Stiftung Warentest rät von Billig-Drohnen ab

Fliegen und filmen: Quadrocopter sind beliebte Gadgets, die auch gern verschenkt werden. Doch Qualität hat offenbar ihren Preis, zeigt ein Test der Stiftung Warentest. Eine Funktion scheint besonders wichtig.

„Kaum kontrollierbar“, „schlechteste Flugeigenschaften“, „stürzt regelmäßig ab“: Mit der Hobby-Drohne Tercel Cradle Head FPV von Amewi geht die Stiftung Warentest  hart ins Gericht. Für vergleichsweise günstige 193 Euro bietet der kleine Quadrocopter offenbar kein befriedigendes Flugerlebnis, ähnlich wie zwei andere Drohnen derselben Preisklasse. Das ist eine schlechte Nachricht für alle, die einen preiswerten Einstieg in das Hobby suchen.

Zehn Quadrocopter mit Fokus aufs Fliegen und Filmen haben die Profi-Tester für ihr Heft 12/2017 ausprobiert. Den besten Eindruck hinterließ dabei das mit 1940 Euro teuerste Testobjekt namens DJI Phantom 4 Pro+.  Auf Platz zwei des Zehner-Vergleichs landete das 1100 Euro Modell Mavic Pro, das von derselben chinesischen Firma stammt. Beide DJI-Drohnen wurden mit „sehr gut“ bewertet.

Drei Drohnen anderer Hersteller, namentlich die GoPro Karma, Parrot Bebop 2 FPV und Yuneec Typhoon Q500 4K schnitten immerhin mit „gut“ oder „befriedigend“ ab. Schnäppchen sind jedoch auch diese Modelle nicht

Zur Bebop 2 FPV, der mit 535 Euro am wenigsten teuren Drohne der drei, heißt es: „fliegt gut, fotografiert mau.“ Außerdem wird das Gerät für die unverschlüsselte Übertragung von Nutzerdaten kritisiert.

Die „günstigste Drohne für gute Videos“ sei das Yuneec-Gerät für 720 Euro, findet die Stiftung Warentest letztlich – auch, weil zwei Modelle aus den Häusern Jamara und Revell für 280 beziehungsweise 240 Euro im Test nur mit „ausreichend“ abschneiden.

Navigation ist wichtig

Allgemein raten die Tester klar zu Drohnen mit GPS-Funktion, die Stiftung Warentest spricht von einem eingebauten „Navi“. „Mit den Drohnen ohne Navi ist kein Staat zu machen“, heißt es im Bericht. „Die Modelle ohne Satellitenunterstützung driften stets irgendwohin ab – selbst bei Windstille.“

 Alle drei Testobjekte, die keine Navigation eingebaut haben – darunter das eingangs erwähnte Amewi-Modell, die Conrad-Drohne Reely Black R7 2.0 FPV WiFi RTF und Symas X8HW – landen beim Endergebnis „ausreichend“ oder „mangelhaft“.

Beim Drohnenkauf scheint es sich also zu lohnen, auf ein teures, gutes Modell zu sparen, statt sich mit einem billigen, aber wenig leistungsstarken Gerät herumzuärgern, das etwa schlechte Aufnahmen macht oder gar beim Fliegen außer Kontrolle gerät.

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