DJI-Drohnen: Russischer Hack erlaubt Flüge durch Verbotszonen

Eine russische Firma bietet Modifikationen für DJI-Drohnen an. Die heben Limitierungen des Herstellers auf und erlauben unter anderem das Entern von Sperrgebieten.

Flugdrohnen liegen voll im Trend, stellen in den Händen unvorsichtiger Nutzer aber eine Gefahr dar. Um diese einzuschränken, verpassen namhafte Hersteller wie DJI ihren Drohnen Limitierungen wie etwa Geschwindigkeits- und Höhenbeschränkungen. Zudem verhindern GPS-Sensoren, dass die Drohnen in Flugverbotszonen wie Flughäfen, Militäreinrichtungen oder anschlagsgefährdete Regionen eindringen. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme – die das russische Unternehmen Coptersafe nun bewusst aushebelt. Das bietet Modifikationen für DJI-Drohnen an, mit denen sich die Begrenzungen des Herstellers aufheben lassen.

Zum Preis von 350 US-Dollar pro Hack beseitigen Sie so etwa die Flughöhenbegrenzung von 500 Fuß – und werden damit zu einem potenziellen Hindernis für Passagierflugzeuge! Einem Medienbericht zufolge lässt sich über die Modifikation auch das GPS der Drohne gezielt austricksen. Das Resultat: Das Fluggerät erkennt Flugverbotszonen nicht mehr als solche und braust ungehindert drauf los. Die Mods sind sowohl als Hardware-Variante auf einer Platine als auch in einer Software-Version zum Download verfügbar. Von deren Einsatz sehen Sie allerdings besser ab. Das Umgehen der Sicherheitseinstellungen stellt ein hohes Risiko dar. Im schlimmsten Fall machen Sie sich bei der Drohnennutzung strafbar.

Drohnen trotz Verbots bei Nova Rock unterwegs – hohe Geldstrafe droht

Zwei Drohnenpiloten ließen ihre Drohnen auf dem Nova-Rock-Gelände aufsteigen und kamen dabei laut Polizei mit dem Luftfahrtgesetz in Konflikt.

Zwei Drohnenpiloten könnte der Einsatz ihrer Fluggeräte beim Nova Rock in Nickelsdorf im Nachhinein teuer kommen. Trotz eines Verbots ließen die beiden ihre Drohnen am Kerngelände aufsteigen und kamen dabei laut Polizei mit dem Luftfahrtgesetz in Konflikt. Die Folge: Solche Verstöße können mit bis zu 22.000 Euro Geldstrafe geahndet werden.

Die Drohnen seien bei der Blue Stage über die Menschenmenge geflogen. „Das illegale, nicht bewilligte Fliegen über so eine große Menschenansammlung stellt eine große Gefährdung dar. Darum hat die Polizei auch dahin gehend großes Augenmerk gelegt“, sagte Helmut Greiner, Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland, am Sonntag zur APA. Die Betreiber wurden ausgeforscht. „Sie werden bei der Bezirksverwaltungsbehörde nach dem Luftfahrtgesetz angezeigt“, erläuterte Greiner.

Drohnen: Das müssen Sie wissen!

Ob zur Überwachung, zur Forschung oder als Spielzeug für Technikfreaks: die Zahl der Drohnen nimmt in Österreich ständig zu. Welche Rechte und Pflichten mit dem Kauf einer Drohne verbunden sind, wissen viele Österreicher jedoch nicht.

aut einer aktuellen Erhebung des Kuratoriums für Verehrssicherheit (KFV) würde jeder dritte Österreicher gerne eine Drohne nutzen. Der häufigste Anschaffungsgrund für eine Drohne sei wohl der Spaßfaktor, vermutet Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender von UNIQA Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Viele kommen aus dem Wohnzimmer nicht heraus. Im öffentlichen Raum tummeln sich nach Schätzungen diverser Versicherungsunternehmen zwischen 50.000 und 100.000 Drohnen. Die Einsatzgebiete sind durchaus vielfältig und umfassen unterschiedliche Anwendergruppen von Ziviltechnikern, Kartografen oder Landvermessern über Berufsfotografen, Filmemachern bis hin zu Privatpersonen. Zwar habe es bisher in Österreich nur wenige Schadensfälle wie Glasbruch oder leichte Schnittverletzungen gegeben, doch rät Löger jedenfalls zu einer Risikoabsicherung über eine Versicherung, die für eine private Drohne ab 250 g bei etwa 100 bis 180 Euro pro Jahr liegt.

