DJI-Drohnen: Russischer Hack erlaubt Flüge durch Verbotszonen

Eine russische Firma bietet Modifikationen für DJI-Drohnen an. Die heben Limitierungen des Herstellers auf und erlauben unter anderem das Entern von Sperrgebieten.

Flugdrohnen liegen voll im Trend, stellen in den Händen unvorsichtiger Nutzer aber eine Gefahr dar. Um diese einzuschränken, verpassen namhafte Hersteller wie DJI ihren Drohnen Limitierungen wie etwa Geschwindigkeits- und Höhenbeschränkungen. Zudem verhindern GPS-Sensoren, dass die Drohnen in Flugverbotszonen wie Flughäfen, Militäreinrichtungen oder anschlagsgefährdete Regionen eindringen. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme – die das russische Unternehmen Coptersafe nun bewusst aushebelt. Das bietet Modifikationen für DJI-Drohnen an, mit denen sich die Begrenzungen des Herstellers aufheben lassen.

Zum Preis von 350 US-Dollar pro Hack beseitigen Sie so etwa die Flughöhenbegrenzung von 500 Fuß – und werden damit zu einem potenziellen Hindernis für Passagierflugzeuge! Einem Medienbericht zufolge lässt sich über die Modifikation auch das GPS der Drohne gezielt austricksen. Das Resultat: Das Fluggerät erkennt Flugverbotszonen nicht mehr als solche und braust ungehindert drauf los. Die Mods sind sowohl als Hardware-Variante auf einer Platine als auch in einer Software-Version zum Download verfügbar. Von deren Einsatz sehen Sie allerdings besser ab. Das Umgehen der Sicherheitseinstellungen stellt ein hohes Risiko dar. Im schlimmsten Fall machen Sie sich bei der Drohnennutzung strafbar.

Drohnen trotz Verbots bei Nova Rock unterwegs – hohe Geldstrafe droht

Zwei Drohnenpiloten ließen ihre Drohnen auf dem Nova-Rock-Gelände aufsteigen und kamen dabei laut Polizei mit dem Luftfahrtgesetz in Konflikt.

Zwei Drohnenpiloten könnte der Einsatz ihrer Fluggeräte beim Nova Rock in Nickelsdorf im Nachhinein teuer kommen. Trotz eines Verbots ließen die beiden ihre Drohnen am Kerngelände aufsteigen und kamen dabei laut Polizei mit dem Luftfahrtgesetz in Konflikt. Die Folge: Solche Verstöße können mit bis zu 22.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.

Die Drohnen seien bei der Blue Stage über die Menschenmenge geflogen. „Das illegale, nicht bewilligte Fliegen über so eine große Menschenansammlung stellt eine große Gefährdung dar. Darum hat die Polizei auch dahin gehend großes Augenmerk gelegt“, sagte Helmut Greiner, Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland, am Sonntag zur APA. Die Betreiber wurden ausgeforscht. „Sie werden bei der Bezirksverwaltungsbehörde nach dem Luftfahrtgesetz angezeigt“, erläuterte Greiner.

Drohnen: Das müssen Sie wissen!

Ob zur Überwachung, zur Forschung oder als Spielzeug für Technikfreaks: die Zahl der Drohnen nimmt in Österreich ständig zu. Welche Rechte und Pflichten mit dem Kauf einer Drohne verbunden sind, wissen viele Österreicher jedoch nicht.

aut einer aktuellen Erhebung des Kuratoriums für Verehrssicherheit (KFV) würde jeder dritte Österreicher gerne eine Drohne nutzen. Der häufigste Anschaffungsgrund für eine Drohne sei wohl der Spaßfaktor, vermutet Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender von UNIQA Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Viele kommen aus dem Wohnzimmer nicht heraus. Im öffentlichen Raum tummeln sich nach Schätzungen diverser Versicherungsunternehmen zwischen 50.000 und 100.000 Drohnen. Die Einsatzgebiete sind durchaus vielfältig und umfassen unterschiedliche Anwendergruppen von Ziviltechnikern, Kartografen oder Landvermessern über Berufsfotografen, Filmemachern bis hin zu Privatpersonen. Zwar habe es bisher in Österreich nur wenige Schadensfälle wie Glasbruch oder leichte Schnittverletzungen gegeben, doch rät Löger jedenfalls zu einer Risikoabsicherung über eine Versicherung, die für eine private Drohne ab 250 g bei etwa 100 bis 180 Euro pro Jahr liegt.

