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Nationalparks: Drohnen-Angriff im Naturjuwel

Brutplätze im Nationalpark in Gefahr: Piloten drohen künftig strenge Strafen.

In den Nationalparks surren die Rotoren. Auf der Jagd nach spektakulären Aufnahmen lassen Hobbypiloten immer öfter ihre Videodrohen im Naturschutzgebiet aufsteigen. Und zwar bereits so häufig, dass in Niederösterreich nun die Notbremse gezogen wird. Die heimische Fauna leidet massiv unter den trendigen Fluggeräten.

„Speziell das Überfliegen mit privaten, nicht dem Luftfahrtgesetz unterliegenden Drohnen stellt ein zunehmendes Problem für in Bäumen brütende Vogelarten dar“, klagt Christian Übl, Direktor des Nationalparks Thayatal. Sein Hilferuf hat Wirkung gezeigt: Für die in Niederösterreich gelegenen Nationalparks wird nun eine verpflichtende Überflughöhe von 500 Metern eingeführt – tiefer darf sich kein Fluggerät über den Schutzgebieten bewegen. Für die Zivilluftfahrt sollen sich durch diese Regelung aber keine Einschränkungen ergeben. In der Nähe von Flughäfen – etwa im Nationalpark Donau-Auen für Wien-Schwechat – wurden in Abstimmung mit der Flugsicherung AustroControl entsprechende Ein- und Ausflugschneisen definiert. Das Land orientiert sich bei der Mindesthöhe an Ergebnissen einer einschlägigen Studie der Schweizerischen Vogelwarte über „Einfluss des Flugverkehrs auf die Avifauna“. Demnach erachten Experten für die „Vermeidung von Störwirkungen von Flugkörpern“ 500 Meter als relativ sichere Distanz.

„Mit der Gesetzesänderung wird einem seit langem bestehenden Wunsch nach gesetzlicher Verankerung von Mindestflughöhen über Nationalparks Rechnung getragen“, sagt Christian Übl. Bisher gab es keinerlei Überflugregelungen für die beiden nö. Nationalparks.

Ab sofort wird „das Überfliegen und -fahren mit bemannten oder unbemannten Luftfahrzeugen“ unterhalb der erlaubten Flughöhe als verbotener Eingriff in die Natur gewertet. Wer dagegen verstößt, muss mit Geldstrafen von bis zu 14.500 Euro rechnen. Das neue Gesetz gilt gleichermaßen für Flugzeuge, Hubschrauber und eben Drohnen, aber auch für Hänge- oder Paragleiter, Fallschirme, Heißluftballone, und auch für Modellflieger. Der für Umweltagenden zuständige LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf ist überzeugt: „Mit der geplanten Novelle beweisen wir Naturschutz mit Augenmaß und Hausverstand: Bessere Regelungen für die Nationalparks, aber keine unnötigen neuen Hindernisse für die Wirtschaft.“

Unterschiede

In anderen Bundesländern sind entsprechende Regelungen mitunter deutlich strenger, liegt doch die erlaubte Flughöhe wesentlich höher – zwischen 2500 und 5000 Metern. Grund dafür ist vor allem der Umstand, dass aufgrund hoher Berge Vögel in wesentlich höheren Lagen brüten können.

So dürfen in Tirol motorbetriebene Luftfahrzeuge „zu sportlichen, touristischen oder sonstigen wirtschaftlichen Zwecken“ nicht unterhalb einer Seehöhe von 5000 Metern über Nationalparks fliegen. Außenlandungen in den Schutzgebieten sind verboten, es sei denn, sie dienen dem Wohl der Tiere oder der Versorgung von Almen. In Kärnten, wo ebenfalls eine 5000-Meter-Fluggrenze gilt, ist Modell- oder Drachenfliegen sowie Paragleiten in Schutzgebieten generell untersagt.