Gemäß einer aktuellen Erhebung des KFV wissen nur 58 Prozent der österreichischen Drohnen-Fans zumindest ungefähr über die rechtlichen Vorschriften bezüglich der Nutzung von Drohnen Bescheid. Vier von zehn Personen geben offen zu, nichts über die rechtlichen Aspekte der Drohnennutzung zu wissen. »Jeder zehnte Drohnen-Besitzer weiß nicht, ob seine eigene Drohne genehmigungspflichtig ist,« betont Othmar Thann, Direktor des KFV.

Vorreiterrolle Österreichs

In Österreich gilt seit 2014 das novellierte Luftfahrtgesetz, das erstmalig den Einsatz von Drohnen ermöglicht. Austro Control hat dazu Durchführungsbestimmungen erlassen, die bei der Bewilligung vor allem das Gefährdungspotential minimieren sollen. Unterschieden werden Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt, besiedelt und dicht besiedelt) und Gewichtsklassen (bis 5 kg, 5 bis 25 kg und 25 bis einschließlich 150 kg). Daraus ergeben sich unterschiedliche Kategorien und in weiterer Folge die Strenge der Auflagen. »Dabei gilt: Die Höhe des Risikos definiert die Auflagen,« erklärt Heinz Sommerbauer, CEO von Austro Control. Dieser risikobasierte Ansatz werde zudem jetzt von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) für Europa übernommen, verweist Sommerbauer auf Österreichs Vorreiterrolle. Seit Inkrafttreten des novellierten Luftfahrtgesetzes gab es insgesamt rund 3.000 Anträge, davon wurden rund 2.400 bewilligt. 2016 gab es 1.195 Bewilligungen (2015: 410).

Rechtliche Vorschriften für Drohnen

Bis 250 g gelten Drohnen als Spielzeug und dürfen in eine Höhe von maximal 30 m aufsteigen. Bei manchen privaten Haftpflichtversicherungen sind auch Flugmodelle bis 5 kg, manchmal bis 25 kg mitversichert. Dies gilt nur für Flugmodelle (auch Drohnen) ohne Kameras. Ist eine Kamera montiert, handelt es sich ab 250 g nicht mehr um ein Flugmodell. Ab 250 g ist eine Bewilligung von Austro Control sowie eine Haftpflichtversicherung für die Drohne erforderlich. Derlei Drohnen unterliegen dem Luftfahrtgesetz, die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 150 m bei ständigem Sichtkontakt (Klasse 1).  Ob eine Drohne anmeldungspflichtig ist, muss der Besitzer selbst feststellen (Gewicht auf dem Datenblatt).

Für die Anmeldung werden benötigt: Versicherungsbestätigung, Alter über 16 Jahre (Lichtbildausweis), Foto der Drohne, technsche Spezifikationen (Datenblatt). Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete zählen für Drohnen zu den absoluten Sperrzonen. Privatgründe dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden. Ohne Bewilligung mit einer Drohne in Österreich zu fliegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar, die mit bis zu 22.000 Euro geahndet wird. Nur der Vollständigkeit halber: Bei Klasse-2-Drohnen ist ein Steuern auch ohne Sichtverbindung möglich, dafür gelten andere, wesentlich strengere Auflagen.

Drohne kam ÖAMTC-Heli in Salzburg gefährlich nahe

Unweit des Salzburger Flughafens ist am Mittwoch eine Drohne einem Rettungshubschrauber des ÖAMTC gefährlich nahegekommen. Der Hubschrauber befand sich gegen 13.20 Uhr am Weg vom Landeskrankenhaus zum Flughafen, als der Pilot die Drohne bemerkte. Das Fluggerät war auf derselben Höhe und in gleicher Richtung wie der „Christophorus 6“ unterwegs.

