulus überzeugt.

Pleite eines Drohnen-Herstellers

Klagenfurter High-Tech-Unternehmen hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Das Unternehmen hat hausgemachte Probleme.

Die Klagenfurter Airborne Robotics GmbH musste eine Notlandung durchführen. Der Entwickler und Hersteller von unbemannten Fluggeräten, sprich Drohnen bzw. Kameradrohnen, ist offenbar seit der Gründung im Juni 2014 im wirtschaftlichen Blindflug-Modus geflogen. Jetzt musste der neue Geschäftsführer die Reißleine ziehen und laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform ein Insolvenzverfahren beantragen. Das Unternehmen hat rund acht Mitarbeiter.

Dem Vernehmen nach soll es unter den Firmengründern seit Anbeginn Differenzen gegeben haben. So soll der Aufbau der Geschäfte durch einen Konflikt zwischen den operativ tätigen und den finanzierenden Gesellschaftern massiv gelitten haben. Im Mittelpunkt des Streits sollen nicht betriebsnotwendige Aufwendungen (Kosten) und nicht belegbare und unproduktive Überstunden eines früheren Geschäftsführers gestanden sein. So wurde der Fokus auf technologische Perfektion gelegt, beim Absatz, sprich Verkauf, gab es massive Probleme.

„Airborne-Robotics-Flugroboter werden weltweit als Komplettpakete mit passender Software und Flugtraining ausgeliefert. Wenn der AIR6 oder AIR8 bei unseren Kunden ankommt, kann es praktisch sofort mit der vorgesehenen Aufgabe losgehen. Das Trägersystem eines AIR6/8 kann diverse Kameras tragen: Film- & Fotokamera, Wärmebild, Infrarot, sowie diverse Messfühler für Umweltanalysen“, wird auf der Homepage www.airborne-robotics.com geworben. „Somit kann das System an verschiedenstes Anwendungen angepasst werden. Als offene Plattform für Entwickler entworfen kann ein Spezialist einen AIR-Flugroboter für seine Zwecke und Flugaufgaben programmieren, der Zugang zu Schnittstellen und Software ist frei zugänglich.“

Dem Vernehmen nach sollen diese Top-Drohnen aus Klagenfurt bisher keinen entsprechenden Absatzmarkt mit ausreichend Kunden gehabt haben. So soll Airborne Robotics über keine eigenen Vertriebsnetze verfügen, sondern von einem einigen Vertriebspartner abhängig sein. Außerdem war das Management offensichtlich unerfahren. Dazu kam, dass ein Finanzinvestor einstieg, doch dieser Vertrag soll schlecht verhandelt worden sein.

Fakt ist: Das Unternehmen konnte bisher keine positiven Erträge erzielen, um das Unternehmen auch wirtschaftlich führen zu können. Im Geschäftsjahr 2016 betrug der Bilanzverlust 763.000 Euro.

Schulden und Vermögen

Aktuell werden die Passiva mit 559.000 Euro beziffert, davon entfallen 200.000 Euro auf ein Darlehen des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds KWF, 54.800 Euro auf ein Darlehen der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, 100.000 Euro auf ein weiteres Darlehen, fast 115.000 Euro auf sonstige Verbindlichkeiten; 29.000 Euro sind bei der Krankenkasse offen, 17.000 Euro entfallen auf offene Gehälter und 9500 Euro auf Lieferverbindlichkeiten.

Die Aktiva haben einen Buchwert in Höhe von 182.000 Euro, aber nur einen Verkehrswert in Höhe von 65.500 Euro; davon entfallen 45.700 Euro auf offene Lieferforderungen, 16.500 Euro auf Bauteile und 3000 Euro auf die Betriebsausstattung.

Die Zukunft

Das Unternehmen soll saniert werden. Dazu wurde ein externer Sanierer als Geschäftsführer an Bord geholt. Dieser soll umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet haben. Doch das reichte noch nicht aus, um das Ruder herumzudrehen. Zugleich wurde nach neuen Investoren gesucht. Doch diese Gespräche führten zu keinem Erfolg. Den Gläubigern werden 20 Prozent Quote geboten. Samt den Verfahrenskosten sind somit fast 122.000 Euro dafür nötig.

DJI Goggles: Brille ermöglicht Pilotenblick in Drohnen

DJI hat eine neue Brille für Drohnenpiloten angekündigt. Die DJI Goggles sind ein First-Person-View-System, das den Piloten während der Fahrt durch die Kamera seines Fluggeräts blicken lässt.

Die DJI Goggles beinhalten ein Display für jedes Auge. Wer eine Mavic Pro oder Phantom 4 mit den Goggles steuert, kann auch Flugfunktionen mit einem Touchpad auf der Seite der Brille ansteuern. Ansonsten muss die Drohnenfernbedienung genutzt werden.

Die DJI Goggles verwenden einen Strahlteiler, um ein Bild vor jedem Auge anzuzeigen. Pro Auge sollen 1.920 x 1.080 Pixel zur Verfügung stehen. Das Bild soll so wirken wie das eines 5,5 Meter großen Bildschirms in drei Metern Entfernung.

Durch das Ocusync-Funkübertragungssystem von DJI sollen maximal zwei DJI-Goggles mit einer Mavic-Pro-Drohne verbunden werden. Bei der Mavic Pro bietet DJI Goggles laut Hersteller sowohl 720p bei 60 fps als auch 1080p bei 30 fps mit einer Latenz von 110 Millisekunden.

Ein Touchpad, das in der Brille integriert ist, erleichtert den Zugriff auf das interne Menüsystem und soll Flugfunktionen wie Activetrack, Tapfly, Terrain Follow, Cinematic Mode und Tripod Mode aufrufen. Die DJI Goggles bieten Head Tracking, so dass die Drohnen Mavic Pro oder Phantom 4 mit Kopfbewegungen gesteuert werden können. Sowohl eine Giermöglichkeit des Fluggeräts als auch eine Kameraneigemöglichkeit sind vorhanden.

Alternativ kann die kardanische Aufhängung der Kamera über Kopfbewegungen gesteuert werden. Die Flugsteuerung wird dann mit der normalen Fernbedienung übernommen. Kombiniert mit dem Fixed-Wing-Modus kann die Mavic Pro wie ein Flugzeug geflogen werden. Der Pilot kann mit Hilfe von Kopfbewegungen praktisch aus dem Cockpit gucken.

DJI Goggles können mit der Mavic Pro über das Ocusync-Übertragungssystem schnurlos kommunizieren, während die Brille mit dem USB-Port der Fernsteuerung verbunden werden muss, wenn damit eine Drohne der Phantom-4-Familie und die Inspire 2 geflogen werden sollen. An den DJI Goggles kann über HDMI auch ein Videogerät angeschlossen werden, um Filme anzusehen.

Der Akku soll sechs Stunden Betrieb ermöglichen. Eine DJI Goggle soll rund 500 Euro kosten. Die Brille kommt am 20. Mai 2017 in den Handel.