Auch in Salzburg liegt die erlaubte Mindesthöhe bei 5000 Metern. Dort allerdings sind – unter bestimmten Umständen – Außenlandungen zu sportlichen und touristischen Zwecken erlaubt. In der Steiermark gelten 2500 Meter als Grenze. Oberösterreich hat für Paragleiter, Hängegleiter und Flugdrachen in Schutzgebieten spezielle Überflugszonen definiert. Nur im burgenländischen Nationalpark Neusiedlersee gibt es keine Regelung.

VERKEHR ⋅ Die Stadt Zug startet eine Verkehrserhebung aus der Luft: Eine Drohne sammelt Daten, um die Verkehrsflüsse besser zu lenken.

Mit den gewonnen Daten sollen in der Stadt Zug verschiedene Fragen beantwortet werden, beispielsweise: Wie ist der Zusammenhang zwischen Fussgängerströmen und der Staubildung beim motorisierten Verkehr? Auf welchen Routen sind Velofahrer unterwegs? Wie bewegen sich die Busse zu Spitzenzeiten?
 
Die aufgenommenen Personen bleiben unkenntlich. Die Filmdrohne kann von oben keine Gesichter erkennen und keine Autokennzeichen registrieren, wie die Stadt Zug am Donnerstag mitteilte.
Ein Vorteil der Drohne ist, dass keine feste Installation notwendig ist. Ausserdem können durch die Luftaufnahmen, die Verkehrswege und -flüsse der einzelnen Verkehrsmittel und -teilnehmer präzise ausgewertet werden. Besonders interessieren die Daten zu den Tagesspitzenzeiten.
 
Wenn die Wetterverhältnisse es erlauben, wird die Drohne in den nächsten Tagen die Verkehrsbewegungen bei der Kreuzung Gotthardstrasse/Alpenstrasse erfassen. Dafür wird sie während etwa 20 Minuten in rund 150 Meter Höhe platziert. Eingesetzt wird sie zur abendlichen Spitzenzeit an drei unterschiedlichen Wochentagen sowie am Samstagnachmittag

Massiver Einsatz bei Erzeugung, Übertragung und Verteilung von Strom.

Der weltweite Markt für drohnengesteuerte Lösungen in der Energieversorgungsbranche hat bereits einen Wert von rund 9,46 Mrd. Dollar (etwa 8,15 Mrd. Euro) pro Jahr. Zu diesem Schluss kommen Experten des Wirtschaftsprüfers PwC in ihrem neuen Report „Clarity from above: Leveraging drone technologies to secure utilities systems“.

Steigender Energiebedarf
„An der Schwelle einer digitalen Revolution ist die Energieversorgungsbranche mit zahlreichen neuen Herausforderungen konfrontiert. Der steigende Marktdruck und die wachsenden Energieanforderungen zwingen Unternehmen weltweit, nach neuen Wegen zu suchen, um profitabel zu bleiben. Drohnen nehmen dabei eine immer wichtigere Rolle ein, um die Erzeugung, Übertragung und Verteilung von Energie sicherzustellen“, so Michael Sponring, Territory Leader Power & Utilities bei PwC Österreich.

Der Experte erwartet durch den weltweit steigenden Energiebedarf, getrieben durch Wachstumsmärkte wie China und Indien, dass die Stromübertragungsnetze bis 2020 auf ein Ausmaß von 6,8 Mio. Kilometer anwachsen werden. Regulatoren sorgen sich daher immer mehr um die Sicherheit der Netze und führen Vertragsstrafen und Anreize zur Reduktion von Ausfallzeiten ein. Jedes Jahr verliert die Energiebranche so bereits 169 Mrd. Dollar aufgrund von Netzausfällen und erzwungenen Abschaltungen.

Baumschnitt-Drohnen und Co
Für die meisten Versorger stellen laut den PwC-Experten vor allem die Kontrolle des Pflanzenwachstums und der Baumschnitt in der Nähe von Stromleitungen die größte Einzelausgabe bei den Wartungskosten dar. Baumschnitt-Drohnen können hier zur Effizienzsteigerung beitragen und zugleich Daten liefern, mit deren Hilfe Schäden durch umstürzende Bäume vorausgesehen und vermieden werden können.