Gemäß einer aktuellen Erhebung des KFV wissen nur 58 Prozent der österreichischen Drohnen-Fans zumindest ungefähr über die rechtlichen Vorschriften bezüglich der Nutzung von Drohnen Bescheid. Vier von zehn Personen geben offen zu, nichts über die rechtlichen Aspekte der Drohnennutzung zu wissen. »Jeder zehnte Drohnen-Besitzer weiß nicht, ob seine eigene Drohne genehmigungspflichtig ist,« betont Othmar Thann, Direktor des KFV.

Vorreiterrolle Österreichs

In Österreich gilt seit 2014 das novellierte Luftfahrtgesetz, das erstmalig den Einsatz von Drohnen ermöglicht. Austro Control hat dazu Durchführungsbestimmungen erlassen, die bei der Bewilligung vor allem das Gefährdungspotential minimieren sollen. Unterschieden werden Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt, besiedelt und dicht besiedelt) und Gewichtsklassen (bis 5 kg, 5 bis 25 kg und 25 bis einschließlich 150 kg). Daraus ergeben sich unterschiedliche Kategorien und in weiterer Folge die Strenge der Auflagen. »Dabei gilt: Die Höhe des Risikos definiert die Auflagen,« erklärt Heinz Sommerbauer, CEO von Austro Control. Dieser risikobasierte Ansatz werde zudem jetzt von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) für Europa übernommen, verweist Sommerbauer auf Österreichs Vorreiterrolle. Seit Inkrafttreten des novellierten Luftfahrtgesetzes gab es insgesamt rund 3.000 Anträge, davon wurden rund 2.400 bewilligt. 2016 gab es 1.195 Bewilligungen (2015: 410).

Rechtliche Vorschriften für Drohnen

Bis 250 g gelten Drohnen als Spielzeug und dürfen in eine Höhe von maximal 30 m aufsteigen. Bei manchen privaten Haftpflichtversicherungen sind auch Flugmodelle bis 5 kg, manchmal bis 25 kg mitversichert. Dies gilt nur für Flugmodelle (auch Drohnen) ohne Kameras. Ist eine Kamera montiert, handelt es sich ab 250 g nicht mehr um ein Flugmodell. Ab 250 g ist eine Bewilligung von Austro Control sowie eine Haftpflichtversicherung für die Drohne erforderlich. Derlei Drohnen unterliegen dem Luftfahrtgesetz, die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 150 m bei ständigem Sichtkontakt (Klasse 1).  Ob eine Drohne anmeldungspflichtig ist, muss der Besitzer selbst feststellen (Gewicht auf dem Datenblatt).

Für die Anmeldung werden benötigt: Versicherungsbestätigung, Alter über 16 Jahre (Lichtbildausweis), Foto der Drohne, technsche Spezifikationen (Datenblatt). Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete zählen für Drohnen zu den absoluten Sperrzonen. Privatgründe dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden. Ohne Bewilligung mit einer Drohne in Österreich zu fliegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar, die mit bis zu 22.000 Euro geahndet wird. Nur der Vollständigkeit halber: Bei Klasse-2-Drohnen ist ein Steuern auch ohne Sichtverbindung möglich, dafür gelten andere, wesentlich strengere Auflagen.

Drohne kam ÖAMTC-Heli in Salzburg gefährlich nahe

Unweit des Salzburger Flughafens ist am Mittwoch eine Drohne einem Rettungshubschrauber des ÖAMTC gefährlich nahegekommen. Der Hubschrauber befand sich gegen 13.20 Uhr am Weg vom Landeskrankenhaus zum Flughafen, als der Pilot die Drohne bemerkte. Das Fluggerät war auf derselben Höhe und in gleicher Richtung wie der „Christophorus 6“ unterwegs.