Nach Angaben des Piloten flog die Drohne etwa 120 Meter über Grund. Das Fluggerät hatte einen Durchmesser von geschätzten 1,5 Metern. Die Entfernung zur Drohne sei schwer abzuschätzen gewesen, er habe aber einen gleichbleibenden Abstand halten können, so der Pilot. Schließlich wurde die Drohne Richtung Süden gesteuert. Eine Fahndung nach dem Drohnenbesitzer verlief negativ.

Hausverstand einsetzen

„Die Probleme mit Drohnen nehmen zu“, sagte Klaus Egger, Flugsicherheitsoffizier der Rettungshubschrauber-Flotte des ÖAMTC, am Donnerstag. „Besonders prekär sind Vorfälle, die an oder in der Nähe von Flughäfen passieren. Das sind absolute No-Go-Zonen.“ Zwar steige auch das Bewusstsein bei Drohnenpiloten, aber das Wissen, was erlaubt ist und was nicht, sei noch relativ wenig verbreitet. „Wer sich eine Drohne kauft, muss sich aktiv mit der Gesetzeslage beschäftigen und seinen Hausverstand einsetzten. Wenn ein Hubschrauber auftaucht, muss ich mit meiner Drohne so schnell wie möglich aus dem Weg gehen.“

Selbst ganz kleine Drohnen, die vom Gesetz her nicht registriert werden müssen, können für Hubschrauber sehr gefährlich werden. „Sie stellen weniger ein Risiko für das Triebwerk, sondern für die Scheibe dar. Auch kleine und leichte Vögel können bei einem Aufprall im richtigen Winkel eine Hubschrauberscheibe durchschlagen“, warnte Egger. Beim ÖAMTC arbeitet man daher derzeit an Kursen, Informationspaketen und Versicherungen für Drohnenpiloten.

Wie Drohnen versichert werden sollten

Eine zunehmende Zahl an Drohnen schwirrt in der Luft. Doch beim Einsatz der Fluggeräte gibt es enorme Risiken, viele Vorschriften und auch eine Versicherungspflicht. Die wichtigsten Punkte für eine sichere Nutzung.

Leise surrend fliegt der Quadrocopter, eine Drohne mit vier Rotorblättern, über eine Wiese mit hohem Gras. Der Drohnenführer steht am Rand des Feldes und beobachtet die Bilder des Fluggeräts auf einem kleinen Monitor. Sorgfältig wird das gesamte Feld abgeflogen bis endlich das gefunden wird, wonach gesucht werden soll. Sorgfältig versteckt im Gras liegt ein acht Stunden altes Rehkitz: Eingerollt und ruhig atmend. In ein paar Stunden will der Landwirt die Wiese mähen und hätte das kaum 20 cm große Kitz schlichtweg übersehen und getötet. Eine Wärmebildkamera an dem ferngesteuerten Flugobjekte hat das verhindert.

Die gewerblichen Einsatzmöglichkeiten für Drohnen nehmen ständig zu, aber Privatleute nutzen solche Fluggeräte öfter. Doch die wenigsten Verbraucher kennen die Gefahren, die bei unsachgemäßer Handhabung von Multikoptern drohen. Jede Drohne, die in Österreich durch die Lüfte fliegt – egal ob zur gewerblichen oder privaten Nutzung – muss versichert sein. Denn ein Schaden kann schnell in die Tausende gehen.

Es gibt aktuell noch keine Meldepflicht zur Drohnennutzung und deswegen keine verlässlichen Zahlen. Die österreichische Flugsicherung schätzte im November 2016 etwa 40.000 Drohnen im privaten Gebrauch in Österreich, diese Zahl soll bis 2020 auf knapp 100.000 steigen.

Stetig werden neue Anwendungsgebiete im gewerblichen Bereich erschlossen: So werden Drohnen im Baugewerbe zur Vermessung und bei technischen Kontrollen eingesetzt; Forst- und Landwirte nutzen die unbemannten Flugobjekte zur Schädlingsbekämpfung. Drohnen können effektiv zur Erkundung und Forschung eingesetzt werden, da sie mit wenig Aufwand Luftaufnahmen liefern können. Je nachdem von wie vielen Rotorblättern die Drohne angetrieben wird, handelt es sich um einen Quadrocopter, Hexacopter oder Octocopter.