Parrot: Zwei neue Drohnen für Feuerwehr und Landwirtschaft

Parrot bringt zwei neue Drohnen an den Start: Eine arbeitet mit einer Wärmebildkamera, die andere mit Sensoren für die Landwirtschaft.

Drohnen übernehmen in der heutigen Zeit allerlei nützliche Aufgaben, etwa Aufklärungsmissionen in Krisengebieten oder das Anfertigen von Videoaufnahmen aus unmöglichen Positionen und Höhen. Das französische Unternehmen Parrot bringt in Kürze neue Modelle auf den Markt, die vor allem auf zwei Gebieten wertvolle Arbeit leisten sollen.

Parrot: Helfer für die Feuerwehr

Bei der ersten Drohne handelt es sich um die „Bepop Pro Thermo“ die neben einer Kamera mit 14 Megapixeln einer Wärmebildkamera an Bord hat. Damit finden Mitarbeiter der Feuerwehr beispielsweise vermisste Personen in einem ländlichen Gebiet oder Einwohner in Hochhäusern, die womöglich von den Flammen eingeschlossen sind. Die Drohne ist für einen maximalen Einsatz von 25 Minuten vorgesehen, soll ab November erhältlich sein und rund 1.200 Euro kosten.

Parrot: Bluegrass erkennt Probleme

Die zweite Drohne hört auf den Namen „Bluegrass“ und ist für den Einsatz in der Landwirtschaft vorgesehen. Mit einer HD-Kamera und speziellen Sensoren flitzt der Flieger über ein Gebiet von maximal 30 Hektar Land und überprüft dabei den Zustand der Weinreben oder Kornfelder. Gibt es irgendwo kahle Stellen? Die Drohne erkennt solche Probleme durch ein Zusammenspiel aus Farb- und Sonnen-Sensoren, die auf den aktuellen Lichteinfall reagieren. Die maximal 25-minütige Flugroute legt der Landwirt zuvor mit einer speziellen Software fest. Auch die „Bluegrass“-Drohne erscheint im November, als Preis peilt Parrot 4.250 Euro an. Darin enthalten ist zudem die Software-Lizenz für ein Jahr.

Drohnen helfen Winzern im Rebberg

Moderne Technik macht auch vor alten Berufen nicht halt. Zur Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen sollen Drohnen Mittel aus der Luft versprühen. 90 Winzer haben sich in Meilen die neue Methode vorführen lassen.

So eine Weiterbildung haben die Weinbauern noch nie erlebt. Auf dem Gut von Heiri Bolleter in der Obermeilemer Aebleten lassen sich 90 Winzer aus acht Kantonen und aus Süddeutschland die Zukunft in ihrem Beruf vorführen. Gespritzt wird nun auch von oben mit einer Sprühdrohne. Das soll Zeit und Geld sparen helfen.

Eingeladen hat ein Trio aus Weinbau, Technik und Dienstleistung: Rebbauberater Klaus Schilling, Marcel Maurer von der Meilemer Firma Eagle Eye Multicopter Service und Drohnenpilot Ueli Sager von Remote Vision. Mit gezückten Handykameras stellen sich die Winzer in der Wiese vor dem Rebberg auf, bereit für die Demonstration.

Wie von Geisterhand

Mit Piepston und rotem Blinklicht meldet die Drohne ihre Einsatzbereitschaft. An der Fernbedienung drückt der Pilot einen Knopf und schiebt einen Hebel nach vorne. Acht von einer Batterie betriebene Rotoren surren los und schon hebt das wagenradgrosse Fluggerät erstaunlich leise ab. Die mit vollem Spritzmitteltank fast 25 Kilogramm schwere Drohne fliegt exakt vier Meter über den Reben, um am Ende des Weinbergs zu wenden und ein paar Meter hangaufwärts in einer parallelen Bahn zurückzufliegen.