Nach Angaben des Piloten flog die Drohne etwa 120 Meter über Grund. Das Fluggerät hatte einen Durchmesser von geschätzten 1,5 Metern. Die Entfernung zur Drohne sei schwer abzuschätzen gewesen, er habe aber einen gleichbleibenden Abstand halten können, so der Pilot. Schließlich wurde die Drohne Richtung Süden gesteuert. Eine Fahndung nach dem Drohnenbesitzer verlief negativ.

Hausverstand einsetzen

„Die Probleme mit Drohnen nehmen zu“, sagte Klaus Egger, Flugsicherheitsoffizier der Rettungshubschrauber-Flotte des ÖAMTC, am Donnerstag. „Besonders prekär sind Vorfälle, die an oder in der Nähe von Flughäfen passieren. Das sind absolute No-Go-Zonen.“ Zwar steige auch das Bewusstsein bei Drohnenpiloten, aber das Wissen, was erlaubt ist und was nicht, sei noch relativ wenig verbreitet. „Wer sich eine Drohne kauft, muss sich aktiv mit der Gesetzeslage beschäftigen und seinen Hausverstand einsetzten. Wenn ein Hubschrauber auftaucht, muss ich mit meiner Drohne so schnell wie möglich aus dem Weg gehen.“

Selbst ganz kleine Drohnen, die vom Gesetz her nicht registriert werden müssen, können für Hubschrauber sehr gefährlich werden. „Sie stellen weniger ein Risiko für das Triebwerk, sondern für die Scheibe dar. Auch kleine und leichte Vögel können bei einem Aufprall im richtigen Winkel eine Hubschrauberscheibe durchschlagen“, warnte Egger. Beim ÖAMTC arbeitet man daher derzeit an Kursen, Informationspaketen und Versicherungen für Drohnenpiloten.

Wie Drohnen versichert werden sollten

Eine zunehmende Zahl an Drohnen schwirrt in der Luft. Doch beim Einsatz der Fluggeräte gibt es enorme Risiken, viele Vorschriften und auch eine Versicherungspflicht. Die wichtigsten Punkte für eine sichere Nutzung.

Leise surrend fliegt der Quadrocopter, eine Drohne mit vier Rotorblättern, über eine Wiese mit hohem Gras. Der Drohnenführer steht am Rand des Feldes und beobachtet die Bilder des Fluggeräts auf einem kleinen Monitor. Sorgfältig wird das gesamte Feld abgeflogen bis endlich das gefunden wird, wonach gesucht werden soll. Sorgfältig versteckt im Gras liegt ein acht Stunden altes Rehkitz: Eingerollt und ruhig atmend. In ein paar Stunden will der Landwirt die Wiese mähen und hätte das kaum 20 cm große Kitz schlichtweg übersehen und getötet. Eine Wärmebildkamera an dem ferngesteuerten Flugobjekte hat das verhindert.

Die gewerblichen Einsatzmöglichkeiten für Drohnen nehmen ständig zu, aber Privatleute nutzen solche Fluggeräte öfter. Doch die wenigsten Verbraucher kennen die Gefahren, die bei unsachgemäßer Handhabung von Multikoptern drohen. Jede Drohne, die in Österreich durch die Lüfte fliegt – egal ob zur gewerblichen oder privaten Nutzung – muss versichert sein. Denn ein Schaden kann schnell in die Tausende gehen.

Es gibt aktuell noch keine Meldepflicht zur Drohnennutzung und deswegen keine verlässlichen Zahlen. Die österreichische Flugsicherung schätzte im November 2016 etwa 40.000 Drohnen im privaten Gebrauch in Österreich, diese Zahl soll bis 2020 auf knapp 100.000 steigen.

Stetig werden neue Anwendungsgebiete im gewerblichen Bereich erschlossen: So werden Drohnen im Baugewerbe zur Vermessung und bei technischen Kontrollen eingesetzt; Forst- und Landwirte nutzen die unbemannten Flugobjekte zur Schädlingsbekämpfung. Drohnen können effektiv zur Erkundung und Forschung eingesetzt werden, da sie mit wenig Aufwand Luftaufnahmen liefern können. Je nachdem von wie vielen Rotorblättern die Drohne angetrieben wird, handelt es sich um einen Quadrocopter, Hexacopter oder Octocopter.