Airbus und Drohne stossen fast zusammen

Anfang Mai ist es am Flughafen Zürich beinahe zu einem Unglück gekommen. Ein vollbesetzter Airbus der Swiss ist bei der Landung fast in eine Drohne geprallt.

Skisportfans ist die Szene in schauriger Erinnerung: Beim Nachtrennen im italienischen Madonna di Campiglio kracht im Dezember 2015 fast eine Drohne auf den österreichischen Slalomfahrer Marcel Hirscher.

Auch in anderen Zusammenhängen haben Drohnen diesbezüglich für Schlagzeilen gesorgt, etwa, als sich eine Drohne im Sommer 2016 am Flughafen Heathrow in London bis auf 20 Meter einem Airbus der Swiss näherte und es fast zu einem Zusammenprall kam. Nur durch Glück konnten die Piloten damals eine Katastrophe verhindern.

Nun verzeichnet die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) einen Vorfall zwischen einer Drohne und einem Passagierflugzeug. Am 6. Mai 2017 war ein vollbesetzter Airbus der Swiss unterwegs von Dar es Salaam nach Zürich. Am frühen Morgen um 6 Uhr 15 prallte eine Drohne beinahe in den Airbus, der gerade auf der Piste 34 Landen wollte. Der Vorfall ereignete sich rund 20 Kilometer südöstlich des Flughafens Zürich. Das geht aus einem Vorbericht hervor, den die Sust veröffentlicht hat. Sie bezeichnet die Fastkollision, in der Fachsprache als «Airprox» bezeichnet, als schweren Vorfall und hat deshalb eine Untersuchung eröffnet.

Die Drohne sei «definitiv viel zu hoch» unterwegs gewesen, sagte Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa auf Anfrage. Der Airbus sei in der Gegend von Pfäffikon (Schwyz) in einer Höhe von rund 1500 Metern geflogen, und eine Drohne dürfe nur 150 Meter über Grund schweben. Das Objekt sei von blossem Auge her gut zu erkennen gewesen, es sei von einem Piloten der Cathay Pacific und eben aus dem Swiss Cockpit gesichtet und gemeldet worden.

Wie nahe sich die Drohne und das Flugzeug gekommen sind, ist laut Barrosa nicht bekannt. Der Einsatz der Drohne sei aber nicht bewilligt gewesen. Generell komme es äusserst selten vor, dass sich eine Drohne und ein Flugzeug kreuzten. In der Nähe des Flughafens Zürich habe es letztes Jahr zwei solche Vorfälle gegeben, einen Zwischenfall gab es beim Flughafen Basel, wie der Mediensprecher ergänzte.

Aus gut unterrichteter Quelle hat die NZZ erfahren, dass es sich bei der in den aktuellen Vorfall involvierten Drohne nicht um ein günstiges Kinderspielzeug gehandelt hat, sondern um eine Profi-Drohne. Diese kosten in der Regel mehrere zehntausend Franken und werden zum Beispiel von Fotografen verwendet.

Wie Jäger mit Drohnen Rehkitze vor dem sicheren Tod bewahren

Wenn die Bauern ihre Wiesen mähen, sind viele Rehkitze in Gefahr. Zwei Jäger aus Schwaben wollen das mit einer Drohne samt Wärmebildkamera ändern. Dass ihre Idee Leben retten kann, zeigen die vergangenen Wochen. Auch Tierschützer sind überzeugt.

Seit zwei Wochen klingelt der Wecker von Rupprecht Walch und Dieter Hampel bereits um drei Uhr in der Früh. Spätestens um vier stehen die beiden auf den Feldern rund um Nördlingen in Bayerisch-Schwaben, 50 Meter über ihnen surrt eine Drohne.

Vier Stunden sind die beiden täglich auf der Suche nach Rehkitzen – um sie vor dem sicheren Tod durch den Mähdrescher zu retten.