Hin und her flitzt sie und deckt die Parzelle in regelmässigen Bahnen mit einem Sprühnebel ein. Das alles wirkt wie von Geisterhand gesteuert. Der Pilot überlässt die Drohne ihrer Elektronik. Darin ist der Rebberg via GPS und Radar gespeichert. Nach fünf Minuten landet die achtarmige «Flugspinne» punktgenau vor dem Piloten, bereit zum Nachfüllen des zehn Liter fassenden Spritzmitteltanks.

Kanada: Drohne kollidierte mit Verkehrsflug­zeug

Der Vorfall in Kanada endete glimpflich, hätte aber auch böse Folgen haben können.

Der Zusammenstoß eines Verkehrsflugzeugs mit einer Drohne nahe dem internationalen Flughafen der kanadischen Stadt Quebec hätte katastrophale Folgen haben können, wenn die Drohne mit dem Cockpit oder den Triebwerken kollidiert wäre. Das erklärte Verkehrsminister Marc Garneau nach dem Vorfall vom 12. Oktober, der nur geringe Schäden an der Maschine der Fluggesellschaft Skyjet verursachte.

Die Drohne prallte in einer Höhe von 450 Metern mit dem Linienflugzeug zusammen. Informationen zur Art der Drohne und zu ihrem Piloten gab es zunächst nicht. Kanada hat im März dieses Jahres die Vorschriften verschärft: Demnach dürfen Drohnen nicht mehr näher als 5,5 Kilometer an Flughäfen heranfliegen und eine Höhe von 90 Metern nicht überschreiten. Zuwiderhandlungen können mit bis zu 25.000 kanadischen Dollar (1.900 Euro) oder einer Gefängnisstrafe geahndet werden.

Bisher keine Zwischenfälle in Österreich

In Österreich hat es nach Angaben von Austro Control bis dato keine sicherheitsrelevanten Zwischenfälle mit Drohnen gegeben. Sehr wohl aber gab es Sichtungen und einen von der Polizei als Gefährdung eingestuften Vorfall in Linz-Hörsching. Dort befand sich Ende Juli eine Drohne auf Gegenkurs zu einem landenden Kleinflugzeug. In der Regel berichteten vor allem Hubschrauber-Piloten von Drohnen-Sichtungen, sagte Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka am Montag. Ralph Schüler, Sprecher der ÖAMTC-Flugrettung, berichtet von fünf bis sechs solchen Sichtungen jährlich.

Karlskirche wird per Drohne vermessen

Die Karlskirche wird derzeit per Drohne vermessen. Erstellt werden moderne 3D-Aufnahmen. Sie sollen einerseits die Kirche für Besucher angreifbarer machen, andererseits die Grundlage für die nächste Sanierung liefern.

Schon einmal ist die Karlskirche in 3D vermessen worden – seitdem können Besucher einen virtuellen Flug um die Karlskirche absolvieren und beispielsweise auch die Motive der beiden Reliefsäulen, die dem Leben und Wirken des heiligen Karl Borromäus gewidmet sind, genauer betrachten. Der Flug ist laut dem Verein der Freunde und Gönner der Wiener Karlskirche beim Publikum gut angekommen – laut dem Sprecher des Vereins, Johannes Pasquali, haben ihn schon über 50.000 Besucher gemacht.

Luftbild- und Laserscanningaufnahmen als Basis

Deshalb wird jetzt mit neuester 3D-Technik nachgelegt. „Das ist praktisch die Fortsetzung, damit die Kirche noch angreifbarer, realitätsnaher und plastischer gemacht wird“, so Pasquali. Mit Drohnen werden hochauflösende Aufnahmen von Details gemacht, die aus Besucherperspektive sonst nicht zu sehen sind. Selbst die Beschaffenheit der beiden Triumphsäulen lässt sich dann begutachten.

