Pleite eines Drohnen-Herstellers

Klagenfurter High-Tech-Unternehmen hat ein Sanierungsverfahren beantragt. Das Unternehmen hat hausgemachte Probleme.

Die Klagenfurter Airborne Robotics GmbH musste eine Notlandung durchführen. Der Entwickler und Hersteller von unbemannten Fluggeräten, sprich Drohnen bzw. Kameradrohnen, ist offenbar seit der Gründung im Juni 2014 im wirtschaftlichen Blindflug-Modus geflogen. Jetzt musste der neue Geschäftsführer die Reißleine ziehen und laut dem Gläubigerschutzverband Creditreform ein Insolvenzverfahren beantragen. Das Unternehmen hat rund acht Mitarbeiter.

Dem Vernehmen nach soll es unter den Firmengründern seit Anbeginn Differenzen gegeben haben. So soll der Aufbau der Geschäfte durch einen Konflikt zwischen den operativ tätigen und den finanzierenden Gesellschaftern massiv gelitten haben. Im Mittelpunkt des Streits sollen nicht betriebsnotwendige Aufwendungen (Kosten) und nicht belegbare und unproduktive Überstunden eines früheren Geschäftsführers gestanden sein. So wurde der Fokus auf technologische Perfektion gelegt, beim Absatz, sprich Verkauf, gab es massive Probleme.

„Airborne-Robotics-Flugroboter werden weltweit als Komplettpakete mit passender Software und Flugtraining ausgeliefert. Wenn der AIR6 oder AIR8 bei unseren Kunden ankommt, kann es praktisch sofort mit der vorgesehenen Aufgabe losgehen. Das Trägersystem eines AIR6/8 kann diverse Kameras tragen: Film- & Fotokamera, Wärmebild, Infrarot, sowie diverse Messfühler für Umweltanalysen“, wird auf der Homepage www.airborne-robotics.com geworben. „Somit kann das System an verschiedenstes Anwendungen angepasst werden. Als offene Plattform für Entwickler entworfen kann ein Spezialist einen AIR-Flugroboter für seine Zwecke und Flugaufgaben programmieren, der Zugang zu Schnittstellen und Software ist frei zugänglich.“

Dem Vernehmen nach sollen diese Top-Drohnen aus Klagenfurt bisher keinen entsprechenden Absatzmarkt mit ausreichend Kunden gehabt haben. So soll Airborne Robotics über keine eigenen Vertriebsnetze verfügen, sondern von einem einigen Vertriebspartner abhängig sein. Außerdem war das Management offensichtlich unerfahren. Dazu kam, dass ein Finanzinvestor einstieg, doch dieser Vertrag soll schlecht verhandelt worden sein.

Fakt ist: Das Unternehmen konnte bisher keine positiven Erträge erzielen, um das Unternehmen auch wirtschaftlich führen zu können. Im Geschäftsjahr 2016 betrug der Bilanzverlust 763.000 Euro.

Schulden und Vermögen

Aktuell werden die Passiva mit 559.000 Euro beziffert, davon entfallen 200.000 Euro auf ein Darlehen des Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds KWF, 54.800 Euro auf ein Darlehen der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, 100.000 Euro auf ein weiteres Darlehen, fast 115.000 Euro auf sonstige Verbindlichkeiten; 29.000 Euro sind bei der Krankenkasse offen, 17.000 Euro entfallen auf offene Gehälter und 9500 Euro auf Lieferverbindlichkeiten.

Die Aktiva haben einen Buchwert in Höhe von 182.000 Euro, aber nur einen Verkehrswert in Höhe von 65.500 Euro; davon entfallen 45.700 Euro auf offene Lieferforderungen, 16.500 Euro auf Bauteile und 3000 Euro auf die Betriebsausstattung.

Die Zukunft

Das Unternehmen soll saniert werden. Dazu wurde ein externer Sanierer als Geschäftsführer an Bord geholt. Dieser soll umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet haben. Doch das reichte noch nicht aus, um das Ruder herumzudrehen. Zugleich wurde nach neuen Investoren gesucht. Doch diese Gespräche führten zu keinem Erfolg. Den Gläubigern werden 20 Prozent Quote geboten. Samt den Verfahrenskosten sind somit fast 122.000 Euro dafür nötig.

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