Denn die Zeit der Wiesenmahd ist für die jungen Tiere sehr gefährlich. Die Mähdrescher auf den Feldern werden immer größer, die Maschinen immer schneller. Doch die Rehkitze lassen sich davon nicht aus ihren gemütlichen Plätzen im hohen Gras verscheuchen. «Die Kitze haben von der ersten bis zur vierten Woche keinen Fluchtinstinkt», erklärt Walch, der als Berufsjäger im Nördlinger Ries arbeitet. Statt vor den gefährlichen Maschinen wegzulaufen, ducken sich die Tiere nur und verharren an Ort und Stelle.

Die Folge: Jährlich sterben zahlreiche Rehkitze auf den Feldern. Die Drohne, ausgestattet mit einer Wärmebildkamera, soll das zumindest im Norden Schwabens in diesem Jahr verhindern.

Je kälter es draußen ist, desto besser können Walch und der ehrenamtliche Jäger Hampel die Rehkitze in ihren Verstecken finden. «Die Kitze strahlen eine Temperatur von etwa 25 Grad ab. In der Früh sind sie also am besten zu sehen», sagt Walch. Mit Funkgeräten lotst der Drohnenpilot seinen Begleiter dann an die richtige Stelle, um das Rehkitz aus dem Feld zu holen.

Dass die Aktion Erfolg hat, haben die vergangenen Tage gezeigt. Innerhalb von zwei Wochen haben Walch und Hampel rund 80 Jungtiere aus den Feldern gerettet. «Wir tragen die Kitze mit Gummihandschuhen und Gras drumherum aus den Feldern», sagt Walch. So habe es bisher auch keine Probleme mit den Geißen gegeben, die ihren Nachwuchs wieder aufnehmen.

Initiiert wurde die Tierschutz-Offensive vom Verein für Deutsche Wachtelhunde Baden-Württemberg Nord, der gleich zwei Drohnen mit Wärmebildkamera für jeweils rund 12 500 Euro angeschafft hat. «Wir stellen dem Verein die Reviere im Nördlinger Ries zur Verfügung, damit die Hunde ausgebildet werden können», sagt Walch. Im Gegenzug leiht der Verein den Jägern die Drohne für die Rehrettung.

Innerhalb von rund fünf Minuten können Walch und Hampel damit einen Hektar Wiesenfläche absuchen. Je nach Beschaffenheit der Felder schaffen sie jeden Morgen 20 bis 30 Hektar, ehe es gegen acht Uhr zu warm wird und sie die Kitze nicht mehr genau erkennen können. Ein großer Zeitaufwand, der für die einzelnen Landwirte zu groß wäre.

Dem Bayerischen Bauernverband ist dementsprechend nur eine Handvoll Landwirte bekannt, die bei ihrer Arbeit Drohnen einsetzen. «Die Drohnen- und Kameratechnik hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren deutlich weiterentwickelt. Die Nutzung ist aber noch nicht flächendeckend», sagt Verbands-Sprecher Markus Peters. Die Rehrettung sei dabei nicht das einzige Einsatzfeld, Drohnen seien auch bei Themen wie der Optimierung des Nährstoffeinsatzes hilfreich.

Für die Vertreibung von Rehen aus den Feldern sei zuletzt vor allem der sogenannte Rehkitz-Retter eine erfolgreiche Innovation gewesen. Das mit einem Akku betriebene Gerät vertreibe Rehe wenige Tage vor dem Mähen mit Lichtblitzen und akustischen Signalen in einem Umkreis von 100 Metern.

Der Einsatz von Drohnen könnte nun zu einer neuen, vielversprechenderen Methode werden. Der Verein Rehrettung Hegau-Bodensee beobachtet bereits einen deutlich steigenden Einsatz von Drohnen bei der Rehrettung, ohne genaue Zahlen nennen zu können. Der Verein führt das vor allem auf sinkende Preise für Drohnen zurück. Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat sich bereits mit dem Thema Wildrettung beschäftigt und dabei ebenfalls eine mit Sensoren ausgestattete Drohne entwickelt.