Wenn die Vermessung per Drohne abgeschlossen ist, folgen noch Aufnahmen von Dächern. Die Innenaufnahmen sind bereits fertiggestellt. Diese Luftbild- und Laserscanningdaten bilden die Grundlage der 3D-Modelle. Danach wird gerechnet, zusammengestellt und geschnitten. Für die Vermessung verantwortlich zeichnet die Wiener Firma Meixner. Pasquali hofft, dass der neue Flug noch heuer fertig wird. Finanziert wird die Vermessung gänzlich aus privaten Mitteln.

Drohne mit Drogen stürzt über Gefängnis ab

Die Zeiten der im Kuchen versteckten Feile scheinen vorbei: Auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt Lüneburg haben Mitarbeiter am Mittwoch eine Drohne gefunden, die mit zwei Päckchen Betäubungsmitteln bestückt war. „Es handelt sich um ein Päckchen mit einer grünen und einem weiteren mit einer weißen Substanz“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Dabei handele es sich vermutlich um Marihuana, beziehungsweise um ein Amphetamin. Die Drohne sei in den Morgenstunden offenbar ungewollt auf einen abgeschlossenen Parkplatz des Gefängnisses gestürzt.

Polizei: Wahrscheinlich Schmuggel

Zweck und Empfänger der ungewöhnlichen Kuriersendung sind zwar noch offen, die Beamten vermuten aber Schmuggel dahinter. Wahrscheinlich sei, dass die Drogen in das Gefängnis verschoben werden sollten, so Richter. Die Methode sei ungewöhnlich, auch weil die JVA in der Innenstadt Lüneburgs liegt und die Häuser Drohnenflüge erschwerten. Nun wird nach dem Besitzer der Drohne gefahndet. Dafür bittet die Polizei Zeugen um Hinweise, die zwischen Montagnachmittag und Mittwochmorgen die Drohne oder ihren „Piloten“ im Bereich der JVA beobachtet haben. Ihm droht eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dazu könnte aber noch eine weitere Strafe kommen: Denn das Fliegen über und in unmittelbarer Nähe von Justizvollzugsanstalten ist verboten.

50 Prozent aller Drohnen-Besitzer pfeifen auf Gesetz

Eine aktuelle Umfrage zeigt: Viele Drohnen-Flieger wissen nicht über die Genehmigungspflichten Bescheid, die Hälfte missachtet die gesetzlichen Vorschriften überhaupt.

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“ – frei nach diesem Motto greifen immer mehr Österreicher zu den kleinen unbemannten Luftfahrzeugen.

Das Fliegen mit dem Drohnen hat sich bereits zu einem großen Hobby- und Freizeittrend entwickelt. Doch dass die Besitzer sich nicht einfach nach Belieben im Luftraum bewegen dürfen, scheinen viele nicht zu wissen oder bewusst zu ignorieren.

Große Unwissenheit bei Jugendlichen

Denn laut einer aktuelle Umfrage der Wiener Städtischen wissen ein Viertel aller Drohnenbesitzer über die Genehmigungspflichten nicht Bescheid. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist die Unwissenheit über die gesetzlichen Vorschriften sogar noch höher: Nur 54 Prozent aller bis 29-Jährigen kennen die Vorschriften zum Drohnen-Fliegen.

„Unsere Umfrage zeigt deutlich, dass rund um die gesetzlichen Vorschriften punkto Nutzungseinschränkungen, Bewilligungs- und Versicherungspflichten noch viel Aufklärung notwendig ist“, sagt Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung.

„Drohnenbesitzer unterschätzen Unfallrisiko“

Auch die Unfallstatistik der Drohnen-Besitzer spricht nicht unbedingt für einen sicheren Umgang. Laut der Umfrage hatten bereits zehn Prozent einen Unfall, weitere 16 Prozent sind schon einmal in eine „Beinahe-Unfallsituation“ geraten.

„Viele Drohnenbesitzer unterschätzen das Risiko eines Unfalls, vor allem Unfälle bei einem unkontrollierten Absturz, bei dem Dritte zu Schaden kommen können“, erklärt Wendler. Neben Beschädigungen an Stromleitungen, Bäumen oder Gebäuden kann es auch zu Verletzungen an Menschen und Tieren kommen.

Drohnen: Kamera sieht auch im Dunkeln

Neue Kameratechnik macht Drohnen auch bei schlechter Sicht einsatzfähig.

Durchblick selbst im Schummerlicht: Eine neue Kameratechnik macht Drohnen auch bei schlechter Sicht und Dunkelheit einsatzfähig. Auch ohne teure Laserscanner könne die fliegenden Roboter damit gute Aufnahmen machen und beispielsweise in der Dämmerung nach Vermissten oder Verletzten suchen. Der Prototyp hat bereits erste Tests bestanden, noch aber muss die Spezialkamera weiter optimiert werden.

Drohnen sind längst mehr als nur fliegende Kameraträger für Jedermann. Die autonomen und halbautonomen Fluggeräte helfen dabei, Erdbebenopfer aufzuspüren und Katastrophengebiete zu kartieren, sie bekämpfen Brände, finden Landminen, spüren Schädlingsbefall und Unkräuter in Äckern auf oder verscheuchen Vögel auf Flugplätzen.

Probleme bei schlechter Sicht

Bisher allerdings funktionieren die meisten Drohnen nur bei guter Sicht. Zwar ist ihre GPS-Ortung unabhängig von Wetter und Licht, aber oft nicht genau genug. Die für die Positionsbestimmung eingesetzte Kamera produziert bei schlechten Bedingungen zu unscharfe Bilder, gesuchte Objekte werden nicht von den Algorithmen erkannt. Um dieses Problem zu lösen, müssen professionelle Drohnen meist teure und sperrige Laserscanner als zusätzliche Sensoren tragen.

Doch es könnte auch einfacher gehen: Forscher um Davide Scaramuzza von der Universität Zürich haben nun eine neue Drohnen-Kamera entwickelt, die bei unterschiedlichsten Licht- und Umgebungsbedingungen noch funktioniert. Durch sie verliert die Drohne auch bei schnellen Bewegungen nicht die Orientierung und kann im Dunkeln mehr sehen als mit herkömmlichen Kameras.

Spezialkamera sieht schärfer

Im Gegensatz zu herkömmlichen Kameras erfassen die neuen „Event“-Kameras nicht das gesamte Bild gleichzeitig, sondern registrieren individuelle Veränderungen in der Helligkeitsstufe jedes einzelnen Pixels. So wird das Bild auch bei schnellen Bewegungen und bei schlechtem Umgebungslicht scharf. Eine neue Software sorgt dafür, dass die Drohne die Aufnahmen effizient verarbeiten und zur Positionsbestimmung nutzen kann.

„Damit können Drohnen bald sehr viel autonomer und schneller fliegen als bisher, besonders auch bei schlechten Lichtverhältnissen“, erklärt Scaramuzza. „Unsere bisherigen Versuche haben bereits gezeigt, dass die Kombination einer Standard- mit einer Event-Kamera das System exakter und zuverlässiger macht.“ In ersten Tests ließ sich eine mit dieser Kamera ausgerüstete Drohne selbst durch wiederholtes An- und Ausschalten des Lichts in einem Versuchsraum nicht irritieren und navigierte auch bei Schummerlicht sicher auf Sicht.

Rettungseinsätze im Dämmerlicht

Anwendungen der neuen Drohnenkamera gäbe es viele: So könnten mit „Event“-Kameras bestückte Drohnen Rettungsteams in Situationen unterstützen, in denen herkömmliche Drohnen überfordert sind – zum Beispiel bei der Suche und der Bergung bei schlechten Lichtverhältnissen in der Abend- oder Morgendämmerung. Die Drohnen wären auch schneller im Katastrophengebiet, um Überlebende schneller orten zu können.