«Es kann nicht sein, dass Rehkitze hier auf der Strecke bleiben, obwohl es mittlerweile so viele technische Möglichkeiten gibt», sagt Jäger Hampel. Ziel sei es daher, so viele Jungtiere zu retten wie irgendwie möglich. «Das ist Antrieb genug, sich jeden Morgen aus dem Bett zu quälen.»

Die Tierschützer in Bayern jedenfalls freut es, dass mit Hilfe der Drohne derzeit so viele Rehkitze gerettet werden können. «Das ist grundsätzlich ein sehr lobenswerter Ansatz», heißt es vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern.

Drohnen: Das muss man in Österreich wissen

Ob als Spielzeug für Technikfreaks oder innovatives Forschungsinstrument – die Zahl der Drohnen nimmt in Österreich ständig zu. Welche Rechte und Pflichten mit dem Kauf einer Drohne verbunden sind, wissen viele Österreicher jedoch nicht. Hier leisten der österreichische Versicherungsverband VVO, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und Austro Control Aufklärung und erklären, was erlaubt ist und was nicht.

Längst haben sich die kleinen, unbemannten Flugobjekte in Elektromärkten ihren eigenen Ausstellungsbereich erkämpft. Und das wohl zurecht: Laut einer aktuellen KFV-Erhebung würde jeder dritte Österreicher gerne eine Drohne nutzen. „Der wohl häufigste Grund, um sich eine Drohne zu kaufen, ist der Spaßfaktor. Doch auch wenn die  Steuerung einer Drohne viel Freude macht, sollte die Sicherheit nicht zu kurz kommen“, so Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender von UNIQA Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Zwar hat es laut Löger bisher weder in Österreich, noch in anderen Ländern, viele Schadensfälle gegeben, doch rät der Versicherungsexperte jedenfalls zu einer Risikoabsicherung über eine Versicherung.

Wissensdefizite rund um rechtliche Vorschriften
Eine aktuelle Erhebung des KFV zeigt, dass österreichische Drohnen-Fans häufig nur unzureichend über die hierzulande geltenden Bestimmungen Bescheid wissen. 58 Prozent der Befragten geben an, zumindest ungefähr über die rechtlichen Vorschriften bezüglich der Nutzung von Drohnen informiert zu sein. Zugleich geben aber vier von zehn Personen ganz offen zu, gar nichts über die rechtlichen Aspekte der Drohnennutzung zu wissen. „Die Ergebnisse unserer Erhebung zeigen deutlich, dass hinsichtlich der Frage, was rund um die Nutzung von Drohnen erlaubt ist, noch großer Aufklärungs- und Informationsbedarf besteht“, betont Othmar Thann, Direktor des KFV. „Jeder zehnte Drohnen-Besitzer weiß nicht, ob seine eigene Drohne genehmigungspflichtig ist.“ Eigenen Angaben zufolge lernen die österreichischen Drohnen-Fans die Handhabung vor allem vom sozialen Umfeld und aus dem Internet.

Österreichisches Regulativ als Vorbild für Europa
Die Nutzung von Drohnen wirft viele Fragen auf. Wo darf ich meine Drohne fliegen lassen? Wann wird eine Genehmigung benötigt? In Österreich gilt seit 2014 das novellierte Luftfahrtgesetz, das erstmalig den Einsatz von Drohnen ermöglicht. Es werden allerdings genaue Kriterien und Standards definiert, die sicherstellen sollen, dass diese Luftfahrzeuge sicher unterwegs sind und niemanden gefährden. Austro Control hat dazu Durchführungsbestimmungen erlassen, die bei der Bewilligung in erster Linie auf das Gefährdungspotential abstellen. Unterschieden werden Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt, besiedelt und dicht besiedelt) und Gewichtsklassen (bis 5 kg, 5 bis 25 kg und 25 bis einschließlich 150 kg). Daraus ergeben sich unterschiedliche Kategorien und in weiterer Folge die Strenge der Auflagen. „Mit diesem Regulativ hat Österreich in Europa eine Vorreiterrolle übernommen“, erklärt Heinz Sommerbauer, CEO von Austro Control. „Dabei gilt: Die Höhe des Risikos definiert die Auflagen. Das ist ein Ansatz, den wir entwickelt haben und der jetzt von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), die an einem gesamteuropäischen Regelwerk arbeitet, übernommen wird.“

Seit Inkrafttreten des novellierten Luftfahrtgesetzes gab es insgesamt rund 3.000 Anträge, davon wurden rund 2.400 bewilligt.  2016 gab es 1.195 Bewilligungen (2015: 410; 2014: 150).

Rechtlichen Vorschriften und Tipps zum Einsatz von Drohnen in Österreich

  • Bis 250 Gramm gelten Drohnen als Spielzeug und dürfen auf eine Maximalhöhe von 30 Metern aufsteigen.
  • Ab 250 Gramm ist eine Bewilligung von Austro Control sowie eine Haftpflichtversicherung für die Drohne erforderlich. Derlei Drohnen unterliegen dem Luftfahrtgesetz, die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 150 Meter bei ständigem Sichtkontakt.
  • Bei manchen privaten Haftpflichtversicherungen sind auch Flugmodelle bis 5 kg, manchmal bis 25 kg mitversichert. Dies gilt nur für Flugmodelle (auch Drohnen) ohne Kameras. Ist eine Kamera montiert, handelt es sich nicht mehr um ein Flugmodell.
  • Ob eine Drohne anmeldungspflichtig ist, muss der Besitzer selbst feststellen (Gewicht auf dem Datenblatt). Es gibt gegenwärtig keine Hinweise zur Anmeldungspflicht auf entsprechenden Drohnen im Handel.
  • Für die Anmeldung benötigt man eine Versicherungsbestätigung, einen Lichtbildausweis, der bestätigt, dass man über 16 Jahre alt ist, ein Foto von der anzumeldenden Drohne sowie einige aus dem Datenblatt ersichtliche Spezifikationen.
  • Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete zählen für Drohnen zu den absoluten Sperrzonen. Auch bei Privatgründen gelten außerdem Einschränkungen: Diese dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden.
  • Ohne Bewilligung mit einer Drohne in Österreich zu fliegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar. Das Strafausmaß beträgt bis zu 22.000 Euro. Die Versicherungssumme für eine typische, private Drohne ab 250 Gramm liegt bei etwa 100 bis 150 Euro pro Jahr.
  • Beim Steuern einer Drohne muss immer (!) Sichtkontakt mit der Drohne vorhanden sein. Das Steuern per VR-Brille ist in Österreich verboten.

Drohnen: Hype, der zur Gefahr wird

2400 genehmigte Drohnen sind in Österreich unterwegs, verkauft wurden Zigtausende. Aber was, wenn einem eine Drohne auf den Kopf stürzt? Darüber wissen Drohnenflieger zu wenig.

Man hört sie dutzendfach surren, wo Kinder früher ihre Drachen haben steigen lassen, am Wilhelminenberg zum Beispiel. Manche lassen sich nun von Drohnen beim Sport begleiten, um Bilder von sich im Internet zeigen zu können. Und neben den Privaten, die das zum Spaß machen, melden immer mehr gewerbliche Nutzer, Filmemacher oder Landwirte, Drohnen an. Die Zahl wächst jedenfalls rasend, aber mitunter werden die Flugobjekte zur Plage.

Jüngst etwa in Großbritannien, wo ein Gefängnis ein Drohnenabwehrsystem entwickelt hat, weil Häftlinge Lieferungen per Drohnen aus der Luft erhalten haben.

Dunkelziffer unbekannt

So weit ist es in Österreich noch nicht. Jedenfalls wurden seit 2014, seit Drohnen mit mehr als 250 Gramm bewilligungspflichtig sind, 2400 Genehmigungen ausgestellt. 600 Anträge wurden aus formalen Gründen abgelehnt, heißt es von der Austro Control. Aber das ist nur ein Bruchteil der Drohnen in Österreich: Allein 2016 seien 40.000 Drohnen verkauft worden, sagt Hartwig Löger, Vizepräsident des Verbands der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO).

Der überwiegende Anteil davon fällt wohl in die Kategorie Spielzeugdrohne, ist also leichter als 250 Gramm und darf maximal 30 Meter hoch fliegen. Wie viele genehmigungspflichtige Drohnen illegal genutzt werden, ist unklar. Der Versicherungsverband, das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) und die Austro Control warnen jedenfalls: Wer sich die 300Euro und die Formalitäten einer Genehmigung sparen will, den kann das teuer zu stehen kommen. Ohne Bewilligung zu fliegen ist eine Verwaltungsübertretung und kann mit bis zu 22.000 Euro geahndet werden.

Auch bei einem Unfall mit einer Drohne entstehen schnell Schäden, die Existenzen bedrohen, warnen Versicherer. Sie mahnen Private, Drohnen mit mehr als 250 Gramm müssten eigens haftpflichtversichert werden.

Bisher sind in Österreich noch keine großen Unfälle durch Drohnen bekannt. Aber trotz des Hypes wissen viele Drohnenflieger wenig über die Rechtslage, wie eine Umfrage des KFV zeigt: Jeder zehnte Drohnenbesitzer weiß nicht, ob seine Drohne genehmigungspflichtig ist. 42 Prozent gaben an, überhaupt nicht über Vorschriften informiert zu sein, der Rest meinte, ungefähr Bescheid zu wissen.

Die strengen Regelungen gelten in Österreich seit Anfang 2014. Unterschieden werden Einsatzgebiete (unbebaut, unbesiedelt usw.) und Gewichtsklasse; daraus ergeben sich verschiedene Auflagen. Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete sind für Drohnen absolute Sperrzonen. Privatgründe dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden. Auch Fremde darf man nur mit Einverständnis filmen. Und wer Veranstaltungen filmen will, der muss das einzeln genehmigen lassen – da gelten äußerst strenge Auflagen.

EU plant Nummerntafeln

In Zukunft dürften die Regeln für Drohnen europaweit vereinheitlicht werden: Die EU-Kommission will den Luftraum für Drohnenverkehr unter 150 Metern ab 2019 weitestgehend öffnen und regulieren. Dafür sollen einheitliche Regelungen geschaffen werden, die jenen ähneln, die in Österreich gelten. Die Grundverordnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) soll noch 2017 beschlossen werden. Neu wäre etwa, dass Drohnen ab 250 Gramm eine „digitale Nummerntafel“ haben müssen.

Die EU will sich damit auf den neuen Alltag durch Drohnen einstellen. Denn da reichen die Entwicklungen weit. Onlinehändler planen etwa, dass in ein paar Jahren Pakete schon kurz nach der Bestellung per Drohne ans Fenster geliefert werden. Getestet werden auch Ambulanzdrohnen, die in Notfällen einen Defibrillator bringen sollen, inklusive Funkverbindung zu einem Arzt, der instruiert.

DER ERSTE FALLSCHIRMSPRUNG VON EINER DROHNE SIEHT NOCH VIEL VERRÜCKTER AUS, ALS ES KLINGT

Kurz gesagt: Der weltweit erste Fallschirmsprung von einer Drohne hat stattgefunden und das aus mehr als 330 Metern Höhe. Also wie sah das Ganze jetzt aus? Immerhin unterscheidet sich eine Drohne ja schon deutlich von einem Flugzeug, aus dem sich Springer sonst gerne in die Tiefe stürzen…

Ziemlich verrückt! Fallschirmspringer Ingus Augustkalns musst erst auf einen gigantischen Stahlturm klettern. Von dort holte ihn die 28-Propeller-starke Maschine ab (was für ein Service!), um ihn schließlich auf seine Sprunhöhe zu bringen.

Dabei baumelte der Stuntman ohne weitere Sicherung – nur durch die Kraft seiner Hände gehalten – für ein paar bange Sekunden quasi (fast) frei in der Luft. Doch schließlich löst er die Hände von der Drohne und bringt sich nach einem sehr kurzen Fall mit Hilfe des Ersatzfallschirms sicher zum Boden.